Altersvorsorge So sehen Sie nicht alt aus

Altersvorsorge (Foto)
Verbraucherschützer warnen: Viele Anleger setzen bei der Altersvorsorge Tausende Euro in den Sand. Bild: dapd

Die Versicherungsbranche schlägt Alarm: Die Deutschen legen zu wenig Geld fürs Rentenalter zurück. Der Weg in die Altersarmut ist geebnet. Doch wer falsch vorsorgt, kann Tausende Euro in den Sand setzen. Wir zeigen, wie Sie die größten Fehler vermeiden.

Warum läuft die private Altersvorsorge häufig schief?

Viele Verbraucher beschäftigen sich nur ungern mit dem Thema. «Das wird so hoppla hopp gemacht», sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest. Dabei gehe es bei der Entscheidung für oder gegen einen Riester-Rentenvertrag um Zehntausende Euro, mehr als beim Kauf eines Autos oder eines Sofas. «Aber auf eine Altersvorsorge kann man sich nicht setzen», sagt der Verbraucherschützer. Diese sei für viele Verbraucher zu abstrakt, um sie mit demselben Herzblut anzugehen wie die Entscheidung im Möbelhaus.

Wieso fällt die Entscheidung so schwer?

Niels Nauhauser, Finanzexperte in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, kritisiert das Fehlen unabhängiger Beratung. Verkäufer stünden oft unter dem Druck, hohe Provisionen zu verdienen. Doch an erster Stelle müsse gute Beratung stehen, die auf die Bedürfnisse und die Lebenssituation des Einzelnen eingehe. Das komme aber in der Praxis viel zu kurz.

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«Die meisten werden von ihrem Bankberater angequatscht oder von Strukturvertrieben heimgesucht», sagt Nauhauser. Die wollten ihre Produkte verkaufen. Für viele Verbraucher sei es aber rentabler, erst einmal einen Kredit abzuzahlen, als eine Rentenversicherung abzuschließen, die mit hohen Kosten verbunden sei.

Woran sollten Verbraucher denken?

«Wer mehr weiß, ist klar im Vorteil», sagt Nauhauser. Informieren können sich Verbraucher über Ratgeberliteratur, eine Checkliste hält das Bundesverbraucherschutzministerium bereit. Die Verbraucherzentralen bieten Beratungen an, ebenso gibt es Honorarberater. Diese beiden Lösungen kosten zwar, jedoch kann mit der unabhängigen Beratung im Vorfeld viel Geld gespart werden.

Welche Formen der Altersvorsorge gibt es?

«Jede Form des Vermögensaufbaus ist auch Altersvorsorge», erklärt Nauhauser - egal ob Eigenheim, Festgeld, die Tilgung von Krediten, Bank- oder Bausparpläne oder der Kauf von Aktienfonds. Viele private Rentenversicherungsverträge, ob mit oder ohne Riester-Förderung, seien dagegen nach Abzug der Kosten nicht sonderlich rentabel und dafür zu unflexibel. Gleichwohl schließt er Riester-Renten oder eine betriebliche Vorsorge nicht grundsätzlich aus. Es komme auf den Einzelfall an.

Deutlich positiver beurteilt dagegen Chefredakteur Tenhagen die Riester-Rente, besonders wegen der staatlichen Förderung. Wer eine Immobilie kaufen wolle, sollte sich für das Bau-Riestern entscheiden, für Mieter käme ein Fonds- oder Banksparplan infrage.

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Woher soll ich wissen, wie viel Geld mir als Rentner fehlen wird?

Bei den meisten Bürgern dürfte allein die gesetzliche Rente nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Stiftung Warentest rechnet kostenlos aus, wie groß die Kluft zwischen dem letzten Nettoeinkommen im Berufsleben und der ersten Rentenzahlung sein wird.

sca/ham/rzf/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • hector
  • Kommentar 2
  • 20.04.2012 16:45

Private Renten- und Lebensversicherungen sind durch die Umstellung der Rentenbesteuerung unattraktiv geworden, rentierlichen Kapitalertrag bringen sie ja schon länger nicht mehr. Ich habe auch schon hin und her überlegt. Wenn ich heute in eine Renten- und Lebensversicherungen einzahle, wird sie bei Rentenbezug voll besteuert werden. Da ist es besser, man spart das Geld bei der Bank sicher an, z.B. in Festgeld oder Sparbriefen. Es gibt ja mittlerweile rentierliche Privatbanken, bei Sparkassen und Volksbanken bekommt man keine Zinsen. Das hat den Vorteil, dass das Geld bei Rentenbezug dann nicht mehr besteuert wird.

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  • helli
  • Kommentar 1
  • 28.02.2012 09:41

Nach meiner Meinung trägt auch der Staat viel zur geringen Altersvorsorge der Befölgerung bei !!! Weil er zur Monpolisierung von eigenen nicht für jede Altersstruktur gute Anlagen wie Rister usw.,mit der guter Verzinsung im Erlebensalter von ca.65 Jahre! Ich hatte eine private Rentenversicherung schon Jahre bevor Rister überhaupt daran dachte,diese wurde aber nie staatlich anerkannt und gefördert!Wenn doch Diese zur monatl. Rentenzahlung kommt und nicht durch Kapitalwahlrecht bar auf einmal ausgezahlt wird das ist doch Altersvorsorge !Man könnte doch auch verzinsung höher staatl.bewerden !!!

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