Banken Britische Banken müssen reformieren

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Britische Banken müssen reformieren Bild: dpa

Die britischen Banken müssen sich einer teuren Reform unterziehen und ihr ertragreiches, aber gefährliches Investmentbanking stärker vom Privatkundengeschäft trennen.

London (dpa) - Die britischen Banken müssen sich einer teuren Reform unterziehen und ihr ertragreiches, aber gefährliches Investmentbanking stärker vom Privatkundengeschäft trennen.

Dies empfiehlt eine von der Regierung eingesetzte Kommission unabhängiger Bankenexperten (ICB), deren Abschlussbericht am Montag in London vorgelegt wurde. Die Regierung will sich an diese Empfehlungen halten. Allerdings haben die Banken bis zum Jahr 2019 für die Umsetzung der Vorgaben Zeit. Kritiker vermuten, dass die Regelungen bis dahin wieder aufgeweicht werden könnten.

Die volle Umsetzung der Pläne würde den britischen Bankensektor laut Bericht jährlich bis zu sieben Milliarden Pfund (8,14 Mrd Euro) kosten. Schatzkanzler George Osborne bezeichnete den Bericht als beeindruckenden Schritt hin zu einem neuen Bankensystem in Großbritannien. Er wolle sich an die Vorgaben halten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Unite verurteilte die Pläne: Die überfällige Reform werde wegen der Frist bis 2019 auf die lange Bank geschoben.

Die Märkte reagierten am Montag umgehend auf die Veröffentlichung des lange erwarteten Reports. Die Aktien der teilverstaatlichten Banken Royal Bank of Scotland und Lloyds Banking Group fielen um bis zu vier Prozent, ebenso wie die von Barclay's. Die Papiere von HSBC sanken um zwei Prozent.

Der Bericht sieht vor, dass nur noch Banken, die Einlagengeschäft und Investmentbanking klar trennen, überhaupt für Privatkundengeschäfte zugelassen werden dürfen. Investmentarm und Einlagenarm müssen unabhängige Vorstände haben.

Daneben wurden den auch größere Kapitalpuffer zur Abfederung möglicher Verluste auferlegt. Der Maßnahmenkatalog sei härter ausgefallen, als zunächst angenommen, erklärten Analysten. Der Leiter der unabhängigen Kommission, John Vickers sagte, die Maßnahmen machten es einfacher und billiger, in Schwierigkeiten geratene Banken notfalls zu retten, ohne den Steuerzahler ins Boot holen zu müssen.

Die Reform ist eine Folge der Bankenkrise des Jahres 2008: Damals mussten mehrere Banken, darunter die Groß-Institute Lloyd's und Bank of Scotland, vom Steuerzahler mit Milliardenhilfen vor der Pleite gerettet werden. Die Banken sind auf dem Weg der Besserung, allerdings leidet die stark vom Finanzsektor abhängige britische Wirtschaft noch heute unter den Milliardenverlusten.

Abschlussbericht ICB

news.de/dpa

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