Kosmetik Beiersdorf gibt sich nach Konzernumbau zuversichtlich

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Beiersdorf gibt sich nach Konzernumbau zuversichtlich Bild: dpa

Hamburg - Beiersdorf-Chef Thomas B. Quaas bemühte sich bei seiner letzten Bilanz-Konferenz um Zuversicht und Optimismus. «Wir sind auf der Zielgeraden», verkündete er am Donnerstag in Hamburg.

«Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.»

Nun gelte es, auf den Märkten wieder anzugreifen, Umsätze und Rendite zu steigern. Das wird nicht mehr Quaas selbst machen, der mit Ablauf der Hauptversammlung am 26. April in den Aufsichtsrat wechselt. Sein Nachfolger Stefan F. Heidenreich ist bereits seit Januar als Vorstand bei Beiersdorf an Bord, war aber bei der Präsentation der Zahlen für das Vorjahr noch nicht dabei.

Beiersdorf hat das Sortiment gestrafft, Nebenmarken abgestoßen, die organisatorischen Abläufe optimiert und 1000 Arbeitsplätze gestrichen. «Wir haben dadurch Kräfte freibekommen, die wir in unsere Kernkompetenzen stecken können», sagte Quaas.

Die Kernkompetenz des Konzerns sei die Hautpflege. Die Weltmarke Nivea, die im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag feierte, ist das Flaggschiff des Konzerns, begleitet von der Apotheken-Marke Eucerin und einigen kleineren Labels wie Florena, 8x4, Labello und La Prairie. Bezogen auf den weltweiten Kosmetik-Markt seien im Bereich der Hautpflege die höchsten Zuwachsraten zu erwarten, versicherte Quaas.

Die Ziele für das laufende Geschäftsjahr sind jedoch relativ bescheiden: Der Kosmetik-Bereich des Konzerns soll im Gleichtakt mit dem Gesamtmarkt wachsen, das wären weltweit zwei bis drei Prozent. Der zweite Unternehmensbereich tesa, der ungefähr ein Fünftel zum Konzernumsatz von 5,6 Milliarden Euro beiträgt, soll etwas stärker zulegen. Damit käme dann für den Gesamtkonzern ein Umsatzwachstum heraus, das über dem Vorjahreswert von 2,1 Prozent liegt. Die Rendite soll sich ebenfalls verbessern. In den kommenden Jahren solle dann der Umsatz von Jahr zu Jahr stärker wachsen.

Ob es so kommt, steht in den Sternen. «Das ist ein brutaler Wettkampf draußen», sagte Quaas. Nivea hat auf vielen Märkten eine gute Position und wird in etlichen Ländern als einheimische Marke wahrgenommen. Aber die Konkurrenten wie L'Oreal, Procter&Gamble oder Henkel geben keinen Handbreit Boden preis. Besonders in den ausgereiften Märkten Europas und Nordamerikas ist kein Wachstum mehr zu verteilen. Das gibt es dagegen in Osteuropa, Lateinamerika und Asien. Der Anteil Europas und Nordamerikas am Umsatz ist entsprechend in den vergangenen fünf Jahren von 70 auf 54 Prozent gefallen.

Für die Aktionäre hatte Quaas zum Abschied noch ein Bonbon dabei: Sie erhalten auch für 2011 eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Aktie - obwohl der Gewinn mit 259 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 326 Millionen Euro lag.

news.de/dpa

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