Banken Ackermann-Nachfolge auf Zielgerade? Aufsichtsrat tagt

Seit Wochen wird um die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gerungen - an diesem Dienstag (26. Juli) könnte der Aufsichtsrat die Weichen stellen.

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Ackermann-Nachfolge auf Zielgerade? Aufsichtsrat tagt Bild: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Seit Wochen wird um die Nachfolge von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gerungen - an diesem Dienstag (26. Juli) könnte der Aufsichtsrat die Weichen stellen.

Aus Kreisen des Kontrollgremiums hieß es zuletzt, die Personalie werde bei der Sitzung am Tag der Vorlage der Quartalszahlen auf jeden Fall diskutiert.

Favorisiert wird - auch in der Bank - eine Doppelspitze. Dabei gilt Anshu Jain als gesetzt, als oberster Investmentbanker der «Geldmacher» des Dax-Konzerns. Viele wollen an der Seite des 48-jährigen Inders Deutschlandchef Jürgen Fitschen (62) sehen. «Ich glaube, dass man damit die richtige Lösung finden würde», hatte ein Aufsichtsratsmitglied der Nachrichtenagentur dpa gesagt.

Zugleich wächst in der Bank der Wunsch, Ackermann (63) möge auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand eine gewichtige Rolle bei dem Institut spielen. Die Mehrheit der 10 Arbeitnehmervertreter in dem 20-köpfigen Aufsichtsrat macht sich dafür stark, dass der Schweizer die Spitze des Kontrollgremiums übernimmt und den eher unpopulären Ex-Finanzchef Clemens Börsig in dieser Funktion ablöst.

«Ich habe Herrn Dr. Ackermann gebeten - im Auftrag vieler leitender Angestellter der Bank - sich zu gegebener Zeit in den Aufsichtsrat wählen zu lassen, damit seine Kompetenz und diese Vernetzung für unser Haus erhalten bleibt», hatte Aufsichtsrätin Marlehn Thieme der dpa gesagt. Thieme ist Vorsitzende des Konzernsprecherausschusses der leitenden Angestellten der Bank. Ackermann habe sich dazu «nicht definitiv ablehnend geäußert».

Der Konzernchef hat einen Vertrag bis zur Hauptversammlung 2013. Einen direkten Wechsel in den Aufsichtsrat, der auch den Richtlinien für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) widersprechen würde, hatte Ackermann bisher öffentlich stets ausgeschlossen.

Für wenig Überraschungen dürften die Quartalszahlen der Bank sorgen. Analysten gehen davon aus, dass der Dax-Konzern von April bis Ende Juni unter dem Strich rund 1,3 Milliarden Euro verdient hat - und damit etwas mehr als ein Jahr zuvor.

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news.de/dpa

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