Burschenschaften Wer braune Suppe kocht, muss sie auslöffeln

news.de-Redakteur Jan Grundmann (Foto)
news.de-Redakteur Jan Grundmann   Bild: news.de

Von news.de-Redakteur
Damit haben sich die Burschenschaften keinen Gefallen getan. Die Debatte um den Ariernachweis für Neumitglieder legt die tiefen Gräben der Verbindungsbrüder offen. Der liberale Teil sollte sich abspalten, um seine Ehre zu retten und die braunen Brüder klar in die Schranken zu weisen.

Die Burschenschaften haben seit jeher ein braunes Image. Natürlich pflegen sie Traditionen und altes Liedgut, da hängen Landkarten mit dem Grenzverlauf des Deutschen Reiches im Verbindungshaus, auch die Ahnengalerie und Accessoire-Abteilung mit Mützen, Uniformen und Schärpen wirkt antiquiert und rückwärtsgewandt.

Dabei sind viele, vor allem liberalere Burschenschaften, ein guter Ausgangspunkt für Studenten, die Anschluss, Gemeinschaft, eine soziale Bezugsgruppe suchen. Gesangsabende, Ausflüge zum Burschentag nach Eisenach, Fechtkurse: Das ist oft nicht mehr als ein Sport- oder Singverein, nur vielleicht etwas intensiver betrieben.

Zudem ist das Prinzip des Lebensbunds ein sicherer Hafen. Wer auf die Burschenschaft setzt, hat Rückhalt im Leben, in schwierigen Zeiten, und vielleicht auch Vorteile in der Jobsuche. Das sind sehr pragmatische Gründe, die eine Mitgliedschaft in einer Burschenschaft für einige erstrebenswert erscheinen lassen.

Burschenschaften
Treu, teutonisch, trinkfest

Verquickung von Burschenschaften und Rechtsparteien

Doch es gibt unter dem Dachverband auch zahlreiche Burschenschaften für die der völkische Gedanke über allem steht. Ihnen gilt die Reichseinigung, für die die Burschenschaften in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eintraten, noch heute als erstrebenswertes Ziel. Mit einem Deutschland, das größer ist als der momentane Grenzverlauf:

Die Burschenschaftliche Gemeinschaft mit ihren rund 40 Verbindungen will etwa laut ihren Grundsätzen die Aufhebung der Beneš-Dekrete und erklärt, dass die Abtretung der Ostgebiete eine einseitige Verletzung des Völkerrechts darstellt. Mehrere Verbindungen der Burschenschaftlichen Gemeinschaft wurden teilweise vom Verfassungsschutz überwacht. Zudem gibt es einzelne NPD-Mitglieder in ihren Reihen. Den Schulterschluss mit den österreichischen Verbandsbrüdern haben sie schon lange erreicht: Beim Burschentag in Eisenach sprach beim Festakt auf der Wartburg ein rechter FPÖ-Politiker. Da bleiben Zweifel, ob die parteipolitische Neutralität der Burschenschaft, wie sie Pressesprecher Michael Schmidt betont, tatsächlich Realität ist.

Sollten die Burschenschaftler tatsächlich gegen solch eine Verquickung von rechter Politik und Studentenverbindung sein, sollte der liberale Teil tatsächlich gegen einen Ariernachweis für Neumitglieder sein: Es wäre nun an der Zeit, sich durch Taten vom rechten Rand abzugrenzen. Die ihr liberal seid, trennt euch - und gründet euren eigenen Verband.

Nur so könnte die Glaubwürdigkeit nach dem diesjährigen Debakel um den Ariernachweis wieder hergestellt werden. Die braune Suppe, die im Kochtopf brodelt, verdampft so vielleicht schneller. Sonst werden auch die liberaleren Teile sie noch lange auslöffeln müssen.

cvd/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 6
  • 11.07.2012 11:37

Die braune Suppe kann man auslöffeln...für die rote Suppe muss man bezahlen! Beweis: Unsre Politversager aller Coleur bitten das Volk nicht nur zur Kasse, sondern verschulden zusätzlich noch die nächsten Generationen.

Kommentar melden
  • Ellipirelli
  • Kommentar 5
  • 21.09.2011 13:37

Der werte Herr Grundmann aus Sachsen versucht hier stets und ständig,anderen Leuten SEINE Sichtweise aufzuwingen,und diese ist-mit Verlaub gesagt für´n Ar...

Kommentar melden
  • wurzelei
  • Kommentar 4
  • 20.09.2011 18:31
Antwort auf Kommentar 1

Nur zur Erinnerung, da offensichtlich die Meisten Gläubige der Siegergeschichte sind(H. de Balzac: es gibt zwei Arten von Geschichte, die verlogene in den Schulbüchern und die richtige): olle Adolf unselig, der ohne wenn und aber ein Verbrecher war wie auch andere, etwa Roosevelt, Clemenceau, Churchill, Stalin und Mao, wurde 1918 in Versailles geboren! Unsere Geschichte auf 33-45 zu reduzieren, ist Schwachsinn! Als Jahrgang 41 höre ich das täglich. Selbst rennomierten Juden ist das zuviel!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig