Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager - 09.03.2012, 15.08 Uhr

Elterngeld: Legale Tricks für mehr Förderung

Frischgebackene Eltern reichen ihren Antrag auf Elterngeld ein und finden sich mit der Summe ab, die ihnen die Elterngeldstelle zuteilt. Dabei sind es nie die offiziell versprochenen 67 Prozent. Woran das liegt und wie sich der Betrag erhöhen lässt, erklärt news.de.

Kinderbetreuung ist auch zu Hause nicht kostenlos. Viele Eltern setzten deshalb aufs Elterngeld - und werden bisweilen enttäuscht. Bild: istockphoto

Was die meisten jungen Eltern wissen: Elterngeld bezieht sich auf den durchschnittlichen Nettoverdienst der zwölf Monate vor der Geburt des Kindes und wird mit 67 Prozent angesetzt. Der Höchstsatz beträgt 1800 Euro, der Mindestsatz 300 Euro. Das Geld ist steuerfrei. Was einfach klingt, wird jedoch durch mehrere Faktoren beeinflusst. Das kann dazu führen, dass jungen Familien mehr oder weniger Geld ausgezahlt wird, als sie erwartet haben.

Je nach Bundesland müssen werdende Eltern ein rund achtseitiges Formular in verschwurbeltem Bürokratendeutsch ausfüllen, während sich die Gedanken längst um Babysöckchen, Kinderwagen und Schnuller drehen. Doch im Windelchaos ist es meist zu spät, um den optimalen Betrag zu erreichen. Deshalb sollten schon lange vorher alle Unterlagen bereit liegen. Eingereicht werden müssen: Nachweise zum Einkommen vor der Geburt, Kopien der Personalausweise der Eltern, eine Bescheinigung über Mutterschaftsgeld von Krankenkasse und Arbeitgeber sowie eine Arbeitgeberbescheinigung zur Gewährung der Elternzeit und die Geburtsurkunde des Kindes.

Um die Ansprüche zu erhöhen, sollten werdende Eltern bereits ab dem positivem Schwangerschaftstest aktiv werden. So lohnt sich meist ein Steuerklassenwechsel. Denn oft hat die anschließend daheim bleibende Frau zuvor die ungünstigere Steuerklasse. Weil in vielen Partnerschaften der Mann mehr verdient. Ist in den Monaten bis zum Mutterschutz mehr Netto in der Lohntüte der Mutter, liegt ein höherer Betrag für die Berechnung des Satzes zugrunde. Das kann beim Elterngeld - je nach Einkommen - mehrere hundert Euro Elterngeld zusätzlich einbringen.

Wer den Gehaltsnachzahlungen berücksichtigen.

Aus den Vollen schöpfen können Paare, die gemeinsam die Elternzeit nutzen. Beantragt der Vater Elterngeld, wird die Betreuung daheim nicht nur 12, sondern 14 Monate vom Staat finanziell unterstützt. Alleinerziehende erhalten 14 Monate Elterngeld.

Die ersten zwei Monate Elterngeld werden zumeist vom Mutterschutzgeld abgedeckt. Das ist bei Angestellten der Fall. Selbstständige erhalten das Elterngeld vom Tag der Geburt an. Jedoch nur zehn Monate lang. Es sei denn, der Partner bleibt auch daheim. Dann besteht ein Anspruch für zwölf Monate.

Übrigens: Der Antrag auf Elterngeld sollte möglichst bald nach der Geburt des Kindes erfolgen, selbst wenn gerade in den ersten Wochen der Sinn zwischen schlaflosen Nächten, Geschrei und vollen Windeln wenig nach Papierkram steht. Denn die Förderung wird rückwirkend nur für drei Monate bezahlt.

Viele Ratgeberanzeigen im Internet werben damit, Tricks zu verraten, die das Elterngeld verdoppeln können. Doch bei genauem Hinsehen bewegen sich die meisten dieser Tipps am Rande des Gestaltungsmissbrauchs. Dann droht Ärger mit der Elterngeldstelle, die im Zweifelsfall gegen den tricksenden Antragssteller entscheiden könnte.

ham/rzf/news.de

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