Online zum Job So bewerben Sie sich richtig

Online-Bewerbung (Foto)
Auch wenn manche es bei privaten E-Mails mit der Rechtschreibung nicht so genau nehmen - bei Online-Bewerbungen muss die Form stimmen. Bild: dpa

Juliane ZiegengeistVon news.de-Mitarbeiterin
Sie sind schon fast zum Standard geworden: Online-Bewerbungen. Ein Großteil der Firmen bevorzugt den elektronischen Weg - sowohl bei der Ausschreibung von Stellen als auch bei der Bewerbung. Hier lauern einige Fallstricke. News.de verrät, wie Sie erfolgreich sind.

Postbewerbungen sind aus der Mode. Laut einer Umfrage von berufsstart.de, die alle vier Jahre durchgeführt wird, bewerben sich mittlerweile 63 Prozent der Befragten ausschließlich oder mehrheitlich online. Nur 4 Prozent der Bewerber nutzen allein den Postweg. Die Kehrseite: Nur 40 Prozent der befragten Unternehmen halten die Qualität der Online-Bewerbungen mit jener der postalischen für vergleichbar. 41 Prozent schätzen sie als geringer ein.

Die am häufigsten beklagten Mängel sind zu viele und zu große Datenanhänge sowie schlecht strukturierte und formatierte Unterlagen. «Bei einer Online-Bewerbung gilt genau so viel Sorgfalt wie bei einer postalischen Bewerbung», betont Personalberaterin Alexandra Döll. Internetkürzel wie UAwg (Um Antwort wird gebeten) oder SgDuH (Sehr geehrte Damen und Herren) seien tabu.

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Auch EmoticonsEmoticons sind Zeichenkombinationen, die Smileys nachbilden und sich in E-Mails, Foren und Chats großer Beliebtheit erfreuen. , wie sie in Chats häufig verwendet werden, haben laut Döll in Bewerbungen nichts verloren. Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung, die in Foren und privaten E-Mails nur zu gerne vernachlässigt werden, seien genauso streng einzuhalten wie bei herkömmlichen Bewerbungen. «Das gilt auch für die Begleit-E-Mail», betont die Expertin.

Es gibt zwei Formen der Online-Bewerbung. Die erste müsste korrekterweise E-Mail-Bewerbung heißen, denn bei ihr werden die Unterlagen an eine E-Mail angehängt. Viele Unternehmen bieten aber auch an, sich direkt über ein Online-Portal zu bewerben. Hier muss der Bewerber verbindliche Formularfelder ausfüllen und kann ebenfalls Dokumente hochladen.

Bei angehängten Dokumenten ist weniger mehr

PDFPortable Document Format (dt.: transportierbares Dokumentenformat). Viele Schreibprogramme wie neuere Versionen von Microsoft Word und OpenOffice bieten eine Exportfunktion an, mit der sich das Dokument mit wenigen Klicks in PDF umwandeln lässt. Auch mit zusätzlicher kostenloser Software wie dem PDFCreator lassen sich PDF-Dateien erstellen. ist für die Anhänge das gängigste Format. Die Unternehmen können es ohne Abstriche bei der Formatierung öffnen, zudem ist es fälschungssicherer als ein Word-Dokument. Anschreiben und Lebenslauf wie gewöhnlich per Hand zu unterschreiben, indem die Signatur eingescannt wird - davon rät Döll ab. «Das ist nicht unbedingt nötig. Mit einer maschinellen Unterschrift geht der Bewerber außerdem möglichem Missbrauch aus dem Weg», sagt sie.

Generell gilt: nicht überfrachten! Viele Firmen begrenzen die mögliche Größe der angehängten Dateien von vornherein auf 1,5 bis 3 Megabyte. «Wenn ein Bewerber wirklich alle Unterlagen mitschickt, ist der Anhang schnell 15 bis 20 Megabyte groß. Da streikt die FirewallEs handelt sich um eine Software, die Programme verbietet, Daten nach außen zu senden oder Zugriff von außen zu nehmen. oder der Personaler», sagt Döll. Denn wenn das Laden der Dateien eine kleine Ewigkeit dauert, vom Ausdrucken ganz zu schweigen, mache sich schnell Unmut gegenüber dem Bewerber breit.

Neben Anschreiben und Lebenslauf mit Foto sollte der Anhang immer das aktuelle Arbeitszeugnis - am besten in einer extra Datei - enthalten. «Das reicht in der Regel aus und man bleibt mit dem Dateivolumen im Limit», so die Personalberaterin. In der Begleitmail könne darauf hingewiesen werden, weitere Unterlagen gerne postalisch nachzureichen. Alle Scans sollten gut lesbar sein. Döll empfiehlt eine Auflösung von mindestens 600 dpiDots per Inch (dt.: Punkte pro Zoll) ist eine Maßeinheit für die Auflösung im Druck. Je höher die Zahl der Bildpunkte pro Inch ist, desto höher ist auch die Darstellungsqualität. . Bei Bewerbungen über Online-Portale werden die Belege meist gesondert abgefragt, sodass sie bestenfalls als Einzeldokumente vorliegen.

