Kreditauskunft
Die Arbeit der Schufa

Jeder Bankkunde kennt sie, jeder Verbraucher kann inzwischen nachprüfen, welche Daten sie über ihn gespeichert hat: die Schufa mit Sitz in Wiesbaden. News.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Auskunftei.

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Kredit-Glossar
Zentrale Begriffe
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  • Auch das Darlehen basiert auf dem Prinzip der Geldleihe. Eine genaue Abgrenzung zum Kredit gibt es nicht, dieser gilt jedoch meist als der weitere Begriff. Im Sprachgebrauch hat sich außerdem einbürgert, vor allem dann von einem Darlehen zu reden, wenn es um sehr große Geldsummen geht.

  • Der Zins ist der Preis dafür, dass ein Kredit gewährt wird, also Geldinstitute eine Summe über einen bestimmten Zeitraum unter der Bedingung der Rückzahlung bereitstellen. Die Höhe des Zinses hängt von der Laufzeit des Kredites, den Bedingungen am Markt und der Bonität des Kreditnehmers ab.

  • Generell wird zwischen Normal- und Effektivzins unterschieden. Der Normalzins bezeichnet den für die überlassene Kreditsumme vertraglich festgelegten Zinssatz. Dieser wird in Prozent pro Jahr angegeben. Der Effektivzins beinhaltet den Normalzins, hinzu kommen unter anderem Bearbeitungsgebühren und etwaige Zuschläge für Ratenzahlung. Er weist aus, wie viel ein Kredit tatsächlich kostet.

  • Die Bonität oder auch Kreditwürdigkeit einer Person entscheidet darüber, ob ihr ein Kredit gewährt wird oder nicht. Es ist die Fähigkeit des potenziellen Kreditnehmers, die überlassene Summe inklusive der Zinsen fristgerecht zu tilgen. Dafür spielen das frei verfügbare Einkommen und die Schufa-Auskunft eine Rolle.

  • Das frei verfügbare Einkommen ist jenes Kapital, das nach Abzug aller Lebenshaltungskosten von den beruflichen Einkünften einer Person übrig bleibt. Dieses muss nach Bonitätsgesichtspunkten ausreichend hoch sein, um die Kreditraten begleichen zu können.

  • Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) speichert als deutsche Wirtschaftsauskunftsdatei die Schuldendaten der Deutschen, um sie kreditgebenden Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Diese finanzieren die Schufa und melden sämtliche Transaktionen, von der Kontoeröffnung bis zur Kreditaufnahme, um sie bei Bedarf zur Prüfung der Bonität wieder einzuholen und sich so vor Kreditausfällen zu schützen.

  • Die Laufzeit bezeichnet den Zeitraum zwischen Kreditaufnahme bis zur kompletten Tilgung der Schuld. Am Umfang der Laufzeit orientiert sich die Höhe der zu zahlenden Raten. Je länger der Kredit gewährt wird, desto niedriger fallen die Teilbeiträge aus. Jedoch erhöht sich gleichzeitig das Zinsvolumen.

  • Nicht zu verwechseln mit der Laufzeit ist die Zinsbindungsfrist. Sie umfasst den Zeitraum, für den der vereinbarte Zinssatz unabhängig von Marktzinsentwicklungen festgeschrieben ist. Er kann der Kreditlaufzeit entsprechen, aber auch kürzer ausfallen. Nach Ablauf wird dann eine neue Zinsvereinbarung getroffen.

  • Die meisten Kredite werden in Raten beglichen. Diese setzen sich aus Tilgung und Zinsen zusammen. Die Tilgung ist jener Teilbetrag der Kreditsumme, der mit jeder Rate zurückgezahlt wird. Dadurch schmälert sich die noch zu begleichende Restschuld, auf die die Zinsen berechnet werden. Diese sinken folglich mit fortschreitender Laufzeit.

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    Seit wann gibt es die Schufa und wie ist sie organisiert?

    Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) wurde 1927 in Berlin gegründet. Die Schufa ist heute ein privates Unternehmen in Form einer nicht börsennotierten Aktiengesellschaft. Neben der Schufa gibt es noch andere größere Auskunfteien, zum Beispiel Creditreform und Bürgel.

    Was macht die Schufa?

    Die Schufa sammelt Daten über Verbraucher und Unternehmen. Ihr Bestand beläuft sich laut eigenen Angaben auf 440 Millionen Informationen zu 65 Millionen Personen. Diese Daten dürfen Vertragspartner der Schufa einsehen, wenn sie ein berechtigtes Interesse nachweisen - also etwa, wenn es um die Vergabe eines Kredits geht oder ein Unternehmen bei einer Lieferung in Vorleistung geht. Die Schufa hat derzeit knapp 5000 Vertragspartner, unter anderem Banken, Versandhändler und Telekommunikationsunternehmen.

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    Die Gesetze in Deutschland untersagen Auskunfteien wie der Schufa nicht, personenbezogene Daten zu sammeln und zu bewerten, ob ein Verbraucher seine Rechnungen pünktlich bezahlen will oder kann. Einschränkungen gibt es dennoch. So schreibt der Gesetzgeber konkret vor, welche Informationen zur Berechnung der Kreditwürdigkeit herangezogen werden dürfen.

