Bau Hochtief drohen rote Zahlen

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Hochtief drohen rote Zahlen Bild: dpa

Durch mögliche Verzögerungen beim geplanten Verkauf der lukrativen Flughafensparte drohen dem Essener Baukonzern Hochtief nun rote Zahlen für das Jahr Jahr 2011.

Essen (dpa) - Durch mögliche Verzögerungen beim geplanten Verkauf der lukrativen Flughafensparte drohen dem Essener Baukonzern Hochtief nun rote Zahlen für das Jahr Jahr 2011.

Sollte der Verkauf bis Ende kommenden Monats nicht mehr klappen, könnte das seit dem Sommer mehrheitlich zum spanischen Baukonzern ACS gehörende Unternehmen das zu Ende gehende Jahr mit einem Konzernverlust von rund 100 Millionen Euro abschließen, kündigte Hochtief-Chef Frank Stieler am Montag in Essen an. Vor Steuern werde in diesem Fall ein Verlust im «niedrigen zweistelligen Millionenbereich» erwartet, hieß es. An der Börse brach die Hochtief-Aktie am Vormittag um fast zehn Prozent ein.

Noch vor kurzem hatte sich das Hochtief-Management optimistisch gezeigt, den Verkauf der Sparte noch 2011 abschließen zu können. Mit den Einnahmen sollten vor allem hohe Verluste der australischen Tochter Leighton ausgeglichen werden, die zum Jahresbeginn tief in die roten Zahlen gerutscht war.

Zu weiteren Belastungen im laufenden Jahr könnten auch Projekte in Griechenland und Chile führen. Es werde wegen der Straßenbauprojekte zu Wertberichtigungen im vierten Quartal kommen, sagte Stieler. Eine Größenordnung nannte der Hochtief-Chef nicht.

Stieler zeigte sich jedoch weiter zuversichtlich, den Flughafen-Verkauf «in naher Zukunft» unter Dach und Fach zu bringen. Hochtief stehe mit den Interessenten weiter in intensiven Verhandlungen, betonte er. Für die Verzögerungen machte das Unternehmen die veränderte gesamtwirtschaftliche Situation verantwortlich.

Eine Absage des Verkaufs stehe nicht zur Debatte. «Ich sehe nicht, dass wir den Verkauf der Flughafenbeteiligung abblasen müssen», sagte Stieler. «Wir haben bindende Angebote für die Flughafen-Sparte.» Bereits 2009 hatte Hochtief wegen eines verschlechterten Börsenumfelds den Börsengang seiner Tochter Concessions abgesagt, zu der auch das Flughafen-Geschäft gehört.

Dank seiner wieder erstarkten australischen Tochter Leighton hatte Hochtief im dritten Quartal des Geschäftsjahres einen Gewinnsprung verzeichnen können. Der Vorsteuergewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 129 Millionen auf 333 Millionen Euro, der Konzerngewinn erhöhte sich von 54,6 Millionen Euro auf 98,7 Millionen Euro.

Dadurch konnten die Verluste aus dem ersten Halbjahr jedoch nicht vollständig ausgeglichen werden. Unterm Strich musste das Unternehmen für die ersten neun Monate einen Konzernverlust von 57 Millionen Euro verbuchen. Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um 10,9 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro, während der Auftragseingang um 16,6 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro schrumpfte.

Hochtief hat das Flughafen-Geschäft in seiner Sparte Concessions gebündelt und hält über sie Minderheitsanteile an den Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Athen, Sydney, Budapest und Tirana. Anfang September war der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport aus dem Bieterkreis ausgestiegen. Übrig geblieben sind Kreisen zufolge der französische Baukonzern Vinci und die chinesische HNA Group. Nähere Angaben zu den Kaufinteressenten wollte Stieler nicht machen.

Für 2012 ist Hochtief vor dem Hintergrund geplanter Anteilsverkäufe optimistisch. Neben dem Flughafengeschäft soll auch für die Anteile an der Immobilien-Gesellschaft Aurelis Real Estate ein Käufer gefunden werden. Durch diese Sondereffekte würden Vorsteuerergebnis und Konzerngewinn jeweils deutlich über dem bisherigen Rekordergebnissen aus 2010 liegen, hieß es. Für 2010 hatte Hochtief beim Konzerngewinn den bisherigen Rekordwert von 288 Millionen Euro erzielt. Das Vorsteuerergebnis hatte bei 757 Millionen Euro gelegen.

news.de/dpa

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