Banken Sparkassen drängen Kleinaktionäre aus Landesbank Berlin

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Sparkassen drängen Kleinaktionäre aus Landesbank Berlin Bild: dpa

Berlin - Die Sparkassen übernehmen die Landesbank Berlin (LBB) komplett. Rund 15 000 Kleinaktionäre werden gegen Zahlung einer Abfindung herausgedrängt.

Das beschloss am Mittwoch eine außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin mit 99,77 Prozent der stimmberechtigten Aktien.

Die 1,32 Prozent der Aktien, die bislang noch im Streubesitz sind, werden demnach auf die Sparkassen-Finanzgruppe übertragen. Im Gegenzug erhalten die Aktionäre 4,01 Euro pro Anteil in bar. Dieses Squeeze-out-Verfahren (englisch: squeeze out = hinausdrücken) ist möglich, wenn der Hauptaktionär mindestens 95 Prozent der Aktien besitzt.

Rund 400 Aktionäre waren zu dem Treffen gekommen. Sie kritisierten die von den Sparkassen betriebene «Enteignung» und forderten eine höhere Barabfindung. Sie verlangten jene 6,81 Euro, die die Sparkassen bei der Übernahme des 81-Prozent-Aktienpakets vom Land Berlin den übrigen Aktionären angeboten hatten.

Mit der Zwangsübertragung werde den Minderheitsaktionären «die Chance genommen, Kursverluste wieder wettzumachen», sagte Reyke Schult von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Michael Kunert. Er sprach von einem «rabenschwarzen Tag» für die Aktionäre und die Landesbank selbst. Die Aussage, dass sich eine Börsennotierung für die LBB nicht mehr lohne, sei angesichts von rund 13 Millionen Aktien im Streubesitz unsinnig.

Mehr Flexibilität bei der Verwirklichung von Strukturmaßnahmen und geringere Kosten hatten die Sparkassen als Gründe für das Herausdrängen der Kleinaktionäre genannt. Nun könnten Anfechtungsklagen die Übertragung der Aktien im Handelsregister noch verzögern. Erst danach kann die Notierung an der Börse wie geplant aufgehoben werden. Der SdK-Vertreter Kunert will bei Gericht feststellen lassen, ob die 4,01 Euro tatsächlich angemessen sind.

Wirtschaftsprüfer von KPMG hatten diesen Wert festgelegt. Dabei berücksichtigten sie den Durchschnittskurs in den drei Monaten vor Ankündigung der Zwangsübertragung Anfang November. Dieser lag bei 3,36 Euro. LBB-Vorstandschef Johannes Evers verteidigte die 4,01 Euro als «angemessene Entschädigung». Dies sei zwar deutlich weniger als die 6,81 Euro, die 2007 gezahlt worden seien. Doch seitdem habe sich die Bankenlandschaft dramatisch verändert, was sich auch auf die Wertentwicklung der Kreditinstitute ausgewirkt habe.

Unterlagen zur Hauptversammlung

news.de/dpa

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