Tarife IG Metall will noch im April Warnstreiks

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IG Metall will noch im April Warnstreiks Bild: dpa

Sprockhövel/Hamburg - Mit Warnstreiks in mehreren Bundesländern will die IG Metall noch Ende April ihre Forderungen im Tarifkonflikt der Metallindustrie unterstreichen.

Bereits am 29. April, einen Tag nach Ende der Friedenspflicht, soll es in Rheinland-Pfalz den ersten Warnstreik geben.

In Nordrhein-Westfalen sollen die Beschäftigten vom 3. bis zum 9. Mai in einen Ausstand treten, in Bayern bereits vom 2. Mai an. In Norddeutschland sind erste Warnstreiks am 3. und 4. Mai angekündigt. Darüber hinaus bereite sich die IG Metall Küste auf flächendeckende Warnstreiks in den nächsten Wochen in allen fünf Küstenländern vor, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit.

«Die Arbeitgeber provozieren den Konflikt, statt zur Lösung beizutragen», erklärte Bezirksleiter Oliver Burkhard nach einer Sitzung der Tarifkommission in Sprockhövel. Beim Entgelt müssten die Arbeitgeber noch ordentlich nachlegen, betonte er. Auch bei den anderen Themen der Tarifrunde will die IG Metall konsequent bleiben. «Den Missbrauch bei der Leiharbeit müssen wird endlich verlässlich beenden», sagte er. Die Metallarbeitgeber in Nordrhein-Westfalen reagierten mit Unverständnis. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Gewerkschaft bereits zu diesem Zeitpunkt mobil mache. «Damit vergibt sie die Chance, die Verhandlungen in sachgerechter Atmosphäre fortzuführen und die konstruktiven Ansätze unseres guten Angebots weiter zu verfolgen», sagte ein Sprecher von Metall NRW.

Die große Tarifkommission des Bezirks Küste beschloss am Dienstag in Bremen erste Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen am 3. Mai in Hamburg und Bremen. Damit solle der Druck auf die Arbeitgeber in den Betrieben erhöht werden.

In Sachsen-Anhalt folgten nach Gewerkschaftsangaben bereits am Dienstag fast 300 Beschäftigte dem Aufruf zu ersten Warnstreiks. Für die ostdeutschen Länder gilt nach Gewerkschaftsangaben keine Friedenspflicht, da das Schieds- und Schlichtungsabkommen nicht unterzeichnet worden sei. In den westdeutschen Bundesländern dürfen Warnstreiks erst nach dem 28. April beginnen. Hier endet die Friedenspflicht am Samstag um Mitternacht. In Thüringen hatten bereits am 19. April rund 1500 Beschäftigte für rund eine Stunde die Arbeit niedergelegt.

Mit den Warnstreiks will die IG Metall ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld unterstreichen, die Arbeitgeber bieten eine Erhöhung um 3 Prozent. Neben dem Entgelt für die rund 3,6 Millionen Beschäftigte der Branche gibt es zwei weitere Knackpunkte: die Forderung nach mehr Mitbestimmung bei der Zeitarbeit und nach einer unbefristeten Übernahme von Ausgebildeten.

Pressemitteilung

news.de/dpa

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