Energiekosten Wärme im Winter wird richtig teuer

Heizen wird teurer (Foto)
Nicht nur bei Gasheizung droht eine Preissteigerung. Auch Strom, Heizöl und Fernwärme werden im Winter 2011 teurer. Bild: dapd

Bis zu 150 Euro Mehrkosten müssen 4-Personen-Haushalte einkalkulieren, wenn die Heizung mit Gas betrieben wird. Doch auch sonst sind die Preise deutlich gestiegen. Nachzahlungen bei der Abrechnung sind damit vorprogrammiert.

Zwei Pullover anziehen und in eine Wolldecke wickeln? Das mag ein übertriebener Tipp zum Energiesparen sein, doch mancher Bundesbürger wird sich überlegen, ob er die Heizung im Winter voll aufdreht. Aribart Peters vom Bund der Energieverbraucher rät: Für diesen Winter sollten schon jetzt zehn bis 15 Prozent Mehrausgaben für Energie einkalkuliert werden.

Nachdem die Kunden bereits im vergangenen Winter rund 20 Prozent mehr Geld für Heizöl bezahlen mussten, und auch die Preise bei Gas um vier Prozent, die für Fernwärme um sechs Prozent und für Strom um neun Prozent stiegen, haben die Anbieter weiter an der Preisschraube gedreht. Seit August stieg der Heizölpreis um knapp fünf Prozent auf gut 83 Euro für 100 Liter, wie Experte Oliver Klapschus vom Online-Portal Heizoel24 vorrechnet. Bei Vier-Personen-Haushalten könnte die Gasrechnung um 144 Euro höher ausfallen.

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Die Entwicklung beim Strom lasse ebenfalls auf weiter steigende Preise zum Jahreswechsel schließen, sagt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. Seit dem Jahr 2000 seien die Energiepreise fast «schnurstracks» nach oben gegangen: «Strom ist heute in Cent so teuer wie 1998 in Pfennig, kostet also 100 Prozent mehr.»

Um der Kostenspirale entgegenzuwirken, rät Peters zu einem Anbieterwechsel bei Gas und Strom. Bis zu 380 Euro Ersparnis seien allein schon drin, wenn Kunden von der Grundversorgung zu einem günstigeren Gasversorger wechseln, hat Check24 berechnet. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stecken nach wie vor 90 Prozent der 20 Millionen Gaskunden in zu teuren Tarifen.

Wie Sie den Stromanbieter richtig wechseln und worauf es ankommt, lesen Sie hier.

Problemlos wechseln kann aber nur, wer in den eigenen vier Wänden wohnt oder eine Gasetagenheizung hat. Knapp neun Millionen Haushalte sind dagegen auf den guten Willen ihres Vermieters angewiesen. Sie wohnen in Mehrparteienhäusern, in denen die Heizkosten meist über einen einzigen Zähler abgerechnet und umgelegt werden.

In diesem Fall sei es ratsam, den Vermieter oder Hausverwalter zum Umstieg auf einen günstigeren Anbieter aufzufordern und sich auf geltendes Recht berufen, sagt Beate Zurek vom Mieterverein München. Denn: Betriebskosten müssen laut Paragraf 560 des Bürgerlichen Gesetzbuches niedrig gehalten werden. Dem gleichen Grundsatz sind Vermieter von ölbeheiztem Wohnraum verpflichtet.

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ham/sca/rzf/news.de/dapd

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