Zehn Tipps für Eltern Der perfekte Kindergarten

Die Suche nach dem passenden Kindergarten ist schwierig: Waldorf oder Montessori, integrativ oder doch fremdsprachenorientiert? Oder liegt das Glück am Ende doch nah und Sie nehmen einfach den Kindergarten an Ihrer Straßenecke? News.de hilft bei der Suche.

Der perfekte Kindergarten (Foto)
Die Suche nach dem perfekten Kindergarten ist schwer: Aber es gibt ihn! Bild: dpa

Die Atmosphäre. Besuchen Sie ein paar Kindergärten, bevor Sie Ihr Kind anmelden. Haben Sie ein aufgewecktes Kind, das gerne auf andere zugeht und den Kontakt zu anderen Kindern gewöhnt ist? Dann nehmen Sie es mit. Achten Sie darauf, wie die Kita-Mitarbeiter mit Ihnen und vor allem mit Ihrem Kind umgehen. Das Wichtigste: Welche Stimmung herrscht im Kindergarten? Wie lebendig sind die anderen Kinder, wie viel Freiheiten haben sie? So merken Sie, ob Kinder sich frei entfalten können und es ihnen gut geht.

Respekt gegenüber den Kindern. Natürlich ist der Umgang mit Kindern anders als mit Erwachsenen. Trotzdem sollten Erzieher den Kleinen vollsten Respekt entgegenbringen. Zum Beispiel indem sie diesen zuhören. Oder auf Ideen des Kindes eingehen, seien es Änderungen am Speiseplan oder in der Gestaltung der Räume. Genauso wichtig ist der repektvolle Umgang mit den Eltern: Vertrauen Sie auf Ihre Menschenkenntnis und Ihr Gefühl im Gespräch.

Erfahrungen machen. Das Wichtigste am Kindergarten ist, dass die Kinder dort etwas lernen können. Allerdings lernen sie bis zu einem Alter von sechs Jahren nur durch eigene Erfahrungen. Um diese machen zu können, müssen Kinder Freiheiten bekommen und sich ausprobieren dürfen. Ein festes Tagesprogramm und vor allem eine zu strikte Auslegung sind hinderlich und deshalb ein negativer Punkt in der Suche nach der perfekten Kita.

Konzepte. Es gibt eine groß Anzahl an Kindergartenformen und -konzepten: Waldorf- oder Montessori-Pädagogik, Integrativer oder Waldkindergarten. Setzen Sie sich in Ruhe damit auseinander und suchen Sie sich den Kindergarten, der am besten zu Ihnen und zu Ihrem Kind passt. Dabei müssen Sie natürlich die Möglichkeiten in Ihrer Umgebung bedenken. Der schönste Kindergarten nützt nichts, wenn Sie und Ihr Kind jeden Tag eine Stunde anreisen müssen.

Musik und Naturwissenschaften. Bietet ein Kindergarten musikalische Frühbildung oder naturwissenschaftliche Experimente an, ist das ein absoluter Pluspunkt. Allerdings müssen die Erzieherinnen kompetent sein, die Instrumente beherrschen und im Umgang mit dem Chemiekasten geschult sein. Außerdem müssen die Kleinen sich ausprobieren dürfen: Strenger Frontalunterricht bringt gar nichts.

Fach: Chinesisch. Vor allem in privat finanzierten Kindergärten finden sich Angebote wie Chinesisch-Sprachkurse für Kleinkinder. Solche Kurse sind nur bedingt hilfreich. Dabei stellt sich nämlich die Frage: Was hat das Kind langfristig vom Chinesisch-Unterricht? In den wenigsten Grundschulen wird Chinesisch angeboten, was dazu führt, dass Ihr Kind alle Kenntnisse aus dem Kindergarten ruckzuck wieder vergisst. Insgesamt sind Fremdsprachen in der Kita nur dann sinnvoll, wenn mindestens ein Mitarbeiter sie perfekt beherrscht und im ganz normalen Alltag anwendet.

Verpflegung. Die Idealvorstellung ist ein Kindergarten mit eigener Küche. Dort können sich Koch und Köchin von den Kindern helfen lassen. So lernen diese nicht nur die ersten Kochfähigkeiten, sondern auch etwas über Naturwissenschaften: Wieso werden Nudeln im heißen Wasser weich? Wie wird aus Mehl, Ei und Milch Teig? Und wieso wird dieser in der Pfanne fest? Auch wegen der Kosten verfügen nur wenige Kindergärten über eigene Küchen. Meistens wird auf Tiefkühlkost zurückgegriffen. Fragen Sie offen nach, woher das Essen kommt. Auch ob es eine Küchenkraft gibt, ist entscheidend. Denn falls nicht, fehlt mittags ein Erzieher - das ist schlecht für die Betreuung.

Bewerbung. Plätze sind begehrt: Je schöner der Kindergarten, je moderner das Konzept, desto länger die Warteliste. In manchen Bundesländern, beispielsweise in Hamburg, sollten Sie Ihr Kind schon vor der Geburt anmelden. Teilweise sind sogar Bewerbungsgespräche erforderlich. Die Vorstellung einer Schwangeren, die um einen Kindergartenplatz betteln muss, ist zwar absurd, mancherorts aber leider bittere Realität. Informieren Sie sich also frühzeitig.

Eltern und Erzieherinnen. Beide Seiten sollten eng kooperieren und niemals gegeneinander ankämpfen. Das Wohl des Kindes steht schließlich für beide Seiten im Mittelpunkt. Regelmäßige Gespräche zwischen Eltern und Erziehern sind ein Muss, nicht nur im Problemfall. Gerade am Anfang sollte der Kindergarten eine langsame Eingewöhnungszeit anbieten, in der mindestens ein Elternteil mit in den Kindergarten kommt.

Das geht gar nicht. Es gibt klare Zeichen, dass der Kindergarten die völlig falsche Wahl ist: wenn Eltern vollkommen außen vor gehalten werden und keinen Einblick in den Alltag des eigenen Kindes bekommen. Oder wenn es mit Disziplin und Strenge zu eng gesehen wird, Kinder still sein müssen und sich nicht austoben dürfen. Ebenfalls ein sehr schlechtes Zeichen sind weinende Kinder, die von den Erziehern ignoriert werden.

 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Beate Irskens von der Bertelsmann Stiftung. Sie war federführend an der Entwicklung einer Checkliste für den richtigen Kindergarten beteiligt.

ham/ivb/news.de

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