Wertpapiere Depotauszüge sorgfältig kontrollieren

Zum Jahresbeginn erhalten viele Besitzer eines Wertpapierdepots die Depotauszüge ihrer Bank. Ein genauer Blick auf die einzelnen Positionen ist wichtig, denn die Berechnungen können fehlerhaft sein.

Kopie von Kontoauszug: Angemessene Gebühr verlangen (Foto)
Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Wer sein Geld in Depots angelegt hat, sollte die jährlichen Auszüge genau unter die Lupe nehmen. Bild: dpa

Die Depotauszüge zu Wertpapierdepots erstellen die Banken mit dem Stichtag 31. Dezember und verschicken diese einmal jährlich per Post oder E-Mail. «Anleger sollten die Depotauszüge genau prüfen und Fehler umgehend bei der Bank reklamieren», sagt Roland Aulitzky vom Magazin Finanztest der Stiftung Warentest.

Auf den Auszügen finden sich alle wichtigen Informationen zu Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren im Depot. Häufig enthalten die Auszüge auch Angaben zu Fälligkeiten, beispielsweise bei Anleihen. So können Sparer erkennen, wann Gelder frei werden. Besonders wichtig ist, Investmentfonds regelmäßig zu überprüfen. «Nur gute Fonds bringen dauerhaft Rendite. Deshalb sollten Sparer prüfen, ob die Auswahl noch stimmt und schlecht laufende Fonds auswechseln», rät Aulitzky. Mindestens einmal jährlich sei das ohne Extragebühr möglich.

Privatkunden, die ihre Bank mit einer Vermögensverwaltung beauftragt haben, bekommen mindestens alle sechs Monate eine Übersicht zu ihren Transaktionen. Sie haben aber auch Anspruch darauf, alle drei Monate informiert zu werden. Bei Zu- oder Verkäufen verschicken die Banken zusätzlich eine Wertpapierabrechnung, die Angaben über entstandene Kosten wie Ausgabeaufschläge enthält. Sämtliche Provisionen und Auslagen muss die Bank auf Wunsch des Kunden genau aufschlüsseln.

Garantierte Überschüsse sind sicher

Bei privaten Rentenversicherungen verschicken die Gesellschaften jährlich eine Standmitteilung mit Angaben zur Ertragslage und der voraussichtlichen Rentenhöhe. Hier gilt in der Regel das Versicherungsjahr als Basis für die Berechnungen. Bei fondsgebundenen Versicherungen gibt es auch Angaben zum aktuellen Policenwert. Die Standmitteilung sollten Kunden ebenfalls genau prüfen.

Wichtig sind die Angaben zu Überschussbeteiligungen. Deren Höhe kann in jedem Jahr schwanken, da sie von den Zinssätzen abhängig ist. Sparer erfahren in der Mitteilung einmal jährlich, wie weit ihnen zusätzliche Überschüsse schon garantiert sind und wie hoch, wenn vereinbart, eine künftige Rente mit diesen Überschüssen sein wird.

«Auf diese Angaben können sich Sparer verlassen. Sie sind ihnen sicher, auch wenn sie den Vertrag künftig nicht mehr besparen», betont Aulitzky. Hochrechnungen über künftige Überschussbeteiligungen seien hingegen immer unverbindlich. Zudem informieren die Versicherer über den aktuellen Rückkaufswert der Police.

Angaben zu Abschluss- und Verwaltungskosten differieren

Sehr unterschiedlich sind die Angaben zu den Abschluss- und Verwaltungskosten. «Einige Versicherer informieren sehr genau, andere überhaupt nicht, da kein Rechtsanspruch darauf besteht», sagt Christian Gülich vom Bund der Versicherten. Dabei seien die Unterschiede enorm. Bei guten Versicherungen betrage der Kostenanteil nur 10 bis 15 Prozent des Beitrags, bei schlechten hingegen bis zu 40 Prozent. «Bei einer teuren Policen kann es sich lohnen, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, statt ihn zu kündigen und gegebenenfalls eine günstigere Versicherung abzuschließen», sagt Gülich.

Wenn die Gesellschaft bei Fragen zu den Standmitteilungen keine ausreichende Antwort gibt, können sich Kunden an den Ombudsmann wenden. Gleiches gilt bei Problemen mit den Banken. Privatbanken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken haben jeweils eigene Ombudsleute, die für die Kunden aktiv werden.

cvd/news.de/dapd

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