Audi Audi prüft Kauf des Motorradherstellers Ducati

Ingolstadt - Der Autohersteller Audi prüft einen Kauf der italienischen Luxus-Motorradmarke Ducati. Die Gespräche mit dem Eigentümer Investindustrial haben nach Informationen aus Branchenkreisen bereits begonnen.

Audi prüft Kauf des Motorradherstellers Ducati (Foto)
Audi prüft Kauf des Motorradherstellers Ducati Bild: dpa

Ein Sprecher der Volkswagen-Tochter wollte sich am Dienstag in Ingolstadt nicht dazu äußern. «Marktspekulationen kommentieren wir nicht», sagte er. Über einen Einstieg des VW-Konzerns in das Motorradgeschäft wird bereits seit langem spekuliert. Vor allem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech wird immer wieder Interesse am italienischen Hersteller Ducati nachgesagt. VW-Chef Martin Winterkorn hatte Kaufabsichten am Montag nicht dementiert, aber auch nicht bestätigt.

Ducati wurde 1926 gegründet und gehört zu den bekanntesten Motorradherstellern der Welt. Der Finanzinvestor Investindustrial hatte das italienische Traditionsunternehmen vor einigen Jahren übernommen, als es in einer Krise steckte. Vor kurzem kündigte Investindustrial an, das Unternehmen für bis zu eine Milliarde Euro verkaufen zu wollen. Der größte indische Motorrad-Hersteller, Hero MotoCorp, signalisierte bereits Anfang des Monats Interesse. Der Münchner Autohersteller BMW hingegen, der bereits Motorräder baut, hatte abgewunken.

Audi war bereits früher mit seinen Marken DKW und NSU im Motorradbau aktiv. NSU war in den 50er-Jahren der weltgrößte Motorrad-Hersteller. 1969 fusionierten die NSU Motorenwerke mit der Ingolstädter Auto Union GmbH (Audi, Horch, DKW, Wanderer). Nach dem Auslauf der Limousine NSU Ro 80 vor mehr als 30 Jahren nutzte Audi die Marke aber nicht mehr für Autos oder Motorräder.

Den Kaufpreis für Ducati könnte Audi stemmen. Im vergangenen Jahr fuhr die VW-Tochter den dicksten Gewinn der Unternehmensgeschichte ein: Unter dem Strich standen 4,4 Milliarden Euro - ein Plus von fast 69 Prozent. Weltweit verkaufte Audi rund 1,3 Millionen Autos und damit so viel wie nie zuvor. Bis 2015 sollen es mehr als 1,5 Millionen Autos sein.

news.de/dpa

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