Finanzen Berlin und Paris für neuen Krisenmechanismus

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Berlin und Paris für neuen Krisenmechanismus Bild: dpa

Deutschland und Frankreich wollen die Arbeit an einem strengeren Krisenmechanismus für den Euro gemeinsam vorantreiben. Dies machten die beiden Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Michèle Alliot-Marie nach einem Treffen am Donnerstag deutlich.

Berlin (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen die Arbeit an einem strengeren Krisenmechanismus für den Euro gemeinsam vorantreiben. Dies machten die beiden Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Michèle Alliot-Marie nach einem Treffen am Donnerstag deutlich.

«Wir wollen einen Euro, der durch ein wetterfestes Regelwerk dauerhaft vor Turbulenzen geschützt ist», sagte Westerwelle. Beim nächsten EU-Gipfel am 16. und 17. Dezember sollen die Weichen für einen dauerhaften Krisenfonds gestellt werden.

Frankreichs neue Außenministerin sagte, es gebe zwischen Berlin und Paris eine «sehr große Übereinstimmung» der Positionen. Alliot- Marie sprach von einem «spekulativen Angriff auf Europa und den Euro». «Deshalb müssen wir die Regeln stärken, um künftig gegen spekulative Angriffe vorgehen und sie auch abschrecken zu können.» Westerwelle sagte: «Von Frankreich und Deutschland hängt sehr viel ab, für das Schicksal von Europa und den Euro.»

Die neue Regelung soll den Mitte 2013 auslaufenden Rettungsschirm für schuldengeplagte Euro-Länder ablösen. An den Märkten sorgen die Pläne für Unruhe. Das Thema dürfte am Donnerstag auch bei einem Telefonat zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eine Rolle spielen.

Der FDP-Chef bekräftigte die deutsche Position, künftig auch private Gläubiger an den Risiken zu beteiligen. Dies käme nicht nur den Steuerzahlern in Deutschland und Frankreich, sondern allen Europäern zugute. «Darum geht es: Dass der Euro jetzt starke Fundamente bekommt.»

Westerwelle äußerte sich überzeugt, dass die irische Regierung ihr Sparprogramm durchbringen werde. Auf die Frage, ob er nach den Währungsproblemen in Griechenland und Irland innerhalb der Euro- Zone nun einen «Rutschbahn-Effekt» befürchte, antwortete er: «Ich bin dagegen, dass jetzt ein Land nach dem anderen ins Gerede gebracht wird.»

news.de/dpa

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