EU Bericht: Teure Kapitalerhöhung für Unicredit

Die geplante Mega-Kapitalerhöhung wird für die italienische Großbank Unicredit laut einem Zeitungsbericht ein teures Unterfangen.

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Bericht: Teure Kapitalerhöhung für Unicredit Bild: dpa

Mailand/London (dpa) - Die geplante Mega-Kapitalerhöhung wird für die italienische Großbank Unicredit laut einem Zeitungsbericht ein teures Unterfangen.

Die Gebühren für die beratenden Investmentbanken liegen bei 2,5 bis 3 Prozent, wie die «Financial Times» unter Berufung auf einen hochrangigen Banker berichtet.

Bei ihren beiden Kapitalerhöhungen nach der Finanzkrise 2009 hatte die Bank lediglich 1 bis 1,75 Prozent bezahlt. Die neuerliche Kapitalerhöhung soll 7,5 Milliarden Euro frisches Geld in die Kasse spülen und so den Befreiungsschlag für Unicredit bringen. Zunächst müssen die Aktionäre aber im Dezember dem für sie schmerzhaften Schritt bei einer Hauptversammlung zustimmen. Die Unicredit hat einen besonders großen Kapitalbedarf: Die europäische Bankenaufsicht EBA hatte zuletzt bei der Bank einen Kapitalbedarf von 7,4 Milliarden Euro ausgemacht - den größten aller italienischen Institute.

Bei der Kapitalerhöhung lässt sich Unicredit von praktisch allen Instituten beraten, die im Investmentbanking Rang und Namen haben, beraten. Angeführt wird das Konsortium von der Bank of America, Merrill Lynch, Mediobanco und der Unicredit selbst. Weiterhin gehört auch die Deutsche Bank zum Beraterkreis.

Die Kapitalerhöhung gilt als entscheidender Schritt angesichts der Staatsschuldenkrise. «Das ist der wichtigste, systemrelevante Deal, an dem jeder von uns bislang gearbeitet hat», zitierte die Zeitung einen Investmentbanker. «Wir haben keine Illusionen über die Herausforderung.» Sollten die neuen Aktien nicht alle am Markt veräußert werden können, müssten die beteiligten Investmentbanken die Papiere in ihre Bücher nehmen. Das könnte für sie eine neue Verlustquelle werden. Bei der Unicredit ist man dennoch optimistisch: Aus dem Umfeld der Bank verlautete, das bereits rund 70 Prozent der Aktionäre bei der Kapitalerhöhung mitziehen wollten.

news.de/dpa

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