Bau Hochtief macht Front gegen ACS-Offerte

Deutschlands größter Baukonzern Hochtief fürchtet die Zerschlagung - und kämpft weiter gegen die Übernahme durch den den spanischen Rivalen ACS. Das deutsche Bauunternehmen empfiehlt Aktionären, das ACS-Angebot abzulehnen - nicht unerwartet.

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Hochtief macht Front gegen ACS-Offerte Bild: dpa

Essen (dpa) - Deutschlands größter Baukonzern Hochtief fürchtet die Zerschlagung - und kämpft weiter gegen die Übernahme durch den den spanischen Rivalen ACS. Das deutsche Bauunternehmen empfiehlt Aktionären, das ACS-Angebot abzulehnen - nicht unerwartet.

Der um seine Unabhängigkeit kämpfende Baukonzern Hochtief macht Front gegen das Übernahmeangebot von ACS. In einer heute vorgelegten Stellungnahme warnten Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens ausdrücklich vor einer drohenden Zerschlagung des größten deutschen Baukonzerns.

Eine solcher Schritt könne bei einer möglichen Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS «mittel- bis langfristig» nicht ausgeschlossen werden, falls das ACS-Management dies als vorteilhaft ansehe. Grundsätzlich bestehe keine rechtliche Pflicht zur Umsetzung der in der Angebotsunterlage angegebenen Absichten. ACS selbst hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, auf eine Zerschlagung von Hochtief verzichten zu wollen.

Wie erwartet empfahlen Vorstand und Aufsichtsrat des Essener Unternehmens den Hochtief-Aktionären in der 36-seitigen Stellungnahme die Ablehnung der ACS-Offerte. Die angebotene Gegenleistung sei finanziell nicht angemessen. Die Aktionäre sollen für fünf Hochtief-Aktien acht ACS-Papiere im Tausch erhalten. Dieses Angebot liege nur geringfügig über dem zu bietenden gesetzlichen Mindestpreis und enthalte nicht die sonst übliche Prämie.

Die strategische Ausrichtung und die Zukunftsaussichten einer unabhängigen Hochtief-Gruppe seien erfolgversprechend. Eine Übernahme durch ACS biete dagegen keine Wettbewerbsvorteile. Es sei nicht zu erkennen, wie dadurch eine Verbesserung auch der Wettbewerbsposition von Hochtief erreicht werden solle.

Der Hochtief-Konzernbetriebsrat warnte in einer gesonderten Stellungnahme vor einer Bedrohung der Arbeitsplätze: «Die zu befürchtenden Arbeitsplatzverluste werden für Hochtief insbesondere ganz Deutschland betreffen; die Mitarbeiter sind auf 40 Standorte verteilt.» In Deutschland beschäftigt Hochtief rund 11 000 Mitarbeiter. Weitere 10 000 bis 15 000 Stellen seien in der Zulieferindustrie bedroht, hieß es in der Stellungnahme.

ACS hatte Anfang Dezember ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt. Bis zum Dienstagabend hatten Hochtief-Aktionäre auf der Basis des Angebots lediglich 277 Aktien zum Tausch angeboten. Dies entspreche 0,00036 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Hochtief, teilte ACS in einer Pflichtmitteilung mit.

Durch den Einstieg des Emirats Katar als neuer Großaktionär hatte sich erst in der vergangenen Woche der bereits vorhandene Hochtief- Anteil von ACS verwässert - von 29,98 Prozent auf nur noch 27,25 Prozent. Das freiwillige Angebot an die Hochtief-Aktionäre, mit dem ACS seinen Anteil zunächst auf über 30 Prozent ausbauen will, läuft noch bis zum 29. Dezember. ACS hatte angekündigt, anschließend über Zukäufe an der Börse seinen Anteil auf mehr als 50 Prozent steigern zu wollen.

news.de/dpa

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