Jobmessen Stolpergefahr auf dem Weg nach oben

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Wer auf der Berufsmesse seinen Traumjob sucht, sollte kompetent auftreten und authentisch sein. Bild: dpa

Von news.de-Volontärin Annika Einsle
Karrieremessen bieten beste Gelegenheiten zur Jobsuche, halten aber auch allerhand Fettnäpfchen bereit. News.de verrät, was Sie bei einem Messebesuch dringend vermeiden sollten - und wie es besser geht.

Fast 300 Job- und Karrieremessen, Recruiting-Events und andere Berufsveranstaltungen finden jedes Jahr in Deutschland statt. Für Bewerber sind diese Events eine gute Chance, Kontakte in die Geschäftswelt zu knüpfen und sich ein Bild von den potenziellen Arbeitgebern zu machen. Wie präsentiert sich das Unternehmen? Wer arbeitet dort? Wie gehen die Mitarbeiter miteinander um, wie verhalten sie sich gegenüber Messebesuchern? Umgekehrt können sich Bewerber direkt vorstellen und ihre Chancen auf den Traumjob erhöhen.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O

Jobinteressierte sollten sich informieren, welche Unternehmen auf der Messe vertreten sind, und davon eine Handvoll auswählen, deren Stand sie besuchen möchten. Das ist hilfreicher, als vor Ort planlos drauflos zu laufen und dann ins Stottern zu kommen. Auch wenn ein Messebesuch lockerer abläuft als ein klassisches Bewerbungsgespräch, ist es ratsam, sich vorher einen möglichen Gesprächsablauf zu überlegen. Was möchte ich über mich erzählen? Welche Fragen könnten von den Firmenvertretern kommen? Wie sollte ich reagieren? «Auf jeden Fall sollte man in wenigen Minuten seine Qualifikationen und Kompetenzen darstellen können», sagt Victoria Tschirch vom Karriereportal Absolventa im Gespräch mit news.de.

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So klappt's bei der Jobmesse
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Zudem sollten Bewerber ihre Unterlagen mitbringen. Zwar verlangen viele Unternehmen heute ausschließlich Onlinebewerbungen. Aber mit einer Kurzbewerbung kann sich der Personaler einen guten ersten Eindruck verschaffen. Ein kurzes Anschreiben sollte ebenso wie ein aktueller Lebenslauf und ein Foto enthalten sein. Ist das Anschreiben speziell an das jeweilige Unternehmen gerichet, hinterlässt das einen besonders guten Eindruck, weiß Tschirch. Eine kreative Möglichkeit, auf der Messe einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, seien «Autogrammkarten»: Vorne Bild, Studiengang und Abschluss und hinten die wichtigsten Infos wie Schwerpunkte, Auslands- und Praxiserfahrung.

Ein wichtiger Punkt ist Tschirch zufolge das Outfit, das zur anvisierten Branche passen sollte. «Ein gepflegtes Äußeres ist ein Ausdruck von Respekt und noch immer gilt: Der erste Eindruck ist entscheidend.» Zu viel Make-up oder eine starke Parfümwolke kommen ebenso wenig an wie ein Dreitagebart oder ungepflegte Fingernägel. Und nichts ist peinlicher, als auf hohen Pumps durch die Messehalle zu stöckeln und ständig umzuknicken. Da ein solcher Tag mitunter sehr lang werden kann, empfiehlt sich bequemes und dem Event angemessenes Schuhwerk.

Für einige Messen können Termine im Vorfeld vereinbart werden. «Das wird insbesondere bei bekannten und attraktiven Arbeitgebern gemacht, wo das Gedränge am Messestand groß ist», weiß Tschirch. Wer Treffen im Vorfeld ausmacht, sollte beachten, dass sie sich zeitlich nicht überschneiden und genügend Puffer zulassen, um von einem Stand zum nächsten zu kommen. Denn weitere Tabus sind laut der Jobexpertin Mund- und Schweißgeruch. Wer keine Zeit zum Essen finde oder abgehetzt am Messestand ankomme, habe schon von Vornherein schlechte Karten. Mehr als fünf Gespräche pro Tag sollten es deshalb nicht sein.

Vor Ort richtig agieren

Auf der Messe ist es ratsam, nicht gleich als erstes den Stand des Traumarbeitgebers anzusteuern, sondern Kontaktanbahnung, Selbstpräsentation und Gespräch erst an anderen Ständen zu «üben». Das reduziert die eigene Nervosität und schult den Umgang mit eventuellen Rückfragen. Tipp: Bei weniger bekannten Firmen ist die Konkurrenz kleiner. Insbesondere Bewerber mit einem mittelmäßigen Abschluss dürften dort größere Chancen haben, während bei Global Playern wie Daimler oder Siemens die Auswahl an Bewerbern sehr groß ist.

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Als Gesprächseinstieg bietet sich an, sich kurz vorzustellen und zu erklären, an welchem Bereich Interesse besteht. Einen guten Ansatzpunkt bietet die aktuelle Berichterstattung über das Unternehmen in den Medien. Bewerbern sei jedoch geraten, gute Nachrichten anzusprechen. Schließlich sind sie an einem Job im Unternehmen interessiert. Konkrete Fragen zu stellen, zeigt Interesse. Sich den Namen des Gesprächspartners zu merken und ihn im Laufes des Gespräches direkt anzusprechen, schafft laut Tschirch zudem eine persönliche Ebene.

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist auf Jobmessen besonders wichtig. Schüchternheit ist hingegen genauso fehl am Platz wie ein zu forsches oder überhebliches Auftreten. Jobinteressierte sollten aufgeschlossen und höflich sein, sich nicht verstellen und jedem freundlich gegenübertreten - sowohl dem Personaler als auch der Hostess.

Nach der Messe ist vor dem Job

Bewerber sollten sich nach dem Messebesuch bei den Unternehmen ins Gedächtnis rufen, indem sie sich telefonisch oder per E-Mail für das Gespräch bedanken. Tschirch rät, bereits auf der Messe zu klären, wer sich wann bei wem meldet. «Wer nach dem vereinbarten Zeitpunkt nichts von dem Unternehmen hört, sollte nachfragen», sagt sie. Ist das Unternehmen interessiert, können alle weiteren Schritte besprochen werden.

Wann wo welche Messen veranstaltet werden, listet die Internetseite jobmesse-radar.de auf.

Weitere Tipps, wie es auf der Jobmesse klappt, finden Sie in unserer Bilderstrecke.

ham/rzf/news.de

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