Energie War drohende Teldafax-Pleite Behörden bekannt?

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War drohende Teldafax-Pleite Behörden bekannt? Bild: dpa

Bei der Insolvenz der Pleitefirma Teldafax stehen nun die Finanzbehörden am Pranger. Sie sollen frühzeitig von der Finanzklemme des Billigstromanbieters gewusst haben, ahnungslose Verbraucher gingen dagegen beim Anbieterwechsel dem inzwischen zahlungsunfähigen Unternehmen in die Falle.

Düsseldorf (dpa) - Bei der Insolvenz der Pleitefirma Teldafax stehen nun die Finanzbehörden am Pranger. Sie sollen frühzeitig von der Finanzklemme des Billigstromanbieters gewusst haben, ahnungslose Verbraucher gingen dagegen beim Anbieterwechsel dem inzwischen zahlungsunfähigen Unternehmen in die Falle.

Einen entsprechenden Bericht der «Süddeutschen Zeitung» vom Dienstag wollte das Hauptzollamt Düsseldorf zwar nicht kommentieren, bestätigte aber auf Nachfrage, einen Prüfbericht für das Hauptzollamt Köln erstellt zu haben. Zum Inhalt wurden mit Hinweis auf das Steuergeheimnis keine Angaben gemacht. Das Hauptzollamt erhebt unter anderem die Energiesteuer.

Der interne Prüfbericht vom September 2009, auf den sich das Blatt berief, habe alarmierende Ergebnissen ans Licht gebraucht. Der Discounter aus Troisdorf bei Bonn, der dem Fiskus schon damals 28,3 Millionen Euro schuldete, habe so gut wie kein Vermögen mehr gehabt. Teldafax galt als «bilanziell überschuldet». Laufende Kosten hätte das Unternehmen mit den Vorauszahlungen von neuen Kunden finanziert. Maßnahmen zur Beseitigung der Notlage seien nicht umgesetzt worden. Im Juni dieses Jahres meldete Teldafax schließlich Insolvenz an. Es ist vermutlich das bislang größte Verfahren in Deutschland.

Sein brisantes Wissen habe der Staat aber für sich behalten und Hunderttausende Verbraucher in eine Falle laufen lassen, schrieb die Tageszeitung weiter. Dabei hätte es durchaus die Möglichkeit gegeben, Verbraucher vor unseriösen Anbietern zu schützen. Das Hauptzollamt Köln war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Seit einiger Zeit ermittelt auch die Bonner Staatsanwaltschaft wegen möglicher Insolvenzverschleppung und Betrugs gegen ehemalige Verantwortliche des Unternehmens.

Verbraucherschützer hatten die Stromkunden in den vergangenen Monaten und Jahren bei einem Anbieterwechsel immer wieder vor Tarifen mit Vorkasse gewarnt. Denn bei einer möglichen Insolvenz, wie jetzt im Fall von Teldafax, seien die geleisteten Zahlungen meist verloren. Teldafax soll nach Einschätzung der Gläubigerschutzvereinigung Deutschland seinen Kunden vorsichtig gerechnet mindestens eine halbe Milliarde Euro schulden.

Der Insolvenzverwalter Biner Bähr wird am 8. November dieses Jahres auf einer Gläubigerversammlung in Köln über die Details, die zum Zusammenbruch von Teldafax führten, informieren. Zum Prüfbericht der Finanzbehörden wollte sich der Insolvenzrechtler und Partner der Kanzlei White & Case nicht äußeren. Wir «kommentieren Medienberichte grundsätzlich nicht», sagte sein Sprecher.

news.de/dpa

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