Studieren im Ausland Ab ins sonnige Spanien

Barcelona (Foto)
Die Strandpromenade in Barcelona - die katalanische Hauptstadt zählt zu den beliebtesten Studienstädten deutscher Studenten im Ausland. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Deutschlands Studenten zählen zu den mobilsten weltweit, das ergibt eine aktuelle Studie. Am liebsten gehen sie nach Spanien. Auch nach Deutschland kommen immer mehr ausländische Studierende.

Deutsche Studierende zieht es vermehrt ins Ausland. Zwischen den Jahren 2000 und 2008 hat sich die Zahl deutscher Studenten im Ausland von 52.200 auf 102.800 fast verdoppelt. Beliebteste Ziele der jungen Deutschen sind Spanien, Frankreich und Großbritannien. Das ergibt eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Hochschul-Informations-Systems (HIS) und des deutschen Studentenwerks (DSW).

Auch die Finanzierung des Auslandsaufenthalts wurde untersucht. Demnach werden drei Viertel der Auslandsstudenten von ihren Eltern unterstützt, 60 Prozent erhalten ein Stipendium, wie das Erasmus-Stipendium der Europäischen Union. Etwa ein Drittel der Studierenden erhält außerdem das sogenannte Auslands-BafögBafög steht für Bundesausbildungsförderungsgesetz. Die Abkürzung wird synonym mit dem Geld verwendet, das an Bafög-Empfänger gezahlt wird. Dabei handelt es sich um eine staatliche Unterstützung (= Sozialleistung), die von Einkommen und Vermögen abhängig ist. , das leichter zu bekommen ist als das normale Bafög.

Ob Studenten ins Ausland gehen, hängt stark von der sozialen Herkunft ab. Junge Menschen aus hochschulnahen, einkommensstarken Familien tun dies fast doppelt so häufig wie ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus bildungsferneren Haushalten mit geringerem Einkommen. «Die soziale Selektivität des deutschen Hochschulsystems schlägt auch bei der Mobilität durch», bemängelt DSW-Präsident Rolf Dobischat.

Internationale Top-Platzierung

Insgesamt haben 15 Prozent der Studierenden einen Auslandsaufenthalt hinter sich, dazu zählen neben dem Auslandsstudium auch Praktika oder Sprachkurse. Studentinnen sind mobiler als ihre männlichen Kommilitonen, Unistudenten zieht es häufiger ins Ausland als diejenigen von Fachhochschulen. Während von den Magister- und Diplomstudenten 23 Prozent ins Ausland gehen, ist der Wert bei Bachelorstudenten mit bisher sieben Prozent sehr viel geringer. Viele Bachelor haben allerdings vor, demnächst ins Ausland zu gehen. Nach Angaben des BMBF würde sich die Quote zwischen neuen und alten Studiengängen angleichen.

Die deutschen Studenten zählen der Studie zufolge zu den mobilsten weltweit, nur aus China, Indien und Südkorea studieren noch mehr junge Akademiker im Ausland.

Auch Deutschland ist ein beliebtes Ziel für Studierende aus dem Ausland, seit 1997 hat sich die Zahl der ausländischen Studierenden hierzulande mehr als verdoppelt: von 100.033 auf 245.522 in 2008. Damit belegt Deutschland nach den USA und Großbritannien weltweit den dritten Platz. Besonders junge Menschen aus Schwellen- und Entwicklungsländern sowie Osteuropa sind an einem Studium in Deutschland interessiert. Die meisten von ihnen stammen aus China, gefolgt von Russland, Polen, Bulgarien und der Türkei.

rzf/reu/news.de

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