Die Ordnung der Unterlagen im Anhang sollte sich am Lebenslauf orientieren. «Bei berufserfahrenen Bewerbern dominiert die amerikanische Variante. Das heißt, man fängt mit der aktuellen Position an», erklärt die Personalberaterin. Bei Berufseinsteigern sei die chronolgische Reihenfolge erlaubt, da hier der Schulabschluss noch nicht so weit zurückliegt.

Das Bewerberfoto, nicht eingescannt, sondern digital, kommt entweder rechts oben auf den Lebenslauf oder auf das Kurzprofil, die sogenannte dritte Seite. Hier beschreibt der Bewerber seine Stärken und Schwächen. Floskeln à la «Ich bin dynamisch, kommunikativ und teamfähig» sollten allerdings vermieden werden. «Das liest man in zig Stellenausschreibungen. Wenn das dann auch noch der Bewerber verwendet, wirkt das wenig kreativ», so Döll.

Schon E-Mail-Adresse und Betreff müssen stimmen

In die Begleitmail sollte nicht der Text des Anschreibens kopiert werden, da dieser bereits anhängt ist. Laut Expertin genügen eine persönliche Anrede, der Verweis auf die mitgeschickten Unterlagen und eine ansprechende Schlussformel. Viele Personalabteilungen geben als Referenzadresse nur info@mustermann-ag.de an. Hier lohnt es sich, nachzufragen, wer der direkte Ansprechpartner ist. «Selbst wenn die Anfrage ohne Erfolg bleibt, hat der Bewerber gezeigt, dass er nicht einfach blind auf eine Ausschreibung reagiert, die halbswegs passt, sondern sich wirklich interessiert», ist sich Döll sicher.

Der E-Mail eine Signatur mit Kontaktdaten anzufügen, schade nicht, sei aber nicht zwingend notwendig, da diese auch im Anhang auftauchen. Die Betreffzeile sollte möglichst konkret gehalten werden: «Wer sich auf eine Stelle als Forstamtsassistent bewirbt, muss das auch so schreiben», sagt die Expertin. Sollte die Ausschreibung eine Referenznummer haben, ist diese anzugeben. So müsse sich der Personaler nicht erst duch die Anhänge klicken, um zu sehen, um welche Stelle es geht.

Die Bewerbung sollte immer von einer privaten E-Mail-Adresse aus geschickt werden. Spaßadressen wie holladiewaldfee@gmail.com sind zu vermeiden. Das mache bei Personalchefs keinen guten Eindruck, weiß Döll. Am geläufigsten und unverfänglichsten seien Adressen nach dem Muster Vorname.Nachname@xyz.de. «Damit es nicht zu lang wird, sind Verkürzungen wie Steffi für Stefanie oder einfach nur der Anfangsbuchstabe erlaubt», räumt die Personalberaterin ein.

Wann online, wann per Post?

Bei Hinweisen wie «ausschließlich per Mail» oder «vorzugsweise per Mail» sollte der Bewerber dem Wunsch des Unternehmens stets entsprechen und sich nur online bewerben. Ist die Postanschrift mit der Ergänzung «gerne auch per Mail» angebeben, lädt das dazu ein, eine schriftliche Bewerbung einzureichen. «Wenn es freigestellt ist, würde ich immer den Postweg bevorzugen. Dann muss der Personaler sich die Unterlagen nicht erst mühsam ausdrucken, sondern hat gleich etwas in der Hand», sagt die Expertin.

Der Vorteil von Online-Bewerbungen sei der schnelle Versand - ein Mausklick und weg. Gerade Unternehmen, die im Bereich der neuen Medien aktiv sind und Stellen meist nur elektronisch ausschreiben, wüssten Online-Bewerbungen zu schätzen, nicht nur wegen ihrer Praktikabilität. «Sie sehen, dass der Bewerber die Technik beherrscht. Hier kann er sich zusätzlich beweisen», sagt Döll.

Der Nachteil: Die Sorgfalt wird schnell außer Acht gelassen, eben weil eine Online-Bewerbung schnell verschickt ist. Manche Bewerber informierten sich im Vorfeld nicht über die zulässige Dateigröße und sprengten mit ihren E-Mails die Firmenserver, weiß die Expertin. Zudem sei es schwierig, in einer E-Mail auf sich aufmerksam zu machen. «Die geht in der Flut der Bewerbungen ganz schnell unter.» Der Anreiz, auch auf die Anhänge zu klicken, müsse von den Personalern selbst kommen.

som/ham/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mole
  • Kommentar 2
  • 19.03.2012 19:50

zitat "... die mögliche Größe der angehängten Dateien von vornherein auf 1,5 bis 3 Megabyte." und "Döll empfiehlt eine Auflösung von mindestens 600 dpi" - und das ist schon ein widerspruch. ich habe ein zweiseitiges dokument mit 600 dpi über unseren geschäfstscanner sausen lassen - ergebnis: 3 MB ... also was soll dieser tipp ??

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  • Bob
  • Kommentar 1
  • 20.07.2011 07:57

Wieso hat man eigentlich ausgerechnet meine Emailadresse als Beispiel genommen? Für Bewerbungen nutze ich eine andere..

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