Messen China-Geschäft lässt deutsche Autokonzerne strahlen

Trotz eines langsameren Wachstums in China rechnen die deutschen Autokonzerne in diesem Jahr mit zweistelligen Zuwächsen auf dem größten Automarkt der Welt. Besonders Hersteller von Luxusfahrzeugen wie Mercedes, BMW und Audi erwarten gute Geschäfte.

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China-Geschäft lässt deutsche Autokonzerne strahlen Bild: dpa

Shanghai (dpa) - Trotz eines langsameren Wachstums in China rechnen die deutschen Autokonzerne in diesem Jahr mit zweistelligen Zuwächsen auf dem größten Automarkt der Welt. Besonders Hersteller von Luxusfahrzeugen wie Mercedes, BMW und Audi erwarten gute Geschäfte.

Das Oberklasse-Segment wachse deutlich schneller als der Gesamtmarkt, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche vor der Automesse in Shanghai. BMW erwartet ein «starkes zweistelliges Wachstum». In einer Weltpremiere präsentierte Audi seinen kleinen Q3-Geländewagen.

Die internationalen Autokonzerne stellen in der ostchinesischen Hafenmetropole mehr als 1000 Autos vor, darunter fast zwei Dutzend Weltneuheiten. Auch Elektromobilität ist ein großes Thema. Nach dem bisher überraschend starken Wachstum im Reich der Mitte erwarten alle Konzerne eine Abkühlung. «Das ist gesund, weil der Markt überhitzt ist», sagte der Vertriebschef von Volkswagen in China, Soh Weiming. Der Marktführer in China stößt bereits an seine Grenzen.

Trotzdem können die deutschen Autobauer und Zulieferer unverändert mit deutlichem Wachstum rechnen. Für das laufende Jahr erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) einen Zuwachs des Marktes um elf Prozent auf 12,5 Millionen Fahrzeuge in China. Die deutschen Hersteller dürften dabei schneller als der Markt zulegen. In den ersten drei Monaten stiegen die Pkw-Verkäufe deutscher Hersteller in China um 30 Prozent auf gut 637 800 Neuwagen - bei einem Marktwachstum von zwölf Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Damit machten deutsche Autos ein Fünftel des Gesamtmarktes aus. Es wurden auch deutlich mehr deutsche Wagen in China verkauft als in der Heimat. Oberklasse-Hersteller wie Mercedes und Audi rechnen in diesem Jahr mit mehr als 20 Prozent Wachstum, was Branchenkenner für eine vorsichtige Schätzung halten. «Wir erwarten mittelfristig weiter ein beträchtliches Wachstum», sagte Daimler-Chef Zetsche. 2010 legten die Stuttgarter in China sogar noch um 86 Prozent zu.

Die Entwicklung eines Elektroautos mit dem chinesischen Hersteller BYD (Build Your Dreams) mache Fortschritte, sagte Zetsche. Es soll 2013 auf den Markt kommen. Solange die Infrastruktur noch nicht ausreiche, ziele das Mittelklasse-Auto vor allem auf Taxi- und Regierungsflotten, sagte Zetsche. Für private Autokäufer müsse es staatliche Kaufanreize geben, um den Preis akzeptabler zu machen. Auch Volkswagen und BMW werden 2013 mit der Produktion von Elektroautos in China beginnen. Audi-Chef Rupert Stadler will «in einem ähnlichen Zeitrahmen» in China beginnen.

Aus seiner Sicht wird der Plugin-Hybrid in 10 bis 15 Jahren die vorherrschende Technologie sein, weil sie dem Fahrer mit dem gekoppelten Benzin- und Elektroantrieb die größte Reichweite gebe. «Dass wir alle Technologie gleichzeitig entwickeln müssen, ist die größte Herausforderung für die Autoindustrie», sagte Stadler. Das erfordere hohe Investitionen.

Auch BMW wird 2013 in seinem Gemeinschaftsunternehmen in Nordostchina mit der Produktion eines 5er-Plugin-Hybrids beginnen. «Der Markt für Fahrzeuge mit alternativen Energien wird in China vergleichsweise groß werden», sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson und verwies auf die staatliche Förderung der Elektrofahrzeuge. «China könnte das Blatt wenden.» Autohersteller müssten sich bei den verschiedenen Antrieben wie Benziner, Hybrid oder Elektro innovativ und technologisch breit aufstellen. «Ich denke nicht, dass es in der Zukunft nur die eine Technologie geben wird.»

Wie in China hofft Robertson auch in Europa auf staatliche Hilfe für E-Mobilität. Mit Blick auf Deutschland sagte der BMW-Vorstand: «Einige Regierungen gehen bereits viel aggressiver vor.» Auf der einwöchigen Messe in der ostchinesischen Metropole, die am Donnerstag die Pforten öffnet, werden 700 000 Besucher erwartet.

news.de/dpa

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