Einkommen Studie: Lohnplus gleicht Inflation oft nicht aus

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Studie: Lohnplus gleicht Inflation oft nicht aus Bild: dpa

Trotz florierender Wirtschaft haben sich die Realeinkommen vieler Arbeitnehmer nach einer Studie zuletzt verringert. Von 2000 bis 2010 sanken demnach die Stundenlöhne brutto im Durchschnitt um 2,3 Prozent.

Berlin (dpa) - Trotz florierender Wirtschaft haben sich die Realeinkommen vieler Arbeitnehmer nach einer Studie zuletzt verringert. Von 2000 bis 2010 sanken demnach die Stundenlöhne brutto im Durchschnitt um 2,3 Prozent.

Betrachtet man die Nettolöhne, so steigen sie in dem Zehnjahreszeitraum um 1,4 Prozent, wie das DIW in der am Mittwoch vorgelegten Untersuchung vorrechnete. Dabei machten sich positive Effekte bei Steuern und Sozialabgaben bemerkbar.

Die Entwicklung bei den monatlichen Einkommen sieht laut DIW teilweise noch ungünstiger aus. Dabei kommt der Trend zur Teilzeitarbeit zum Tragen, der den Durchschnittsverdienst in der Statistik drückt. Gemessen an der Kaufkraft hat sich das Bruttomonatseinkommen von Angestellten seit 2005 im Durchschnitt um 7 Prozent reduziert, wie die Forscher errechneten. Sie verwiesen aber auch auf eine gegenläufige Entwicklung: Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 33,4 auf 35,3 Millionen Menschen.

Als Ausgangswert nahm die Studie die Löhne von 2005 und rechnete von dort fünf Jahre zurück und fünf Jahre nach vorn - wobei die Inflation jeweils herausgenommen wurde, um die Kaufkraft der einzelnen Jahre vergleichbar zu machen. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen aller abhängig Beschäftigten lag laut DIW-Berechnung im Jahr 2005 bei 2087 Euro. Fünf Jahre später habe es real nur noch 1941 Euro erreicht.

Nach der DIW-Studie, die den Zeitraum 2000 bis 2010 erfasste, blieb in der ersten Hälfte des Jahrzehnts vor allem den Empfängern geringer Monatsgehälter weniger in der Tasche. «Ihre Bruttoverdienste nahmen real ab.» Wer ohnehin schon besser verdiente, konnte zwischen 2000 und 2005 dagegen noch zulegen. Diese Entwicklung änderte sich dann: «In den letzten fünf Jahren mussten aber fast alle Arbeitnehmer real sinkende Monatsverdienste hinnehmen, nur die Höchstverdiener nicht», heißt es in dem DIW-Bericht.

Für die Berechnungen des DIW wurden im Wesentlichen die Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) verwendet, die von TNS Infratest per regelmäßiger Haushaltsbefragung erhoben werden. Diese Befragung umfasst auch Teilzeitarbeit, Zeitarbeit und befristete Verträge.

Die Industriegewerkschaft Metall wies darauf hin, das die Entwicklung der Tariflöhne «deutlich besser» aussehe. Und diese hätten für 61 Prozent aller Beschäftigten Gültigkeit. So seien die Tarifentgelte in der Metall- und Elektroindustrie im Zeitraum 2000 bis 2011 um 32,5 Prozent gestiegen.

DIW-Studie zu Lohnentwicklung 2000-2010

news.de/dpa

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