Karrieretipp Mit Feingefühl in den neuen Job

Arbeitsplatz am Abend aufräumen (Foto)
Auch ein unaufgeräumter Schreibtisch hinterlässt bei neuen Kollegen einen schlechten Eindruck. Bild: dpa

Neuling im Job oder Unternehmen? Dann sind die ersten Fettnäpfchen nicht weit. Mittratschen in der Teeküche, Verbesserungsvorschläge, düstere Familiengeheimnisse - womit Sie sich sonst noch unbeliebt machen, verrät news.de.

Der erste Eindruck am neuen Arbeitsplatz sei für die künftige Firmenkarriere oft entscheidend. «Eine zweite Chance gibt es eigentlich nicht», sagt Etikette-Expertin Nandine Meyden. Wer das nicht beherzigt, hat von Anfang an einen schlechten Start.

Falle 1: Noch keine Stunde im neuen Job und den Kollegen schon das «Du» angeboten - das stößt die meisten im neuen Team schnell vor den Kopf. Genauso schlimm ist es, am ersten Tag gleich in der Teeküche mitzutratschen.

Die Lösung: Wer neu im Team ist, sollte sich zunächst in Zurückhaltung üben. Und beim «Du» gilt: «In jeder Organisation gibt es eine Hierarchie und es bietet immer der Höherrangige oder Ältere diese Anrede an. Passiert gar nichts, ist es am besten, zunächst einmal zu siezen», rät Josef Albers von der Kölner Firma Kernfindung gegenüber news.de.

Büro
Gekonnt durch den Arbeitsalltag

Falle 2: Wer eine neue Stelle antrittt, steckt voller Ideen und Tatendrang. Doch in den ersten Tagen gleich mit Verbesserungsvorschlägen vorzustürmen, bringt den Unmut der Kollegen ein. Da spielt es keine Rolle, dass frischer Wind überholte Strukturen auflockert.

Die Lösung: «Aber Menschen mögen nichts so ungern wie Veränderungen», sagt Meyden, die Mitglied im Deutschen Knigge-Rat ist. Jobeinsteiger sollten erst einmal beobachten und zuhören, rät die Expertin. Auch wenn sie alteingesessenen Kollegen fachlich überlegen seien, sollten sich Neuankömmlinge mit Ratschlägen und Verbesserungsvorschlägen zurückhalten. Ein Berufseinsteiger sollte den Kollegen das Gefühl geben, dass er sie braucht und offen für ihre Arbeitsprozesse ist.

Falle 3: Wer seine Familienprobleme schon in der ersten Woche ausposaunt, macht sich selbst zum Gespött der Kollegen.

Die Lösung: «Es geht niemanden etwas an, wenn meine Frau trockene Alkoholikerin ist oder mein Vater im Gefängnis sitzt», sagte Meyden. Schaffen Sie lieber positive Bilder - etwa, dass sie in einem Sportverein Mitglied sind, gern ins Kino oder Theater gehen.

Falle 4: Teams müssen zusammenhalten. Beim Chef kann das allerdings ins Auge gehen.

Die Lösung: Suchen Sie nicht zu schnell den Schulterschluss. «Wenn ich mich mit den Leuten verbrüdere, die beim Chef auf der Abschussliste stehen, fällt von denen etwas auf mich zurück», warnt Nandine Meyden.

Falle 5: Ein tiefer Ausschnitt bei den Damen, abgerissene Jeans bei den Herren - wer damit auftritt, hat schnell verloren.

Die Lösung: Für den ersten Tag ist es empfehlenswert, Kleidung zu wählen, die einen geschäftlichen Eindruck hinterlässt. Schlicht, sachlich, sauber und ohne Defekte - wer sich daran orientiert, bewegt sich auf sicherem Terrain. Wer am ersten Tag einen genauen Blick auf die Kollegen wirft, sieht schnell, welche Kleidung für den Job die richtige Wahl ist. Worauf es bei Bürokleidung noch ankommt, lesen Sie hier.

Die goldene Regel: Wer beim beruflichen Neustart von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, dem kann nach Einschätzung von Meyden nur eins helfen: «Er sollte mit offenen Karten spielen und zu seinen Kollegen sagen: ‹Das tut mir leid, da muss ich wohl noch was lernen.›» Eine offene, freundliche und einsichtige Art helfe dabei, zerbrochenes Porzellan zu kitten.

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ham/sca/som/news.de/dpa

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