EU EU hat keine Pläne zur Abschaffung von Cent-Münzen

EU hat keine Pläne zur Abschaffung von Cent-Münzen (Foto)
EU hat keine Pläne zur Abschaffung von Cent-Münzen Bild: dpa

Brüssel - Die EU hat derzeit keine Pläne zur Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen im Euro-Währungsverbund. Trotz anderslautender Medienberichte plant die EU-Kommission nicht, aktiv zu werden.

«Derzeit erwägen wir keine Initiative, um solche Münzen aus dem Verkehr zu ziehen», sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag in Brüssel auf Anfrage. «Es gibt unterschiedliche Traditionen in jedem Staat, deshalb gibt es keine Patentlösung für alle.»

Während Verbraucher in manchen Euro-Ländern die Münzen in jedem Supermarkt nutzten, seien sie in anderen kaum verbreitet. In Finnland sind die Münzen praktisch gar nicht im Umlauf, weil sie als unpraktisch gelten. Beträge werden dort gerundet.

Die Frage nach dem Nutzen von Kleinmünzen ist ein Dauerbrenner und taucht seit der Einführung des Euro-Bargeldes 2002 immer wieder auf. Das Europaparlament hatte in der vergangenen Woche eine Stellungnahme zu EU-einheitlichen Vorgaben für Euro-Münzen verabschiedet. Darin heißt es, dass die Stückelung des Geldes regelmäßig auf die Kosten und die Akzeptanz beim Bürger untersucht werden müsse.

«Die EU-Kommission sollte eine Wirkungsanalyse zur weiteren Ausgabe von Ein- und Zwei-Cent-Münzen erstellen», schreibt das Parlament. So sollte geprüft werden, ob Kosten und Nutzen bei den kleinen Münzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Aufgrund steigender Rohstoffpreise sind die Herstellungskosten der Kupfer-Münzen mittlerweile so hoch, dass sie den Wert der Münzen fast schon übertreffen.

Die EU-Kommission will der Aufforderung nachkommen und einen Bericht erarbeiten. Über eine mögliche Abschaffung müssten letztlich die EU-Regierungen entscheiden - dies ist nach Angaben aus Brüsseler Kreisen aber unwahrscheinlich. «Wir haben im Moment wahrlich andere Probleme, als uns mit der Abschaffung von Cent-Münzen herumzuschlagen», sagte ein EU-Diplomat.

Stellungnahme des Europaparlaments (in Englisch)

news.de/dpa

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