Maschinenbau Tognum-Übernahme so gut wie perfekt

Die Übernahme des Motorenbauers Tognum durch Daimler und Rolls-Royce ist so gut wie perfekt. Das Bieterduo stockt sein Angebot von 24 auf 26 Euro je Aktie auf.

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Tognum-Übernahme so gut wie perfekt Bild: dpa

Friedrichshafen/Stuttgart (dpa) - Die Übernahme des Motorenbauers Tognum durch Daimler und Rolls-Royce ist so gut wie perfekt. Das Bieterduo stockt sein Angebot von 24 auf 26 Euro je Aktie auf.

Vorstand und Aufsichtsrat des Friedrichshafener Unternehmens zeigten sich am Montagabend zufrieden mit der Offerte und signalisierten, ihre eigenen Anteile von rund fünf Prozent einbringen zu wollen. Gemeinsam mit dem Anteil von 28,43 Prozent, den Daimler mitbringt, kämen die Bieter damit deutlich über die erforderliche Schwelle von 30 Prozent. Dem Deal dürfte damit nichts mehr im Wege stehen.

Ursprünglich wollten die Briten und die Schwaben das Angebot nur durchziehen, wenn sie mehr als 50 Prozent der Aktien bekommen. Das Absenken der Schwelle solle das Bekenntnis zu einer langfristigen Zusammenarbeit mit Tognum unterstreichen, teilten Daimler und Rolls-Royce mit. Gleichzeitig entziehen sie damit aber auch Spekulanten die Grundlage, die versuchen könnten, den Preis weiter in die Höhe zu treiben.

«Mit der Anhebung des Preises haben wir dem Management und allen anderen Aktionären die Hand ausgestreckt», teilte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber mit. «Dies unterstreicht unser Bekenntnis, einen zukunftsorientierten und langfristigen Ansatz zu verfolgen, ohne dabei die Interessen aller Beteiligten aus den Augen zu verlieren.»

Die neue Offerte sollte offiziell am Dienstagmorgen veröffentlicht werden. Dieses wollten Vorstand und Aufsichtsrat von Tognum erst prüfen und dann eine ausführlichere Stellungnahme abgeben. Erst dann wollten die Mitglieder der Gremien auch endgültig entscheiden, ob sie ihre eigenen Aktien einbringen.

Die nachgebesserte Offerte, über die die Bieter und Tognum bereits das Wochenende über verhandelt hatten, bewertet das Friedrichshafener Unternehmen mit gut 3,4 Milliarden Euro statt bisher 3,2 Milliarden Euro. Damit wollen Daimler und Rolls-Royce die Tognum-Aktionäre doch noch für sich gewinnen.

Vorstand und Aufsichtsrat des Motorenbauers hatten die Übernahme zwar von Anfang an grundsätzlich begrüßt, den Preis aber als zu niedrig abgelehnt. Auch bei den übrigen Aktionären stieß die ursprüngliche Offerte auf wenig Gegenliebe, Daimler und Rolls-Royce wurden bisher nur wenige Papiere angedient. Nun haben die Aktionäre noch bis zum 1. Juni Zeit. Die ursprüngliche Angebotsfrist wäre an diesem Mittwoch um Mitternacht ausgelaufen.

Andrew Shilston, Finance Director von Rolls-Royce, sagte: «Dieses Joint Venture bündelt die Innovationskraft, Technologie und Entwicklungsexpertise dreier Weltklasse-Unternehmen. Damit beschleunigen wir das Wachstum und schaffen einen Weltmarktführer in diesem bedeutenden Bereich.»

Daimler und Rolls-Royce wollen Tognum zu einem weltweiten Marktführer für Industriemotoren machen. Das Unternehmen war bis Ende 2005 unter dem Namen MTU Friedrichshafen eine Daimler-Tochter. Dann wurde der Spezialist für Motoren etwa für Frachtschiffe, Yachten, Züge und Panzer an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Nach dem Börsengang 2007 stieg Daimler 2008 wieder bei Tognum ein.

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news.de/dpa

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