Bafög fürs Zweitstudium Nach dem Bachelor erst einmal Hartz IV

Zweitstudium (Foto)
Wenn die Zulassung zum Master auf sich warten lässt, haben Bachelor-Absolventen Anspruch auf Hartz IV. Bild: iStockphoto

Studenten ohne Einkommen erhalten Bafög. Sogar ein Zweitstudium finanziert der Staat, wenn bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sind. Doch wer nach seinem Bachelor länger auf die Zulassung zum Master warten muss und bedürftig ist, hat Anspruch auf Hartz IV. Was zu beachten ist, weiß news.de.

Schließt sich der Masterstudiengang formlos dem Bachelor an, wird das Bafög ohne Unterbrechung gezahlt. Probleme hingegen gibt es, wenn die Zulassung zum Masterstudiengang auf sich warten lässt. Formell gesehen ist man kein Student mehr. Bafög wird in der Wartezeit nicht gezahlt, aber es besteht bei Bedürftigkeit Anspruch auf Hartz IV. Das gilt neben den Masterstudenten auch für Lehramts- oder Jura-Absolventen, die auf einen Referendariatsplatz warten müssen.

Hartz IV in der Überbrückungszeit - das ist zu beachten

Dabei gilt es Besonderheiten zu beachten. Wer nicht sicher ist, ob ein nahtloser Studienanschluss möglich ist, sollte sich schon vor Ende des Bachelorstudiums arbeitslos melden. Das gewährt eine lückenlose Finanzierung bis zum neuen Bafög. Wichtig ist das zudem für den Krankenversicherungsschutz. Die kostengünstige Mitgliedschaft für Studenten läuft automatisch zum Ende des letzten Studiensemesters aus. Wer das versäumt und kein Arbeitslosengeld II bekommt, zahlt 130 Euro monatlich.

Ex-Studenten haben die gleichen Pflichten wie alle anderen Leistungsempfänger. Auch wenn das nächste Studium in greifbarer Nähe ist, müssen sie an vorgeschlagenen Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen. Sie sind ebenso dazu angehalten, ihren übrigen Mitwirkungspflichten nachzukommen. Das heißt: Die «Bald-wieder-Studenten» müssen sich aktiv um einen Job kümmern, auch wenn dieser von vornherein befristet sein wird.

Job geht vor Praktikum

Wer clever ist, bemüht sich in dieser Zeit um ein bezahltes Praktikum, das gleichzeitig für das Studium von Relevanz ist. Aber: Dafür brauchen die Leistungsbezieher vom zuständigen Jobcenter beziehungsweise der für Hartz-IV-Leistungen zuständigen Behörde eine Genehmigung. Vorrang hat dabei immer die Vermittlung in eine reguläre Beschäftigung. Klarer ausgedrückt: Eine Wahl gibt es nicht. Wer gleichzeitig ein reguläres Jobangebot erhält, muss dieses dem Praktikum vorziehen - selbst wenn man für die Arbeit überqualifiziert ist.

rzf/sca/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Claudia Schmidt
  • Kommentar 4
  • 09.08.2012 19:12

Warum sollten fähige junge Menschen nur aufgrund einer finanziellen Benachteiligung nicht studieren dürfen und mit Bafög unterstützt werden? Schließlich profitiert die Gesellschaft auch irgendwann einmal von diesen Talenten - und die Wirtschaft sowieso.

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  • Pazifiko
  • Kommentar 3
  • 01.06.2012 18:28

Fleißige und studierwillige Bürger werden gehindert indem sie nicht wissen wovon sie leben sollen während andere bequem zuhause auf dem Sofa vor der Klotze hängen und sich mittels staatlicher Subventionen alimentieren dürfen. Schluß damit! Wir brauchen das bedingungslose Mindesteinkommen für alle! Ein Mensch braucht immer Geld um sich davon Lebensmittel, Kleidung, Wohnung etc. kaufen zu können, egal ob er nur zuhause herumhängt, studiert oder arbeitet. Faulenzer wird es immer geben genauso wie Menschen, die fleißig sind und etwas leisten wollen. Doch gerade letztere verdienen Unterstützung.

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  • Klaus
  • Kommentar 2
  • 05.05.2012 14:00

Kommentar 1: Um was geht es hier? ALG2 zwischen B und M. Ach so, ALG 2 willst du ja auch nicht.

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