Strom- und Gasanbieter Schneller Wechsel spart Geld

Steigende Energiekosten und kein Ende in Sicht. Die Verbraucher müssen immer tiefer in die Taschen greifen. Wer jedoch den Anbieter wechselt, kann mitunter richtig viel Geld sparen. Das Beste daran: Der Umstieg gelingt nun einfacher und schneller als bisher.

Es gibt gute Neuigkeiten an der Verbraucherfront: Seit dem 1. April können Kunden schneller aus dem teuren Vertrag ihres Grundversorgers aussteigen. Die Kündigungsfrist beträgt dann nur noch zwei statt vier Wochen. Außerdem muss der Wechsel des Strom- oder Gasanbieters innerhalb von drei Wochen vollzogen sein.

Mit der «Verordnung zur Änderung von Verordnungen auf dem Gebiet des Energiewirtschaftsrechts» werden die Hürden für das Geldsparen niedriger. Der Anbieterwechsel ist damit kurzfristig möglich, günstigere Angebote von Mitbewerbern können schneller genutzt werden.

Einen Haken hat die Sache aber: Die neue, verkürzte Frist bezieht sich nur auf den Grundversorger, nicht aber auf andere Anbieter. Bei den Mitbewerbern müssen die Kunden sich an die im Vertrag vereinbarte Kündigungsfrist halten. Meist ist sie länger als zwei Wochen.

USV-Technik
Strom für alle

Die Neuregelung kann sich dennoch positiv auswirken. Denn so ist eine Neugestaltung der Lieferverträge von Anbietern außerhalb der Grundversorgung möglich. Es liegt im Ermessen des Anbieters aus Wettbewerbsgründen mit der Neuverordnung gleichzuziehen und Fristen zugunsten des Kunden abzuändern.

Warum der Wechsel lohnt

Ein weiterer Vorteil für die Verbraucher: Der Anbieterwechsel wird transparenter. So ist der neue Versorger verpflichtet zu dokumentieren, wann die Kündigung des alten Vertrages dem Netzbetreiber zugestellt worden ist. Die Kunden können sich das schriftlich geben lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Schadenersatz zu fordern, wenn der Wechsel länger als drei Wochen dauert. Denn durch eine Verzögerung können höhere Kosten entstehen. Die Frist beginnt allerdings erst ab der Neuanmeldung beim Netzbetreiber. Meist dauert das zwei, drei Tage.

Im Schnitt sind die Grundversorger deutlich teurer als die Mitbewerber. Oft lassen sich bei einem Wechsel mehrere hundert Euro im Jahr sparen. Wie viel das im Einzelfall ausmacht, kann über Vergleichsportale wie Preisvergleich.de, Verivox.de und Check24.de ermittelt werden. Obwohl das Einsparpotential gewaltig und ein Anbieterwechsel kein Hexenwerk ist, sind die Deutschen Wechselmuffel. Angaben der Bundesnetzagentur zufolge zahlte knapp die Hälfte der Bundesbürger 2009 den teureren Grundversorgungstarif. Aktuellere Zahlen gibt es noch nicht.

Das ist zu tun

Vorab sollten sich Kunden informieren, ob der bisherige Versorger einen günstigeren Tarif im Angebot hat. Anschließend lohnt sich ein Vergleich mit anderen Anbietern. Am besten geht das über eines der Vergleichsportale. Per Eingabe von Postleitzahl und Jahresstromverbrauch werden verschiedene Tarife ermittelt. Die Angaben dazu finden Sie in der letzten Gas- oder Stromabrechnung.

Beim Vergleich ist auf die Vertragsbedingungen zu achten. Zu bevorzugen sind Verträge mit kurzer Laufzeit - maximal ein Jahr - und einer günstigen Kündigungsfrist von zirka vier Wochen. Achten Sie darauf, dass die Preisgarantie der Vertragslaufzeit entspricht. Passt das Angebot, dann gilt es weitere Informationen über den Anbieter einzuholen. Seien Sie vorsichtig bei Billiganbietern, die Vorauskasse verlangen.

Wer den passenden Tarif gefunden hat, kann sich im Internet entsprechende Wechselformulare herunterladen oder online ausfüllen. Halten Sie dafür alle wichtigen Daten wie die Nummer des Strom- oder Gaszählers und Ihre alte Kundennummer bereit. Um den Rest kümmert sich dann der neue Versorger. Er übernimmt für Sie die Kündigung beim alten Lieferanten und meldet Sie beim Netzbetreiber an. Wichtig zu wissen: In keinem Fall werden Kunden aufgrund eines Wechsels einen Tag ohne Gas- oder Strom dastehen. Das ist gesetzlich verboten.

rzf/sca/ham/news.de

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