Gaswechsel Feuer und Flamme für den neuen Anbieter

Anbieterwechsel (Foto)
Seit 1. April dieses Jahres können Gaskunden schneller aus dem teurem Vertrag mit ihrem Grundversorger flüchten. Bild: dpa

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Wenn es Nachrichten für Gaskunden in der Vergangenheit gab, waren es immer schlechte: Die Preise der Anbieter klettern konstant nach oben. Dabei können Verbraucher mit einem Versorgerwechsel mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen. Und jetzt auch noch schneller und einfacher.

Gaskunden können aufatmen: Seit dem 1. April dieses Jahres können sie schneller aus dem teuren Vertrag mit ihrem Grundversorger flüchten. Die entsprechende Verordnung der Regierung sieht vor, dass die Kündigungsfrist von vier auf zwei Wochen verkürzt wird. Und der Wechsel zu einem neuen Anbieter samt Abwicklung des alten Vertrages darf nicht länger als drei Wochen dauern.

Für den Verbraucher bedeutet das vor allem eins: Transparenz und mehr Vorteile. Denn zieht sich der Wechsel länger als drei Wochen, kann der Kunde Schadensersatz vom neuen Anbieter verlangen, wenn er durch die Verzögerung bis zum Lieferbeginn zu viel Geld beim Grundversorger liegen lassen muss. Zudem kann der Verbraucher noch schneller auf günstigere Verträge zugreifen und bares Geld sparen.

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Beim Wechsel entstehen keine Kosten

Doch davon lassen sich immer noch zu wenige Deutsche beeindrucken: Obwohl es deutschlandweit mittlerweile knapp 70 Anbieter gibt, haben nach Angaben der Bundesnetzagentur im Jahr 2009 - das sind die aktuellsten Daten - noch fast 44 Prozent der Bürger den teuren Grundversorgungstarif gezahlt.

Aber warum? Das Problem ist unter anderem, dass viele Deutsche Angst haben, bei einem Anbieterwechsel kurzzeitig von der Gasversorgung abgeschnitten zu sein. Und befürchten zusätzliche Kosten bei der Umstellung. Diese Sorgen sind jedoch völlig unbegründet. Kein einziger Cent wird für den Anbieterwechsel fällig. Und dass ein Verbraucher in der Übergangsphase ohne Strom und Gas dasteht, ist sogar gesetzlich untersagt.

Wer sparen will, aber mit dem bisherigen Versorger zufrieden ist, sollte sich zunächst informieren, ob der Anbieter einen günstigeren Tarif im Portfolio hat. Wenn nicht, empfiehlt sich die Onlinesuche bei Vergleichsportalen. Einfach die Postleitzahl und den Jahresverbrauch, der in der jüngsten Gasrechnung vermerkt ist, angeben und schon wird der günstigste Anbieter ermittelt.

Finger weg von Anbietern mit Vorauskasse

Bei der Auswahl des neuen Tarifes sollte der Verbraucher darauf achten, die Vertragsdaten genau unter die Lupe zu nehmen. Je kürzer die Vertragslaufzeit, desto besser für den Verbraucher. Ideal ist ein Zeitraum von einem Jahr. Denn: Der Tarif, der bei den Vergleichsportalen angezeigt wird, enthält häufig Vergünstigungen für Neukunden. Diese gelten meist nur für das erste Vertragsjahr. Darüber hinaus muss man vielleicht wieder den Anbieter wechseln, um an günstiges Gas zu kommen.

Die Kündigungsfrist sollte bei vier Wochen liegen - die neue Verordnung von zwei Wochen gilt ja nur bei Grundversorgern. Von Billiganbietern mit Vorauskasse sollte der Kunde lieber die Finger lassen. Denn muss der Anbieter Insolvenz anmelden, ist das Geld weg.

Wichtig: Damit es kein böses Erwachen gibt, sollte die Preisgarantie der Vertragslaufzeit entsprechen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf den Vergleichsportalen Informationen und Erfahrungswerte von anderen Kunden über den potenziellen Anbieter einholen.

Hat sich der Verbraucher für einen Anbieter entschieden, gestaltet sich der Wechsel recht simpel: Die benötigten Formulare gibt es im Internet - entweder zum Herunterladen oder, um sie gleich online auszufüllen. Die letzte Aktion, die der Kunde selbst noch in die Hand nehmen muss, ist es, die Nummer des Gaszählers sowie die Kundennummer beim bisherigen Anbieter anzugeben. Den Rest übernimmt der neue Vertragspartner. Er kündigt den Vertrag mit dem alten Zulieferer und meldet den Kunden beim Netzbetreiber an. Das Gas liefert weiterhin der Grundversorger, der auch die aktuellen Zählerstände abliest. Der neue Anbieter übernimmt lediglich die Einspeisung in das gesamte Netz. Für die Durchleitung zahlt er eine Gebühr an den Netzbetreiber.

loc/news.de

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