Kündigungsfrist Was Arbeitnehmer wissen sollten

Kündigung des Arbeitsvertrages (Foto)
Kündigung bekommen? Dann behalten Sie am besten einen kühlen Kopf und prüfen die Kündigungsfrist. Bild: pixelio.de/pauline

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Zeit für einen neuen Job? Oder wurden Sie gefeuert? Egal, welche Situation vorliegt: In beiden Fällen gelten Kündigungsfristen. Es gibt aber auch eine Ausnahme. Was Sie in Sachen Kündigungsfristen unbedingt wissen sollten, zeigt news.de.

Insolvenz, Konsolidierung und marktwirtschaftliche Neuorientierung - es gibt viele Gründe, warum Unternehmen Mitarbeiter vor die Tür setzen. Knall auf Fall geht das allerdings nicht. Wer seine Kündigung bekommt, sollte zunächst vor allem die Nerven bewahren und prüfen, ob die Kündigungsfrist eingehalten wurde. Die sollten allerdings auch Arbeitnehmer kennen, die sich beruflich verändern wollen. Denn von heute auf morgen ist der Abschied auch hier nicht möglich.

Kündigung durch den Arbeitgeber

Kündigung eines Arbeitsverhältnisses: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter loswerden wollen, müssen nicht nur einen Grund für die Kündigung angeben, sondern sich auch nach sozialen Regeln und der Betriebszugehörigkeit des Betreffenden richten. Paragraph 622, Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sieht dafür folgende Regelungen vor:

Bagatellkündigungen
Gekündigt wegen nichts?
Betriebszugehörigkeit Kündigungsfrist
Arbeitnehmer als Aushilfe hier kann eine Kündigungsfrist von weniger als 1 Monat vereinbart werden, wenn das Arbeitsverhältnis nicht länger als 3 Monate dauert
Probezeit (bis 6 Monate)  2 Wochen
 2 Jahre  1 Monat zum Ende eines Kalendermonats
 5 Jahre  2 Monate zum Ende eines Kalendermonats
 8 Jahre  3 Monate zum Ende eines Kalendermonats
 10 Jahre  4 Monate zum Ende eines Kalendermonats
 12 Jahre  5 Monate zum Ende eines Kalendermonats
 15 Jahre  6 Monate zum Ende eines Kalendermonats
 20 Jahre  7 Monate zum Ende eines Kalendermonats


Gibt es einen Tarifvertrag, so gelten die darin geschlossenen Vereinbarungen zu Kündigungsfristen - abweichend von den Regelungen des BGB. Außerdem wichtig: Bei der Beschäftigungsdauer werden Anstellungszeiten bis zum Ende des 25. Lebensjahres eines Arbeitnehmers nicht berücksichtigt.

Kündigung bei Elternzeit: Ab acht Wochen vor Beginn der Elternzeit und während der Elternzeit dürfen Unternehmen die betroffenen Angestellten nicht kündigen (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Paragraph 18).

Kündigung eines Dienstverhältnisses: Wer in einem DienstverhältnisSolche Arbeitsverhältnisse gehen in der Regel Geschäftsführer oder Vorstände ein. steht, also kein herkömmliches Arbeitsverhältnis hat, für den gelten andere Kündigungsregelungen. Diese sind laut BGB Paragraph 621 von der Vergütungsregelung abhängig.

Vergütungsregelung Kündigungsregelung
nach Tagen an jedem Tag für den Ablauf des folgenden Tages
nach Wochen spätestens am ersten Werktag einer Woche für den Ablauf des folgenden Sonnabends
nach Monaten spätestens am 15. eines Monats für den Schluss des Kalendermonats
nach Vierteljahren oder längeren Zeitabschnitten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Wochen für den Schluss eines Kalendervierteljahrs
keine festgelegten Zeitabschnitte jederzeit; nimmt die Erwerbstätigkeit jedoch vollständig oder hauptsächlich den Erwerbstätigen in Anspruch, gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen


Außerordentliche Kündigung:
Greift der Arbeitgeber auf dieses in der Regel fristlose Verfahren zurück, müssen die Kündigungsfristen nicht berücksichtigt werden. Gründe dafür können Arbeitsverweigerung, schwere Beleidigungen oder Diebstahl am Arbeitsplatz sein. Sind die Vorwürfe durch den Arbeitgeber berechtigt, muss der Gekündigte mit einer Sperre des Arbeitslosengeldes rechnen. Diese Sperre kann bis zu zwölf Wochen gelten.

Kündigung durch den Arbeitnehmer

Jobwechsel: Zeit für einen neuen Job? Wer ein Unternehmen aus eigenem Wunsch verlassen will, muss schriftlich kündigen, darüber hinaus aber nur die Fristen wahren, die das Bürgerliche Gesetzbuch (Paragraph 622, Absatz 1) vorgibt: Das können vier Wochen bis zum 15. eines Monats sein oder vier Wochen zum Ende eines Monats. Diese jeweils vier Wochen meinen genau 28 Tage. Außerdem beginnt die Kündigungsfrist immer erst am Tag nach der Zustellung einer Kündigung.

Übrigens: Sollte in Ihrem Arbeitsvertrag eine Kündigungsfrist enthalten sein, die länger ist als die Kündigungsfrist durch den Arbeitgeber, so ist dies unzulässig.

Warum Sie kündigen, müssen Sie in der schriftlichen Kündigung nicht vermerken. Sollten Sie zu einem Konkurrenzunternehmen wechseln, kann ihr bisheriger Arbeitgeber Sie jedoch sofort freistellen und aus dem Unternehmen verweisen. Das Gehalt muss dennoch bis zum letzten Arbeitstag gezahlt werden.

Kündigung mit Aufhebungsvertrag: Sie können oder wollen die gesetzlichen Fristen nicht einhalten? Dann bemühen Sie sich, mit ihrem Noch-Arbeitgeber einen AufhebungsvertragEine zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einvernehmliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Dabei entfällt der übliche Kündigungsschutz oder die Benennung von Gründen. zu schließen. Allerdings ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, diesem Wunsch zu entsprechen.

Außerordentliche Kündigung: Die kann nicht nur der Arbeitgeber durchsetzen, sondern auch der Arbeitnehmer. Dafür sind keine Fristen zu beachten, sondern lediglich wichtige Gründe. Diese liegen unter anderem vor, wenn der Arbeitgeber mindestens zwei aufeinander folgende Monatsgehälter nicht bezahlt hat und entsprechend mindestens einmal dafür durch den Arbeitnehmer abgemahnt wurde, oder wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer sexuell belästigt hat.

Arbeitslosengeld: Kündigen Sie, ohne einen neuen Job zu haben, bekommen Sie zwölf Wochen lang kein Arbeitslosengeld.

Elternzeit: Arbeitnehmer in Elternzeit können das Arbeitsverhältnis zum Ende der Elternzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Paragraph 19).

sca/rzf/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Patty Zacher
  • Kommentar 1
  • 29.10.2013 15:22

Wenn ein Betriebsrat vorhanden ist, sollte man sich an ihn wenden. Auf ifb.de kann man sich erste Informationen holen, die sehr hilfreich sind.

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