Finanzen Mindestkurs für Schweizer Franken

Schweizer Nationalbank setzt Mindestkurs zum Euro fest (Foto)
Schweizer Nationalbank setzt Mindestkurs zum Euro fest  Bild: dpa

Der Schweizerischen Nationalbank geht die jüngste leichte Schwächung des Frankens noch nicht weit genug. Sie hat nun einen Mindestkurs zum Euro festgelegt. Der Höhenflug des Franken hatte die Schweizer Wirtschaft zuletzt massiv belastet.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat auf die jüngste Rekordjagd des Schweizer Franken reagiert und einen Mindestkurs zum Euro festgelegt. Die Notenbank toleriert laut einer Mitteilung am Devisenmarkt keinen Euro-Franken-Kurs unter einem Mindestwert von 1,20 Franken.

Dies sei eine weitere Maßnahme gegen die Überbewertung des Franken, hieß es. Nach der Ankündigung schoss der Eurokurs schlagartig in die Höhe und notierte bei über 1,19 Franken. Am Morgen hatte der Wechselkurs bei unter 1,11 Franken gelegen. Zur Durchsetzung des gesetzten Kurszieles sei die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen, hieß es in der Mitteilung.

Allerdings sei der Franken auch bei einem Eurokurs von 1,20 noch hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen, schrieb die SNB weiter. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die Nationalbank weitere Maßnahmen ergreifen.

Leitwährung
Geld regiert die Welt

Die Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB), den Franken an den Euro zu koppeln, hat am deutschen Aktienmarkt für einen Kurssprung gesorgt. Der DAX gewann zwischenzeitlich mehr als ein Prozent, dann fielen die Kurse aber wieder zurück. Gegen 10.35 Uhr verzeichnete der deutsche Leitindex noch ein Plus von 0,5 Prozent auf 5.269 Punkte. Der MDAX gewann 0,2 Prozent auf 8.418 Zähler. Der TecDAX lag 0,1 Prozent im Minus bei 696 Punkten.

Der Euro gewann nach der Bekanntgabe der SNB-Entscheidung ebenfalls binnen kurzer Zeit deutlich an Wert. Am Morgen hatte die Gemeinschaftswährung noch bei 1,4060 Dollar gelegen. Die Koppelung der Währung katapultierte den Euro zwischenzeitlich auf 1,4220 Dollar, doch dann fiel er wieder zurück. Gegen 10.40 Uhr kostete ein Euro 1,4183 Dollar.

Die SNB hatte sich zu dem Schritt entschlossen, um den drastischen Anstieg des Franken zu stoppen, der zur Gefahr für die Schweizer Exportindustrie zu werden drohte. 

Der starke Franken hatte in der vergangenen Zeit die Wirtschaft der Schweiz belastet, vor allem der Export musste Einbußen hinnehmen. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Arbeitslosen steigt. 

Auch drückt er auf das Preisgefüge in der Schweiz. In den grenznahen Regionen kaufen die Konsumenten lieber im Euroraum, obwohl dort auch der Schweizer Einzelhandel vereinzelt bereits seine Waren zum Eurokurs anbietet.

Der größte Einzelhändler der Schweiz, die Migros, senkt ab Montag die Preise von über 500 Markenartikeln - als Reaktion auf den starken Franken. Erste Verhandlungen mit Lieferanten seien erfolgreich verlaufen, erklärte der Großverteiler. Die Nummer Zwei des Landes, Coop, hat sogar Waren aus den Regalen genommen, weil er sich mit den Lieferanten nicht auf Preissenkungen hat einigen können. 

san/roj/news.de/dpa/dapd

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