Finanzen Dax-Vorstände verdienen wieder wie vor der Krise

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Dax-Vorstände verdienen wieder wie vor der Krise Bild: dpa

Auch auf den Gehaltskonten deutscher Top-Manager ist die Finanzkrise vorbei: Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne verdienten im vergangenen Jahr im Schnitt 4,7 Millionen Euro.

Frankfurt/Main (dpa) - Auch auf den Gehaltskonten deutscher Top-Manager ist die Finanzkrise vorbei: Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne verdienten im vergangenen Jahr im Schnitt 4,7 Millionen Euro.

Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Gehaltsplus von 16 Prozent und etwa so viel wie vor der Krise, wie die Auswertung der 21 bisher vorliegenden Geschäftsberichte der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex durch das Beratungsunternehmen Towers Watson ergab.

Top-Verdiener war nach den am Donnerstag in Frankfurt vorgestellten Zahlen Volkswagen-Chef Martin Winterkorn mit rund 9,3 Millionen Euro. Er überholte auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Insgesamt hätten sich die Vorstandsbezüge in Deutschland schneller erholt als anderswo, erklärte Towers Watson. Doch lägen die Bezüge in den USA, aber auch in Großbritannien und der Schweiz weiterhin höher.

Hinter Winterkorn folgen in der Hitliste der Spitzenverdiener Siemens-Vorstandschef Peter Löscher mit einer Jahresvergütung von 8,9 Millionen Euro sowie Daimler-Boss Dieter Zetsche mit 8,7 Millionen Euro. Am unteren Ende steht Beiersdorf-Manager Thomas-Bernd Quaas mit 1,1 Millionen Euro. Allerdings ist unter den neun noch fehlenden Geschäftsberichten der Dax-Konzerne auch die Commerzbank, bei der das Grundgehalt wegen der Staatshilfe auf 500 000 Euro gedeckelt ist.

Nach der Analyse hat die Mehrheit der Konzerne langfristige Ziele in ihre Vergütungsmodelle eingebaut. Diese Beträge würden teils verzögert ausgezahlt und tauchten in aktuellen Vergütungsangaben oft nicht mehr auf. «Durch die Komplexität wird es weniger transparent als in der Vergangenheit», sagte Ralph Lange von Towers Watson.

Als Beispiel für die neue Unschärfe nannten die Berater Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Der Schweizer verdient nach der Übersicht 6,3 Millionen Euro, kann aber später Nachschläge in Millionen-Höhe erwarten. Für das Jahr 2010 kommt Ackermann nach Zahlen der Deutschen Bank auf insgesamt rund 8,9 Millionen Euro. Davon bekommt er zunächst bar rund 2,7 Millionen Euro ausgezahlt.

Höhe und Aufbau der Vergütung würden in den Unternehmen weit mehr diskutiert als früher, erklärten die Experten. Dies sei die Folge neuer Vorschriften, die kurzatmiges Gewinnstreben eindämmen sollten. So war 2010 das neue Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung verbindlich anzuwenden. «Die Gewerkschaften beschäftigen sich in den Aufsichtsräten deutlich mehr mit dem Thema, weil die Aufsichtsräte für nicht angemessene Vergütung haften müssen», sagte Lange.

Pressemitteilungen Towers Watson

news.de/dpa

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