Studentenessen Voller Bauch studiert nicht gern

Studenten (Foto)
Studenten an der Universität in Bremen lassen sich das Tagesmenu am in der Uni-Mensa schmecken. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiter Ayke Süthoff
Biokost oder Fleisch aus Massenhaltung? Mensa oder WG-Küche? Wie ernähren sich eigentlich Deutschlands Studenten? News.de hat nachgeforscht und herausgefunden: Der Mensatrend ist Bio.

Ernähren sich Studenten eigentlich gesund?

Darüber gibt es keine verlässlichen Zahlen. Aber es wird mit Sicherheit genau so viele Studenten geben, die sich mit Fertigpizza und Fast Food ernähren wie Fans des veganen Essens oder selbst gemachter Gemüsesuppe. Denn unter 2,2 Millionen Studenten lässt sich schlicht jeder Typ finden, auch was die Ernährung angeht.

Trotzdem lassen sich Trends erkennen: Weil zum Beispiel Bio-Essen in den Mensen und Cafeterien der deutschen Studentenwerke seit Jahren verstärkt nachgefragt wird, lässt sich durchaus ein Trend zu gesünderen oder zumindest nachhaltig hergestelltem Essen erkennen. Ein Drittel der deutschen Studenten erwarten Umfragen zufolge von ihrer Mensa, dass Bio-Essen angeboten wird.

Studentenessen
Deutschlands beste Mensen

Und auch im Supermarkt wird verstärkt zu Bio-Produkten gegriffen, die Zielgruppe der jungen und gebildeten Akademiker rückt immer mehr in den Fokus der Nahrungsmittelindustrie. Selbst Discounter bieten inzwischen Tofu-Burger und -Schnitzel an, so lässt sich gesunde Ernährung mit günstigen Preisen kombinieren.

Dauerbrenner Schnitzel mit Pommes

Doch auch wenn Bio und gesundes Essen auf dem Vormarsch sind, bleibt Schnitzel seit Jahren standhaft auf Platz eins der beliebtesten Mensa-Gerichte in Deutschland. Auf den nächsten Plätzen folgen Kartoffeln, Nudelgerichte, Pommes Frittes und die Currywurst. Erst dann wird es gesünder: Salat, Fisch und Mischgemüse sind auch unter den Top Ten.

Diese Statistik sagt allerdings gar nichts darüber aus, was Studenten zu Hause essen. Es kann also sein, dass gerade die Studenten, die sich in der Mensa auf Schnitzel mit Pommes stürzen, zu Hause nur Salat essen - als Ausgleich.

Mensa, Imbiss oder WG-Küche?

Viele Studenten kochen in der eigenen Küche, aber nur selten allein. An Wochenenden und abends trifft man sich gern, auch in größeren Gruppen: Beim WG-Essen mit engsten Freunden und Partnern kommen schon mal schnell 15 Leute zusammen. Da braucht es eine große Küche und viel Geduld - denn für so viele Menschen zu kochen dauert. Außerdem sollten die Mitbewohner vorher ausmachen, wer an diesem Abend den Küchenchef geben darf - denn wenn jeder nur ein bisschen anders würzt, bewahrheitet sich letztlich der Spruch mit den vielen Köchen und dem verdorbenen Brei.

Viel Zeit, viel Platz und viel Organisationsaufwand ist im Alltag jedoch schwer zu machen. Wenn es also schnell gehen muss, nutzen Studenten lieber die Mensa als die eigene Küche. Oder auch mal den Döner-Imbiss oder Chinesen von nebenan. Restaurantbesuche sind dagegen eher selten, Essen gehen ist den meisten Studenten schlicht zu teuer.

Männlein - Weiblein

Umfragen des Deutschen Studentenwerks haben ergeben, dass männliche Studenten erheblich öfter in die Mensa gehen als ihre Kommilitoninnen: Während fast jeder zweite Student mindestens dreimal die Woche in der Mensa isst, sind es bei den Studentinnen nur 30 Prozent. Woran das liegt, ist allerdings nicht klar, aber es gibt Theorien: Vermutlich essen die Jungs einfach mehr, das heißt sie schieben sich lieber schnell für knappe zwei Euro einen großen Teller Nudeln rein als für den gleichen Preis ein belegtes Vollkornbrötchen beim Bäcker zu kaufen.

Das wiederum machen Studentinnen gerne mal, um nicht zum x-ten Mal hintereinander fettiges Mensa-Essen zu sich nehmen zu müssen. Außerdem könnte es allen überholten Geschlechterklischees zum Trotz durchaus sein, dass Frauen doch lieber oder zumindest öfter selbst kochen als Männer.

Studiengänge

Auch was studiert wird, hat Einfluss auf das Essverhalten, ablesbar ist auch das in der Mensanutzungsstatistik: Ingenieure sind die treuesten Mensagänger, Studenten aus den Bereichen Sprach- und Kulturwissenschaften eher selten zu sehen. Woran das liegt? Vielleicht können die Ingenieure einfach nicht gut kochen. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die Ingenieurstudiengänge größtenteils aus Männern bestehen, während Sprach- und Kulturwissenschaften überwiegend von Frauen belegt werden. Demnach bestünde der Unterschied in erster Linie doch wieder im Geschlecht und nicht im Fach.

Brainfood

Da Studenten den ganzen Tag mit Nachdenken beschäftigt sind, sollten sie unbedingt darauf achten, was sie essen. Dem Klischee nach ist Fisch Gehirnnahrung. Doch so einfach ist es dann doch nicht, das Gehirn auf Trab zu bringen. Zwar ist Fisch wegen dem hohen Vitamin B12-Gehalt sehr gut für die Denkleistung, doch der Körper benötigt auch Kohlenhydrate: Vollkornbrot, Hülsenfrüchte oder Gemüse.

Das wichtigste ist eine ausgewogene Ernährung: Körper und Gehirn benötigen Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, mageres Fleisch, Fisch und ausreichend Flüssiges. Zu viel Fett und Kaffee sollte es nicht geben. Denn auch wenn Letzteres kurzzeitig munter macht und die Konzentration steigert, langfristig gewöhnt sich der Körper an den Koffeinschub und verlangt immer mehr davon. Und das ist sehr ungesund.

rzf/news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig