Berufswahl Per Online-Test den Traumjob anklicken

Online-Tests für die Berufswahl (Foto)
Virtuell einen Schritt weiter: Mit Job-Tests im Netz können Jugendliche in ihren Traumjob hinein schnuppern. Bild: dpa

Der Ernst des Lebens beginnt spätestens in der neunten Klasse. Länger sollte man nicht warten, um sich Gedanken über seinen zukünftigen Beruf zu machen. Wer noch nicht weiß, was er mal machen will, dem können Internet-Tests helfen.

Pilot, Tierärztin oder Feuerwehrmann - für kleine Kinder ist das mit dem Traumberuf noch ganz einfach. Aber wenn man sich ein paar Jahre vor dem Schulabschluss zum ersten Mal ernsthaft Gedanken über seine Berufswahl machen muss, stehen viele plötzlich ratlos da. Eine erste Orientierung können Berufstests im Internet bieten. Doch die Auswahl ist riesig. Und  es sind auch einige schwarze Schafe dabei.

Wer die Schule mit Haupt- oder Realschulabschluss verlassen will, sollte sich schon mit 13 oder 14 Jahren zum ersten Mal mit seiner Berufswahl beschäftigen, rät Ilona Mirtschin, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. «Wenn ein Schüler erstmal gar keine Ahnung hat, welcher Beruf was für ihn sein könnte, dann ist so ein Berufstest sehr sinnvoll.»

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Doch wenn man in einer Internetsuchmaschine das Wort «Berufstest» eingibt, wird man von der Masse der Fundstellen regelrecht erschlagen. Versicherungen, Arbeitgeberverbände, Institute und Berufsberater werben dort für ihre Tests. Jeder Anbieter hat eigene Interessen: Einige wollen Azubis anlocken, andere Kontakt zu potenziellen Kunden aufnehmen.

Die Qual der Wahl

Um den richtigen Test für sich zu finden, müssen Interessierte wissen, was sie überhaupt erwartet - und was sie zu zahlen bereit sind. Einige sind vor allem für Hauptschüler, andere für Abiturienten und Uni-Absolventen. Einige Tests fragen nur nach persönlichen Interessen, andere nur nach Schulnoten oder Fähigkeiten. Gute Tests verbinden das alles, sagt Barbara Knickrehm, Sprecherin des Verbands für Bildungs- und Berufsberatung.

Welche Tests wirklich gut sind, ist für Schüler nur sehr schwer zu beurteilen. Einen Überblick bietet die Stiftung Warentest, die im März 2007 zahlreiche Berufstest-Programme unter die Lupe genommen hat. Die Testergebnisse sind zwar schon fünf Jahre alt. Doch den Anbietern, die damals gut abgeschnitten hätten, könne man auch heute noch vertrauen, ist sich Knickrehm sicher.

Der Test der Arbeitsagentur auf planet-beruf.de ist einer der bekanntesten und wird jeden Monat fast 300.000 Mal aufgerufen. Das Programm fragt zum Beispiel, was einem Spaß macht, welche Fähigkeiten besonders ausgeprägt oder wie die Schulnoten sind. Je nachdem, wie tief man ins Detail geht, dauert es zwischen 30 Minuten und zwei Stunden, alle Fragen zu beantworten. Am Ende listet der Computer aus 500 Berufen diejenigen auf, die gut zu einem passen könnten. Doch damit ist das Ende noch lange nicht erreicht.

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«Viele denken: Am Ende schlägt das Programm einen Beruf vor und der wird dann schon der richtige sein. Aber eine solche Erwartung kann kein Test erfüllen», erklärt Knickrehm. Wenn der Computer also zum Beispiel zehn mögliche Berufe vorschlägt, muss man mit dieser Liste weiterarbeiten.

Als Erstes müsse man sich über die vorgeschlagenen Berufe gründlich informieren. Die Arbeitsagentur hat in ihrem Internetangebot Berufenet zu jedem Job ausführliche Infos. «Oft bekommt man auch mehr Klarheit, wenn man mit den Eltern oder mit Freunden über die Ergebnisse spricht», berichtet Knickrehm. «Und zuletzt sollte man auf jeden Fall ein Praktikum in dem Beruf machen, um wirklich zu sehen, ob einem die Arbeit Spaß macht und ob man den Anforderungen gewachsen ist.»

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Vorsicht vor schwarzen Schafen

Wer einen Berufstest im Internet macht, lässt wirklich die Hosen herunter. Damit die Programme gute Ergebnisse liefern können, müssen sie natürlich nach ganz privaten Dingen wie Hobbys und Vorlieben fragen.

Doch solche Daten sind auch für schwarze Schafe eine Goldgrube - denn einige Firmen sind bereit, viel Geld für solche Informationen zu zahlen. Und am Ende wird man mit Werbung zugemüllt. «Manche Tests sind nichts als Bauernfängerei», sagt Barbara Knickrehm. Sie rät deshalb, nicht leichtfertig seine Post-Anschrift oder seine E-Mail-Adresse anzugeben. Für einen seriösen Test sei die E-Mail-Adresse schließlich völlig irrelevant.

sca/ham/news.de/dpa

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