    Welche Informationen speichert die Schufa?

    Die Schufa speichert zunächst alle Angaben zur Person wie Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift und Voranschrift. Weiter erfasst sie auch Daten über Bankkonten, Mobilfunkkonten, Kreditkarten, Leasingverträge, Ratenzahlungsgeschäfte, Kredite sowie Bürgschaften. Zusätzlich zu diesen Informationen werden auch diejenigen Daten gespeichert, die jeweils damit zusammenhängen. So etwa die Laufzeit der Kredite, Zahlungsstörungen oder Kündigung. Daneben wird gespeichert, ob eine Kreditkarte eingezogen oder ein Konto von der Bank gekündigt wurde.

    Außerdem erfasst die Schufa auch Daten, die mit Vollstreckungsmaßnahmen zusammenhängen: so die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung, einen Haftbefehl, die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens oder aber dessen Abweisung. Nicht gespeichert werden dürfen Daten zum Familienstand, zum Arbeitgeber, zu Einkommen und Vermögen und zu Depotwerten.

    Welche Informationen speichert die Schufa nicht?

    Die Schufa hat keine Informationen zu Kontoständen, Einkommen, Vermögen, Beruf, Familienstand, Nationalität und Kaufverhalten.

    Woher bekommt die Schufa ihre Daten?

    Die Schufa selbst erhebt dabei keine Daten. Auch führt sie keine eigenen Recherchen durch. Sie ist eine reine Informationssammelstelle und verlässt sich gänzlich auf die Angaben ihrer Vertragspartner. Das sind unter anderem Banken, Bausparkassen, Versicherungen, Versandhandels- und Telekommunikationsunternehmen. Zusätzlich wertet die Schufa die Schuldnerverzeichnisse der deutschen Amtsgerichte aus.

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    Wie werden aus den gesammelten Daten Aussagen und Prognosen zur Kreditwürdigkeit ermittelt?

    Die Schufa berechnet die Bonität von Bürgern in einem sogenannten Scoreverfahren. Der Score (Punktestand) ist hier ein Prozentwert zwischen 1 und 100, der per Computer für Branchen wie Kreditwirtschaft, Versandhandel oder Telekommunikation einzeln ermittelt wird. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto schlechter die finanzielle Prognose.

    Der einzelne Kunde wird nicht nach persönlichen Daten bewertet, sondern nach denen einer Vergleichsgruppe. Dieses mathematische Verfahren soll rein statistisch prognostizieren, ob ein bestimmter Kreditvertrag sich ähnlich entwickeln wird wie die Kreditverträge von Vergleichspersonen in der Vergangenheit. Nicht in das Scoring einfließen dürfen Angaben zum Wohnort. Denn dieses Vorgehen könnte dazu führen, dass die Vergabe von Krediten davon abhängig gemacht wird, in welchem Stadtteil der Kunde wohnt. Das aber wäre diskriminierend.

    Wann müssen Daten gelöscht werden?

    Die Schufa-Einträge müssen nach einer bestimmten Zeit wieder gelöscht werden: Angaben über Anfragen von beispielsweise Banken bleiben zwölf Monate erhalten. Kredite bleiben bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der vollständigen Rückzahlung gespeichert. Bürgschaften werden sofort gelöscht, wenn die Hauptschuld beglichen ist. Daten über die nicht vertragsgemäße Abwicklung von Geschäften werden, wenn die Forderungen beglichen wurden, nach drei Jahren gelöscht. Giro- und Kreditkartenkonten werden sofort gelöscht, wenn das Konto vom Kunden aufgelöst wird. Kundenkonten des Handels werden nach drei Jahren gelöscht, Daten aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte ebenfalls.

    Wie können Verbraucher erfahren, was die Schufa über sie weiß?

    Jeder Deutsche hat einen Anspruch darauf zu erfahren, welche personenbezogenen Daten eine Auskunftei oder ein Unternehmen über ihn gesammelt hat, welche Scoringwerte ermittelt wurden. Auch Händler oder Telekommunikationsunternehmen, die bei der Entscheidung über einen Vertrag solche Werte heranziehen, müssen darüber Auskunft geben. Die Frist beträgt hier jedoch nur sechs Monate. Der Scoringwert muss verständlich, einzelfallbezogen und nachvollziehbar erklärt werden.

    Außerdem muss die Schufa berichten, woher sie die zur Berechnung des Wertes verwendeten Daten hat und an wen sie weitergegeben wurden. Das ist wichtig, da die Auskunftei die Verantwortung für die Richtigkeit der Daten hat und unter Umständen Schadenersatzzahlungen leisten muss. Einmal jährlich kann seit dem 1. April 2010 außerdem eine kostenlose Auskunft verlangt werden. Das geht zum Beispiel per Musterbrief oder dem Schufa-eigenen Bestellformular.

    Unter www.meineschufa.de können Verbraucher ihre Schufa-Auskunft auch online einholen. Dazu ist eine persönliche Registrierung notwendig, die einmalig 18,50 Euro kostet.

    Eine Liste aller deutschen Auskunfteien hat der Verbraucherzentrale Bundesverband hier zusammengestellt.

    zij/news.de/dpa/dapd

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