Verbraucher Pünktlich unterm Baum: Fristen für Weihnachtspost

Pünktlich unterm Baum: Fristen für Weihnachtspost (Foto)
Pünktlich unterm Baum: Fristen für Weihnachtspost Bild: dpa

Bonn (dpa/tmn) - Kurz vor Weihnachten eilen viele mit ihren Paketen zur Postfiliale. Genervt stehen sie dann in der Schlange. Wer sichergehen will, dass seine Gaben pünktlich unter dem Baum landen, sollte sich an die Fristen halten. Oder er greift tief in die Tasche.

Bonn (dpa/tmn) - Kurz vor Weihnachten eilen viele mit ihren Paketen zur Postfiliale. Genervt stehen sie dann in der Schlange. Wer sichergehen will, dass seine Gaben pünktlich unter dem Baum landen, sollte sich an die Fristen halten. Oder er greift tief in die Tasche.

Je näher das Fest rückt, umso länger werden die Schlangen in den Postfilialen. Viele verschicken ihre Pakete noch auf den letzten Drücker. Das Weihnachtsgeschäft an sich startet aber schon im November. «Wir befördern dreimal so viele Pakete und doppelt so viele Briefe wie sonst», erläutert Rolf Schulz, Sprecher bei der Deutschen Post in Bonn. Damit die Weihnachtsgeschenke pünktlich zum Fest unterm Baum liegen, müssen die von den Anbietern ausgegebenen Fristen eingehalten werden.

«Für den Versand liegt Weihnachten in diesem Jahr aber günstig», sagt Elmar Müller, Vorstand des Deutschen Verbands für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) in Offenbach. Denn Heiligabend fällt auf einen Freitag.

Versand in Deutschland: «Was am Wochenanfang verschickt wird, kommt mit Sicherheit pünktlich an», sagt Müller. Konkret bedeutet das: Pakete und Päckchen innerhalb Deutschlands müssen spätestens am 22. Dezember um 12.00 Uhr abgegeben werden. Briefe und Karten mit deutscher Adresse können wie gewohnt verschickt werden. «Es ist kein Problem, sie noch am 23. Dezember einzuwerfen», sagt Schulz.

Ziele in Europa: Länger sind die Laufzeiten in EU-Länder oder die Schweiz. Damit ein Paket dort rechtzeitig zum Fest eintrifft, muss es spätestens am 11. Dezember bei der Post sein. Für Sendungen ins übrige Europa gilt als Deadline der 8. Dezember, wie die DHL, der Paketversender der Deutschen Post, mitteilt. Wer den Stichtag verpasst, kann auf den Expressversand zurückgreifen. Beim «Premium-Service» verlängern sich die Fristen gegen Aufschlag auf den 17. Dezember für die EU und die Schweiz sowie auf den 15. Dezember für Sendungen in andere europäische Länder.

USA und Übersee: Deutlich früher schnürt seine Pakete besser, wer sie ohne Aufschlag in die Welt verschicken will. Bereits am 1. Dezember ist Abgabefrist. Für mehr Geld kommen Pakete auch dann noch pünktlich an, wenn sie am 10. Dezember auf Reise gehen. «Es ist aber besser, die Pakete konventionell zu versenden», empfiehlt Post-Sprecher Schulz. «Dann halten sich die Kosten im Rahmen.»

Andere Anbieter: Ähnliche Fristen gelten auch bei den anderen Anbietern, wie Anja Schmieder vom Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (Biek) in Berlin erläutert. Ihm gehören Unternehmen wie DPD, FedEx, Hermes, UPS oder TNT an. Schmieder rät, Sendungen ebenfalls bis spätestens 22. Dezember abzuschicken, damit sie noch rechtzeitig bei einer Adresse in Deutschland ankommen. Auch bei den Biek-Mitgliedsunternehmen sind aber gegen Aufpreis Express-Sendungen mit kürzerer Auslieferungsdauer möglich.

Da die Zustellzeiten und Preise der einzelnen Anbieter variieren, unterscheiden sich auch die spätest möglichen Abgabezeiten, erläutert Schmieder. Es sei daher ratsam, sich die verschiedenen Angebote im Internet anzusehen. Auch anbieterübergreifende Versandrechner gibt es im Internet.

Frankierung: «Die Leute sind gelegentlich erschrocken über die Preise», sagt Müller vom DVPT, dem ehemaligen Verband der Postnutzer. Als Faustregel gelte: Pakete in Deutschland kosten bei den wichtigsten Versendern durchschnittlich sieben Euro. Geht ein Paket nach Europa, müsse man im Schnitt das Doppelte einkalkulieren, außerhalb Europas das Vierfache. Insbesondere beim Expressversand seien teils sehr hohe Aufschläge fällig.

Bis zu einem Euro sparen lässt sich bei der DHL mit der Online-Frankierung: Der Absender druckt den Paketschein selbst aus und bringt die Fracht anschließend in eine Filiale. Bundesweit stünden davon 13 000 zur Verfügung, sagt Post-Sprecher Schulz. Online-Frankierscheine bieten laut Anja Schmieder auch einige der Biek-Unternehmen an. Die Post-Konkurrenten betreiben zwar keine Filialen. Sendungen können aber in 18 000 Paketshops und -annahmestellen abgegeben werden. Die jeweils nächsten Adressen finden sich auf den Internetseiten der Anbieter.

Paketboxen: In den Filialen kann es insbesondere am Nachmittag voll werden. Post-Sprecher Schulz empfiehlt, Pakete nach Möglichkeit vormittags bis mittags einzuliefern. Wer das nicht schafft oder nach Feierabend keine Lust auf lange Schlangen hat, kann alternativ eine Packstation aufsuchen. Rund 2500 dieser «Briefkästen für Pakete» stehen dort, wo viele ohnehin vorbeikommen, zum Beispiel in Bahnhöfen oder Einkaufszentren. Pakete lassen sich hier rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche frankieren und abgeben. Der Versand via Packstation ist zudem einen Euro günstiger.

Pakete zu Hause abholen lassen

Wer es ganz bequem wünscht, kann seine Weihnachtspost nach telefonischer oder einer Online-Bestellung auch zu Hause abholen lassen. «Für jemanden, der schlecht zu Fuß ist, kann das eine Möglichkeit sein», sagt Elmar Müller vom Verband DVPT. Allerdings fallen dafür eigens Gebühren an. Bei der Post zum Beispiel kostet eine Abholung drei Euro. Sechs Euro sind es, wenn die Abholer ein bestimmtes Zeitfenster einhalten sollen.

news.de/dpa

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