Arbeitslosigkeit Bei Ersatzjob zählt die Qualifikation nicht

Von Hendrik Roggenkamp
Arbeitslose mit Anspruch auf Arbeitslosengeld I müssen zwar nicht jeden Job annehmen. Je länger die Arbeitslosigkeit jedoch andauert, desto größere Zugeständnisse kann die Arbeitsagentur verlangen. Sonst drohen Konsequenzen.

Auch wenn es nicht jeder Job sein muss: Bei der Auswahl eines Ersatzjobs bleibt arbeitslos gewordenen Bundesbürgern nur wenig Entscheidungsfreiraum. Denn die bisherige Stellung und erreichte Qualifikation ist unerheblich. Der gelernte Elektriker beispielsweise muss auch eine Anstellung als Verkäufer in einem Baumarkt annehmen, und bisherige Abteilungsleiter dürfen eine Sachbearbeitertätigkeit nicht ablehnen.

Allerdings darf das Einkommen im neuen Job nicht «erheblich niedriger» sein als im alten, wie das Sozialgesetzbuch (Paragraf 121, Absatz 3 SGB III) vorschreibt. Es gilt eine Stufenregelung: In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit müssen Arbeitslose einen Einkommensabschlag von höchstens 20 Prozent hinnehmen, zwischen dem vierten und sechsten Monat ist auch ein Minus von 30 Prozent noch zumutbar. Vergleichsmaßstab ist das durchschnittliche Bruttoeinkommen der zwölf Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, das sogenannte Bemessungsentgelt.

Steuern und Fahrtkosten werden vom Bruttogehalt abgezogen

Dauert die Arbeitslosigkeit länger als sechs Monate, können Arbeitslose nur dann eine Stelle ausschlagen, wenn das Nettoeinkommen aus der neuen Beschäftigung niedriger wäre als das Arbeitslosengeld. Um das Nettoeinkommen zu ermitteln, werden nicht nur Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, sondern auch Fahrtkosten und Ausgaben für Arbeitsmittel vom Bruttogehalt abgezogen.

Absolute Untergrenze für ein zumutbares Einkommen ist ein Abschlag von 30 Prozent gegenüber dem ortsüblichen beziehungsweise tariflichen Lohn: Ein noch niedrigeres Entgelt wäre sittenwidrig.

Ein Arbeitsangebot kann auch unzumutbar sein, wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsort zu groß ist. So muss ein Arbeitsloser eine Vollzeitstelle nicht antreten, wenn er täglich mehr als zweieinhalb Stunden Fahrtzeit einkalkulieren müsste.

Zwangsumzug erst nach drei Monaten

Vor einem Zwangsumzug sind Arbeitslose in den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit in der Regel geschützt. Ab dem vierten Monat ist ein Umzug grundsätzlich zumutbar, sofern nicht familiäre Verpflichtungen gegen einen Umzug sprechen.

Aber auch von verheirateten Arbeitslosen kann die Arbeitsagentur verlangen, dass sie für eine Arbeit für bis zu sechs Monate ihren Wohnort verlassen. Die getrennte Haushaltsführung ist nur dann unzumutbar, wenn die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr gewährleistet wäre.

ham/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • ronny
  • Kommentar 3
  • 23.04.2013 00:35

MEINE GÜDDE disch soll4e mann mal wegen deiner rechtsschreibungg verklagen

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  • 0815
  • Kommentar 2
  • 18.02.2013 10:43

Die Staatliche Willkür ist groß seit den hartz IV Reformen. Aber wir alle dürfen ja nicht vergessen, es herrscht Fachkräftemangel. Lasst euch einfach nicht mehr länger verarschen und wählt mal was ganz anderres politisch nicht korrektes...

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  • Gayan
  • Kommentar 1
  • 09.02.2013 09:35

dazu braucht man wlhiarch keine wissenschaftler oder studie. dadf unter- oder mangelerne4hrung sich negativ auf das wachstum bei kindern auswirken, gehf6rt schon seit jahrenden zum allgemeinwissen. nur die hartz 4 verbrecher leugnen das, bzw behaupten frech und dreist mit dem regelsatz kf6nne man kinder gesund und ausreichend erne4hren. ffcr die hungerknete gibts eben nur fett und zucker. in einem ordentlichen rechtsstaat mfcsste man die ganze blase wegen kf6rperverletzung anklagen und verurteilen.

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