Handel Metro steht vor bestem Ergebnis seiner Geschichte

Das strenge Winterwetter hat dem Weihnachtsgeschäft des Handelsriesen Metro geschadet. Vor allem der Inlandsumsatz blieb im sonst so starken vierten Quartal hinter den Erwartungen zurück.

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Metro steht vor bestem Ergebnis seiner Geschichte Bild: dpa

Düsseldorf (dpa) - Das strenge Winterwetter hat dem Weihnachtsgeschäft des Handelsriesen Metro geschadet. Vor allem der Inlandsumsatz blieb im sonst so starken vierten Quartal hinter den Erwartungen zurück.

Trotzdem steht der größte deutsche Handelskonzern vor dem besten Ergebnis seiner Geschichte: Grund sind laufende Sparprogramme und das immer wichtiger werdende internationale Geschäft.

Im vierten Quartal sanken die Umsätze deutlich stärker als in den ersten neun Monaten 2010. Insgesamt verbesserte Metro seinen Umsatz um 2,6 Prozent auf 67,3 Milliarden Euro. Analysten hatten mit etwas mehr gerechnet. Das vierte Quartal trug 19,7 Milliarden Euro dazu bei, das war ein Anstieg um lediglich 1,6 Prozent.

Metro-Chef Eckhard Cordes sieht das Unternehmen trotzdem weiter auf Kurs hin zu einem Rekord beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT): «Trotz der schwierigen Wetterbedingungen im wichtigen Weihnachtsgeschäft bekräftigen wir unsere EBIT-Prognose von 2,3 Milliarden Euro», sagte er. Dies wäre etwas mehr als im Vorjahr und ein Rekord.

Cordes will das Wachstum beschleunigen und dabei die Profitabilität erhöhen. Nachdem das Geschäft in Deutschland weiter schleppend läuft, sucht er sein Heil im Ausland. Im vergangenen Jahr eröffnete Metro in 25 Ländern 100 neue Märkte - ein Viertel mehr als 2009. Experten gehen davon aus, dass es im laufenden Jahr noch mehr werden. Metro erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes im Ausland.

Die Metro-Aktie legte am Dienstag in den ersten Handelsminuten zeitweise um mehr als zwei Prozent zu, konnte aber das Plus aber nicht halten - am Nachmittag lag das Papier knapp im Minus. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Aktie nach einer negativen Studie im Vergleich zum Dax deutlich an Boden verloren.

Zu Metro gehören die Großhandelssparte Cash & Carry, die Elektronik-Märkte Media Markt und Saturn, die Real-Märkte und die Kaufhof-Warenhäuser. 2010 gab es bei den Elektronikmärkten die deutlichsten Zuwächse. Dort legten die Erlöse um 5,6 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro zu. Doch bei der Tochter Media-Saturn, die noch zum Teil im Besitz des Media-Markt-Gründers Leopold Stiefel ist, rumort es hinter den Kulissen. Der als Vertrauter Stiefels geltende Chef Roland Weise musste im Dezember seinen Hut nehmen.

Einem Bericht des «Manager Magazins» zufolge hakt es auch bei der Umsetzung einer im Grundsatz beschlossenen Internet-Handelsplattform: Die Onlinepläne von Metro-Chef Cordes stoßen demnach auf Schwierigkeiten und Widerstände, da die rechtlich selbstständigen Media-Markt- und Saturn-Geschäfte ihre Preise selbst festlegen. Einheitliche, womöglich niedrigere Preise im Internet würden den örtlichen Märkten schaden, deshalb gebe es in den Regionen starke Ablehnung, hieß es in dem Bericht.

Seit dem 1. Januar wird die Metro-Tochter von dem 63-jährigen Horst Norberg geführt, der davor bereits in der Geschäftsführung saß. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der nun beschlossene Führungswechsel aufgrund des Alters von Norberg eine Zwischenlösung ist. Mit der Lösung solle die Diskussion um den Start im Online- Geschäft entschärft werden, hieß es im Dezember. Von Metro gab es dazu keinen Kommentar.

news.de/dpa

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