Eurokrise Deutschland, Deine Währungen

Währungswechsel in Deutschland (Foto)
Bruce Cason hält 1400 D-Mark in der Hand, die er anschliessend in der Bundesbank gegen Euro-Noten umtauscht. Bild: ap

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Das Ende naht: Jeder dritte Deutsche glaubt, dass es den Euro 2021 nicht mehr gibt. Unmöglich ist das nicht. In 140 Jahren gab es in Deutschland fünf Währungen - im Osten sogar sechs. Für viele Münzen gab es Kosenamen, nur der Euro, der hat keinen.

Geld ist nicht für die Ewigkeit gemacht und Sparen ohnehin irgendwie doof. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Ist die Spardose erst voll, gibt es schon wieder eine neue Währung. Grob gesagt. Denn: Seit 1871 gab es in Deutschland fünf Währungen: die Goldmark, die Rentenmark, die Reichsmark, die deutsche Mark / DDR-Mark und den Euro. Und rund 33 Prozent der Deutschen glauben, dass es auch der Euro nicht mehr lange machen wird. In zehn Jahren ist Schluss mit der Einheitswährung, vermuten sie.

Rein statistisch gesehen hat der Euro aber noch einige Jahre vor sich. 140 Jahre deutsche Währungsgeschichte, fünf Währungen. Das macht im Schnitt alle 28 Jahre ein neues deutsches Geld. Wer da auf die Spardose setzt, steht später in der Bank Schlange und muss umtauschen - und das mit Verlust. Jedes Pfennig-Stück, das Oma für unsere Hochzeitsschuhe gespart hatte, war so 2001 plötzlich gefühlt nur noch die Hälfte wert. Ein Pfennig war ein halber Cent, nicht einmal mehr eine ganze Münze.

Bloß nicht sparen!
Das Auslaufmodell in der Spardose

Der arme Heinrich und der Heiermann

Besonders skeptisch sind übrigens die Ostdeutschen gegenüber dem Euro. 41 Prozent trauen der Währung keine lange Leidenszeit mehr zu. Kein Wunder: Weil die ehemalige DDR zur BRD dazu kam, hatten die Menschen in den neuen Bundesländern zehn Jahre lang auch die D-Mark. Macht für die Ost-Länder sechs Währungen in 140 Jahren und durchschnittlich nur 23,3 Jahre pro Währung. 

Auf ein Leben umgerechnet bedeuten diese Zahlen: Deutsche Währungen machen gerade einmal das Studium fertig, dann ist Sense. Kein Einstieg in den Beruf (wundersame Geldvermehrung), kein gemütliches Rentenalter (Leben von den Zinsen). Kein Wunder, dass die Laune sinkt.

Doch das schwierige Verhältnis zum Euro lässt sich nicht nur an der Umfrage erkennen. Für die Deutsche Mark hatten wir Spitznamen, kleine Kosenamen. Da gab es den Groschen, das Zehn-Pfennig-Stück, und den Heiermann, das Fünf-Mark-Stück. Wie nennen wir den Euro? Gar nicht. Ab und zu vielleicht Teuro, durchgesetzt hat sich der Name aber nicht. Dabei hatte selbst das ungeliebte Vier-Pfennig-Stück aus der Weimarer Republik einen Spitznamen: Armer Heinrich. 

Deutsche Währungen mit einem eigenen Denkmal und die Idee von der Roggenmark: Kuriose Geschichten rund um deutsches Geld sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

iwi/cvd/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • toni
  • Kommentar 2
  • 19.08.2011 21:43

Karlheinz du hast zu 100% recht.Da kann man nur noch auswandern so wie ich Rentner nach Thailand.Dort kann ich mit meiner Rente vieeeeeeel guenstiger leben.Die voraussetzungen fuer einen staendigen Thai Aufenthalt erfuelle ich locker

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  • karlheinz barthel
  • Kommentar 1
  • 17.08.2011 10:52

Den Euro wird es nicht merhr lange geben, weil in den Beamtentürmen zu viel Koruption und Geldverschwendung stattfindet ( Zeitungsartikel). Außerdem kann ein Land ( D ) nicht alle Krisenherde auf der Welt bezahlen oder unterstützen! Für Schulen und Lehrer, sowie die Bauten ist kaum Geld da.In Deutschland schlafen Menschen unter Brücken,werden die Diäten der Abgeordneten um horrende Summen erhöht. Will nich unzufrieden sein, habe auch 1,3% mehr lohn bekommen, naja die Krankenkassenbeitäge haben es wieder aufgefressen, weil ja die Glaspaläste geputzt werden müssen. Es gibt vieles zu beanstanden.

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