Messen Deutsche Autobauer trumpfen in Genf auf

Genf - Die deutschen Autobauer nehmen den Schwung aus dem Rekordjahr mit und feiern auf dem Genfer Autosalon einen gelungenen Start ins Jahr 2012.

Deutsche Autobauer trumpfen in Genf auf (Foto)
Deutsche Autobauer trumpfen in Genf auf Bild: dpa

BMW, Daimler, Audi oder Volkswagen - die Branchenriesen machen nach einem kurzen Durchhänger im Januar dort weiter, wo sie im vergangenen Jahr aufgehört haben.

Absatzrekord folgt auf Absatzrekord. Die Aussichten allerdings sind nach wie vor ungewiss. Auf konkrete Prognosen lassen sich die Konzernchefs vor allem wegen der Schuldenkrise in Europa auf der traditionsreichen Genfer Messe kaum festlegen. Immerhin, 2012 soll noch besser werden als das Vorjahr. Nur Opel sieht kein Licht am Ende des Tunnels.

«Die ersten beiden Monate sind für uns gut gelaufen», berichtete BMW-Chef Norbert Reithofer. Die Münchner wollen in diesem Jahr nach dem Rekordabsatz 2011 weiter zulegen. Das gilt auch für die Konkurrenten BMW und Audi sowie Porsche. Rückenwind kommt für die Hersteller vor allem von den Märkten in China und den USA. Für beide Länder erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) 2012 jeweils ein Plus von acht Prozent auf mehr als 13 Millionen Fahrzeuge.

VW-Chef Martin Winterkorn ist für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch. Während die Nobeltochter Audi wie Daimler und BMW auf den Boom in Asien setzen kann, ist die Kernmarke VW von den europäischen Turbulenzen erheblich deutlicher betroffen. «Wir sehen 2012 sicherlich schwieriger als 2011», sagte Winterkorn. Er sei sich aber nicht sicher, ob eine Wiederholung des Rekordjahres gelinge.

Auch der VDA rechnet mit einem «harten Arbeitsjahr» für die deutschen Autobauer. Das hohe Tempo werde nach Rekordwerten bei Produktion, Export und Umsatz im Vorjahr jedenfalls nicht zu halten sein, sagte Präsident Matthias Wissmann zum Auftakt des Autosalons.

Grund dafür ist der schwächelnde europäische Markt. «Europa wird kein Selbstläufer», sagte auch BMW-Chef Reithofer. Daimler-Chef Dieter Zetsche sieht aber auch Hoffnung: Die Gefahr eines Konjunktureinbruchs wegen der Eurokrise sei in den vergangenen Wochen gesunken, sagte der Manager. In der zweiten Jahreshälfte 2012 und im nächsten Jahr werde sich die Lage voraussichtlich bessern.

Der VDA rechnet in Westeuropa 2012 mit einem Marktrückgang von bis zu fünf Prozent auf 12,1 Millionen Autos. «Die Euro-Schuldenkrise hat auf unser Geschäft in Europa großen Einfluss», sagte Winterkorn. «Aber wir sind Gott sei Dank global aufgestellt.»

Das ist bei Opel anders. Die Abhängigkeit vom europäischen Markt wiegt schwer. «Dieser Realität müssen wir uns stellen», sagte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. Es herrscht kaum noch Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Angesichts der Eurokrise sei es nicht möglich, die Entwicklung vorherzusagen.

Entlastung erhofft sich der Manager von der Allianz zwischen dem Opel-Mutterkonzern GM und PSA Peugeot Citroën. «Wir sehen da viele Sparmöglichkeiten», sagte Stracke. Opel könne mit den Franzosen bei der Fahrzeugarchitektur und der Entwicklung zusammenarbeiten, vor allem aber beim Einkauf. Auch andere Hersteller kooperieren längst. Entsprechend gelassen reagieren sie auf die Allianz PSA/GM.

So kommentierte BMW-Chef Reithofer: «Die neue Allianz hat keine Auswirkungen auf unser Joint Venture und unsere Motorenkooperation.» Es gebe im Gegenteil Überlegungen, die Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern bei Motoren über die bisher vereinbarte Laufzeit bis 2015 hinaus zu verlängern. «Es besteht ein Interesse von beiden Seiten, beide Themen weiterzuverfolgen.» Auch für den US-Markt könne er sich einen Kooperationspartner vorstellen, sagte der Konzernchef. Dazu führe BMW Gespräche mit General Motors, unter anderem über das Thema Brennstoffzelle.

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