Der Wahnsinn in Zahlen Die Freiheitsstatue ertrinkt in der Schuldenflut

Mit 14,3 Billionen Dollar stehen die USA in der Kreide. Wie viel ist das eigentlich? News.de hat mit den Zahlen gespielt und zeigt: Das Vermögen der zehn reichsten Menschen der Welt reicht bloß für drei Monate US-Schulden. Und Apple ist reicher als das Weiße Haus.

Freiheitsstatue (Foto)
Amerika in der Finanzmisere: Selbst die Freiheitsstatue würde im Schuldenberg der USA abtauchen können. Bild: dpa

Würde man die US-Schulden in Form von 100-Dollar-Scheinen neben der Freiheitsstatue abladen, dann würde die gute Dame regelrecht darin versinken. Rechnet man die Kosten hinzu, die Amerika in den kommenden Jahren zum Beispiel für die öffentliche Krankenversicherung Medicare, die öffentliche Sicherheit oder Kriege und andere militärische Einsätze stemmen muss, verkommt selbst das Empire State Building zu einem mickrigen Häufchen Mauerwerk.

Die Misere, in der Amerika derzeit steckt, ist unübersehbar. Das macht die Seite Usdebt.kleptocracy.us mehr als deutlich. Mit 14,3 Billionen Dollar steht das Land von Präsident Barack Obama derzeit in der Kreide. Das sind umgerechnet 10,46 Billionen Euro. Der drohende Staatsbankrott scheint zwar vorerst abgewendet, doch die Neuverschuldung steigt unaufhörlich weiter.

Staatsschulden: Wenn das D droht...

Apple hat mehr Geld als die USA

Rund 200 Menschen könnten vom täglichen US-Budget ins All fliegen - geht man von der Tatsache aus, dass ein ISS-Flug zum Mond rund 20 Millionen Dollar kostet. Vier Milliarden Dollar beträgt die Neuverschuldung der Regierung nämlich im Durchschnitt pro Tag. Den Jahresumsatz des deutschen Versicherers Allianz von 125 Milliarden Dollar hauen die USA in einem Monat auf den Kopf. Die Vermögen der laut Forbes zehn reichsten Menschen der Welt würden zusammen genommen gerade mal für etwas mehr als drei Monate ausreichen.

Um sich ein gesamtes Jahr finanziell über Wasser halten zu können, würden sogar alle 30 Dax-Unternehmen nur für Amerika wirtschaften müssen. 1,675 Billionen Dollar setzten Volkswagen, Siemens, Deutsche Bank und Co. im vergangenen Jahr um - die jährliche Neuverschuldung der USA beträgt laut dem Rechnungshof des Kongresses 1,5 Billionen Dollar. Da blieben sogar noch ein paar Milliarden für die Kaffeekasse übrig.

USA: Lösung im Schuldenstreit
Video: beu/news.de

Apropos: Auch die Barreserven in der Staatskasse der USA sind auf ein Minimum geschrumpft. Sogar so weit, dass der Apple-Konzern derzeit über mehr Bargeld verfügt als der US-Staatshaushalt. 73,8 Milliarden Dollar liegen noch im präsidialen Safe, iPad-Guru Steve Jobs dagegen hat etwas mehr als 76 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Im Netz wird deshalb bereits ironisch gefragt, wann denn Obama zum Telefonhörer greift, um bei Jobs nach einem kleinen Vorschuss zu fragen.

Ganz so einfach ließen sich die Zahlen allerdings nicht vergleichen, schrieb das kanadische Nachrichtenportal Financial Post. Für die US-Regierung repräsentiere die Summe den finanziellen Spielraum, der noch bis zur selbst gesetzten Schuldengrenze verbleibe. Apples Barreserven dagegen seien die Geldsumme, die dem Unternehmen in seiner Bilanz zur Verfügung stehe.

Düstere Aussichten für die amerikanische Bevölkerung

Um einer Pleite zu entgehen, soll Amerikas Schuldengrenze nun von derzeit 14,3 Billionen Dollar in zwei Etappen auf insgesamt 16,7 Billionen Dollar erhöht werden. 1940 lag die Grenze noch bei 43 Milliarden Dollar. Nach dem Zweiten Weltkrieg hoben sie die US-Präsidenten mehr als 70 Mal an. Im Jahr 2000 betrug sie sechs Billionen Dollar. Seitdem ist sie noch einmal um 140 Prozent gestiegen.

Das Thema Staatspleite wäre mit einer neuerlichen Anhebung der Obergrenze bis 2013 vom Tisch. Die horrende Verschuldung dagegen nicht. Umgerechnet auf die Bevölkerung ist schon jetzt jeder Amerikaner mit rund 46.700 Dollar in den Miesen. Unternimmt die US-Regierung nichts, um ihren Schuldenstand einzudämmen, dann zeigt die Zukunft ein noch düstereres Bild: Laut US-Internetschuldenuhr steigt die Pro-Kopf-Verschuldung bis zum Jahr 2015 auf 70.600 Dollar, die Gesamtverschuldung des Staates auf 22,9 Billionen Dollar.

kra/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • PEDRO
  • Kommentar 2
  • 03.08.2011 15:37

Ja, es reicht einfach nicht, lediglich sozial sein zu wollen und trotzdem Kriege zu führen. Das ist altmodisches politisches Denken. Eigene Kräfte sind gefordert. Wissen um die Dinge der Macht und Innovation, ein Volk zu einen und zu führen. Alles Gegensätzliche führt in die Katastrophe. Den Großmächten Amerika, China und Europa bleibt überhaupt nichts anderes übrig, als gemeinsam die Staaten zu entschulden und auf Systeme zu setzen, die innovativ in eine sichere soziale Zukunft tragen. Auch eine arabische Allianz dürfte hierbei mit Gewinner sein. Die Zukunft heißt Weltbürger!

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  • Didi
  • Kommentar 1
  • 03.08.2011 15:35

Es ist nufaßbar, mit welcher Nonchlange, sich die Regierung diesem Hype stellt. Mehr verbrauchen, ohne mehr zu leisten ist zur Gewohnheit des durchschnittlichen Amerikaners geworden. Nun müssen wieder die Kleinen bluten... Aber, wo führt es hin, wenn jeder Verbraucher 10 Kreditkarten besitzt, und jede bis zum "Anschlag" überzogen wird??? In der Politik scheint jedwede Vernunft abhanden gekommen zu sein, ich möchte uns da nicht ausschließen... Frage?: Wo führt das noch hin ?

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