Bewerbung Aus Absagen lernen

Bei Absagen richtig nachhaken (Foto)
Das Vorstellungsgespräch läuft gut, doch dann kommt die Absage. Das muss nicht sein. Bild: dpa

Sie sind unpersönlich und schmerzen: Jobabsagen. Was genau dahinter steckt, bleibt Bewerbern meist verborgen. Dabei kann eine Begründung beim nächsten Anlauf hilfreich sein. News.de sagt Ihnen, wie Sie richtig nachhaken.

Warum? Diese Frage wird in den wenigsten Bewerbungsabsagen beantwortet. Häufig sitzen Jobanwärter ratlos vor ihren zurückgeschickten Unterlagen und grübeln über die Gründe. Wer sich mit unpersönlichen Absagen nicht zufriedengeben möchte, kann sich nochmals an das Unternehmen wenden.

Allerdings sollte dabei behutsam vorgegangen werden, empfiehlt Bewerbungsberater Torsten Weiß aus Verden. «Als Erstes sollte man sich bedanken», rät Weiß. Etwa für die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Vermieden werden sollte anschließend die direkte Frage nach den Gründen der Ablehnung. «Besser ist, um Rat zu bitten, was man in zukünftigen Bewerbungen besser machen kann», sagt Weiß.

Auch wer das Unternehmen anschreibt, sollte auf Höflichkeit setzen. Dazu müsse es einen konkreten Adressaten für die E-Mail oder den Brief geben, sagt Iris Böhning von der Arbeitsagentur München.

Unternehmen schweigen aus Selbstschutz

Als Hauptursache für Absagen nennt Böhning den großen Zulauf an Bewerbern. Allzu oft konzentrierten sich die Anschreiben der Jobsuchenden auf wenige große Firmen. Viele Unternehmen hätten deshalb feste Kriterien entwickelt, nach denen sie Bewerber einstellen. Alle, die durch das Raster fallen, würden meist ohne genaue Begründung abgelehnt.

Dementsprechend sollte man Absagen nie persönlich nehmen, rät die Berufsberaterin. Häufig liege es auch am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, dass dem Bewerber keine Gründe für die Absage genannt werden. Das Gesetz will verhindern, dass Bewerber etwa wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden. Um sich nicht rechtlich angreifbar zu machen, schreiben viele gar keine Begründung mehr.

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Anforderungsprofil genau prüfen

Eine erneute Bewerbung brauche Mut, sagt Böhning. Sie sei aber nicht unmöglich. Bewerber sollten sich fragen: Warum bin ich gescheitert? Wie habe ich mich in der Zwischenzeit weitergebildet? Warum bewerbe ich mich erneut? Ideal sei zudem, sich telefonisch zu erkundigen, ob die erneute Bewerbung Sinn macht. Das beugt Absagen vor und gilt deshalb auch für die Erstbewerbung.

Insbesondere bei Initiativbewerbungen sei es ratsam, die Voraussetzungen für eine Mitarbeit in der Firma vorher zu klären, rät Paul Stallmeister von der Arbeitsagentur Münster. «Keinesfalls sollten die eigenen Unterlagen aber einfach in die Gegend gestreut werden», sagt Weiß. Ein persönlich gestalteter Lebenslauf und das individuelle Anschreiben seien durch nichts zu ersetzen - und gleichzeitig die größte Hürde im Bewerbungsprozess.

Lesen Sie in einem weiteren Artikel, wie Sie sich online richtig bewerben.

zij/sca/ham/news.de/dpa

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