Luftverkehr Air Berlin fordert Investitionen in Tegel

Air Berlin fordert Investitionen in Tegel (Foto)
Air Berlin fordert Investitionen in Tegel Bild: dpa

Berlin/Potsdam - Nach der geplatzten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens verschlingen möglicherweise auch die bisherigen Berliner Flughäfen mehr Geld.

Air Berlin als Hauptkunde forderte am Dienstag Investitionen in das 38 Jahre alte Terminal in Tegel.

«Wir können nicht sagen, wir leben hier zehn Monate mit einem Provisorium der übelsten Art», sagte Vorstandschef Hartmut Mehdorn.

Unterdessen wies die Potsdamer Staatskanzlei den Vorwurf zurück, sie habe im März vertuscht, dass der Eröffnungstermin 3. Juni für den Neubau in Schönefeld nicht zu halten sei. Die in Brandenburg mitregierende Linkspartei ging wegen der geplatzten Eröffnung auf Distanz zu Flughafenchef Rainer Schwarz.

Die Eröffnung war Anfang Mai abgeblasen worden, weil die Brandschutzanlage nicht fertig ist. Neuer Termin ist der 17. März 2013. Betreiber und Fluggesellschaften versuchen nun, die zusätzlichen Flüge, die von Juni an geplant sind, in Tegel und Schönefeld unterzubringen. Schwarz deutete am Dienstag an, der Branchenprimus Lufthansa werde sein aufgestocktes Programm von Tegel aus abwickeln können.

Das will auch die deutsche Nummer zwei, Air Berlin. In Tegel müsse aber die Kofferverteilung verbessert werden, möglicherweise durch zusätzliche Mitarbeiter, forderte Mehdorn. Außerdem seien Parkplätze für die zusätzlichen Flugzeuge notwendig.

Die beiden Airlines wollen auch das von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr geltende Nachtflugverbot morgens und abends um eine halbe Stunde einschränken. Seine Airline habe große Probleme, die geplanten Umsteigeverbindungen anzubieten, sagte Mehdorn.

Die Lufthansa will von Berlin aus 30 neue Ziele ansteuern und sechs zusätzliche Maschinen einsetzen. Sie braucht nach eigenen Angaben viermal in der Woche die Starterlaubnis kurz nach 23.00 Uhr. Mehdorn sprach von bis zu zehn Air-Berlin-Flügen allein am Morgen.

Laut «Berliner Morgenpost» (Mittwoch) war einem Mitarbeiter von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Ende März bekannt, dass der 3. Juni als Eröffnungstermin gefährdet war. Dieser Mitarbeiter und der Ordnungsdezernent des Landkreises Dahme-Spreewald seien aber überein gekommen, das in der zuständigen Arbeitsgruppe nicht zu Papier zu bringen. «Was wir nicht gebrauchen können, sind Gerüchte, der Flughafen wird bis zum 03.06. nicht fertig», zitiert die Zeitung aus einer E-Mail.

Die Staatskanzlei nannte den Vorwurf «absurd». «Die Ampel der Geschäftsführung für den Eröffnungstermin am 3. Juni stand nie auf Rot», sagte Regierungssprecher Thomas Braune. Von der Terminabsage sei der Aufsichtsrat am 7. Mai überrascht worden. In dem Kontrollgremium des staatlichen Betreibers sitzt neben Platzeck Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Sie erhielten von der Geschäftsführung Fortschrittsberichte mit farbigen Ampeln. Rot hätte bedeutet, dass der Termin gefährdet ist. Platzeck hatte am Montag im Landtag gesagt, aus heutiger Sicht hätte der Aufsichtsrat noch misstrauischer sein sollen.

Der Bund der Steuerzahler forderte unterdessen, dass sich Politiker aus den Aufsichtsräten zurückziehen. «Uns kann keiner erzählen, dass Herr Wowereit nicht wusste, was los ist», sagte der Vizepräsident des Vereins, Rainer Holznagel, der Hörfunkwelle HR-Info. «Der Aufsichtsrat hat seine Funktion verfehlt und zum Schaden der Steuerzahler gehandelt.»

news.de/dpa

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