Passivhaus Energiesparendes Bauen jetzt günstig wie nie

Passivhäuser  (Foto)
Ein Passivhaus kostet lange nicht mehr so viel wie Anfang der 1990er Jahren. Bild: dpa

Wer baut, kann nicht nur längerfristig Geld sparen. Passivhäuser reduzieren Heizkosten und sind in der Anschaffung mittlerweile preisgünstig zu haben. Selbst ohne staatliche Förderungen machen Häuslebauer ein gutes Plus.

Aus der Sicht des Bauexperten Ludwig Rongen hat sich das Passivhaus zu einer weltweit anerkannten Marke entwickelt. Egal ob als Ein- oder Mehrfamilienhaus, Klinik oder Altenheim - der Standard sei überall umsetzbar, sagt der Professor an der Fachhochschule Erfurt: «Es gibt keine Grenzen mehr - weder in der Größe noch in der Funktion.»

Rongen geht davon aus, dass angesichts steigender Energiepreise in den kommenden Jahren Passivhäuser im Aufwind sein werden. Die Mehrkosten seien zudem im Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau stark geschrumpft. Je nach Ausstattung sind nur noch mit fünf bis zehn Prozent höheren Baukosten zu rechnen. Denn viele Bauteile - wie die dreifach verglasten Fenster - würden mittlerweile in Serie hergestellt. «Kosteten diese Fenster anfangs noch das Zweieinhalbfache eines herkömmlichen Fensters, sind es heute nur noch etwa 10 bis 20 Prozent mehr», sagt Rongen. Die stärkere Dämmung erfordere zwar mehr Material, aber keinen zusätzlichen Arbeitsgang.

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Heizkosten sind niedrig

Pro Jahr dürfen bei einem Passivhaus höchstens 1,5 Liter Öl beziehungsweise 15 Kilowattstunden je Quadratmeter zum Heizen verbraucht werden. Für den niedrigen Verbrauch sorgen eine besonders starke Dämmung von Wänden und Fenstern sowie die Rückgewinnung der von Bewohnern und Elektrogeräten abgegebenen Wärme im Belüftungssystem. Zudem kommen die Häuser ohne klassische Heizung oder Klimaanlage aus. Im Sommer sorgen etwa Jalousien und Markisen dafür, dass sich ein solches Gebäude nicht zu stark erhitzt. Damit können im Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau mehr als 75 Prozent an Energie eingespart werden.

Wer energieeffizient baut, wird vom Staat gefördert und zwar über die Bankengruppe der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). «Ein Neubau, der den Anforderungen der Energieeinsparverordnung entspricht, erfüllt den gesetzlichen Mindeststandard. Gefördert wird, wer besser ist», erklärt KfW-Bereichsleiter Werner Genter. Beispiel: Ein KfW-Energieeffizienzhaus 70 benötigt nur 70 Prozent des Bedarfs an Jahresprimärenergie des gesetzlichen Mindeststandards für Neubauten, der ein KfW-Effizienzhaus 100 wäre.

Rongen zufolge gibt es in Deutschland und Österreich inzwischen mehr als 25.000 Passivhäuser. Das erste Passivhaus in Deutschland wurde 1991 errichtet. Gemessen an der Gesamtzahl der Neubauten sei der Anteil jedoch noch ausbaufähig. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes entfielen von den im Jahr 2010 mehr als 94.000 erteilten Baugenehmigungen für Wohngebäude nur knapp 500 auf Passivhäuser. Der Großteil waren Eigenheime. Bei Nichtwohngebäuden waren es von knapp 13.000 Baugenehmigungen nur 24 nach Passivhaus-Standard. Dieser Gebäudetyp wurde nach Angaben der Statistiker 2010 erstmals separat erhoben, Zahlen für 2011 liegen noch nicht vor.

rzf/ham/sca/news.de/dpa/dapd

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