Stipendien So finanzieren Sie die Doktorarbeit

Eine wissenschaftliche Karriere ist für viele Studenten ein Traum. Doch die Finanzierung ist schwierig, auch an den Universitäten ist das Geld knapp. Aber es gibt andere Wege in die Forschung, ohne Geldsorgen haben zu müssen: Stipendien.

So finanzieren Sie die Doktorarbeit (Foto)
Forschen für den Doktortitel: Doch bis dahin ist es ein harter Weg, vor allem die Finanzierung. Wer ein Stipendium bekommt, hat eine Sorge weniger. Bild: ddp

Berit Streubel promoviertAls Promotion wird die fertige Doktorarbeit bezeichnet. An einer Doktorarbeit zu schreiben, wird deshalb auch promovieren genannt. im Fachbereich Entwicklungspsychologie an der Universität Leipzig. Um ihren Doktortitel zu erlangen, braucht sie etwa drei Jahre, in denen sie Experimente durchführt, Daten auswertet und die Doktorarbeit schreibt.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, um diese Zeit zu finanzieren: Eine ist die Anstellung an der Fakultät. Solche Doktorandenstellen sind jedoch sehr selten. Die andere ist die Finanzierung über ein Stipendium. Streubel hat ein solches PromotionsstipendiumStipendienprogramme, die eigens für die Zeit einer Promotion eingerichtet werden. bekommen.

Laut Statistischem Bundesamt streben fast fünf Prozent der deutschen Studenten nach dem Studium eine Promotion an. Ein hoher Wert - am Ende liegt die Quote der Doktoranden aber nur bei 1,2 Prozent. Viele interessierte Studenten schrecken vor dem finanziellen Risiko zurück. Ein Stipendium ist oft die einzige Chance, die Arbeit zu finanzieren. Doch die Hürden sind hoch: Viele Bewerber gehen leer aus, weil es nicht genügend Stipendien gibt.

Es fehle durchaus an Programmen, weiß Max-Alexander Borreck. Er ist Autor eines Ratgebers für Stipendien. «Ein Student überlegt sich am Ende seines Studiums, wie schaffe ich es, dass sich mein Studium rentiert? Und da lohnt es sich oft ohne Promotion direkt auf den Arbeitsmarkt zu gehen, schon finanziell.» Etwa 1000 Euro erhält ein Stipendiat monatlich. Geld für die Krankenversicherung muss dieser selbst übernehmen, mindestens 130 Euro im Monat. Bleiben etwa 860 Euro übrig: nicht gerade luxuriös. Höher dotierte Stipendien würden eine Promotion attraktiver machen, ist sich Borreck sicher.

Verschiedene Programme

Wer sich trotzdem für ein Stipendium interessiert, sollte sich unbedingt mit den zwölf Begabtenförderungswerken auseinandersetzen, rät der Autor. Er empfiehlt aber auch, sich nach Förderung an der eigenen Hochschule und im eigenen Fachbereich umzusehen. «Wenn ich beispielsweise in Chemie promovieren möchte, sollte ich unbedingt mal die Stichworte Chemie, Promotion und Stipendium googeln.» So lassen sich Stipendien finden, die über Wirtschaftsverbände oder große Firmen finanziert werden. Die Bosch-Stiftung oder der Verband der chemischen Industrie (VCI) sind nur zwei von vielen Beispielen.

Ein Stipendium besteht nicht nur aus der finanziellen Förderung, betont Borreck. Auch die sozialen Kontakte aus dieser Zeit sind wichtig, sagt er: «Die Netzwerke, die dort geknüpft werden, sind oft unheimlich wertvoll. Auch im späteren Beruf.»

Berit Streubel hat ihre Förderung über eine Ausschreibung ihrer Universität bekommen. Sie ist Teil eines GraduiertenkollegsIn einem Graduiertenkolleg arbeiten mehrere Doktoranden an ihrer jeweiligen Promotion. Durch den Austausch mit den Kollegen soll die Arbeit erleichtert und das wissenschaftliche Niveau durch Diskussionen gehoben werden. . In ganz Deutschland schließen sich Institute aus verschiedenen Fachbereichen zu solchen Kollegs zusammen, um die Forschung möglichst breit aufzustellen. Im Kolleg arbeiten mehrere Doktoranden und helfen sich so gegenseitig. In Workshops, Seminaren und Forschungskolloquien diskutieren sie regelmäßig mit Professoren über den aktuellen Forschungsstand. «Ich bin froh, Teil dieser Gruppe zu sein», sagt Streubel, «weil ich so nie das Gefühl habe, auf mich allein gestellt zu sein.»

Bonus oder Bürde?

Ein Stipendiat hat immer auch Pflichten. Dazu gehört die Teilnahme an Seminaren und Workshops. Die Themen solcher Kurse haben meistens wenig mit der Doktorarbeit zu tun, es geht um Persönlichkeitsbildung oder Fremdsprachen. «Das ist aber eher ein Bonus als eine Pflicht, denn diese Seminare sind oft extrem spannend», findet Borreck. Dem stimmt auch Berit Streubel zu. Sie nimmt im Rahmen ihres Graduiertenkollegs regelmäßig an SummerschoolsIn Summerschools bieten Hochschulen während der Semesterferien Weiterbildungsseminare und Workshops an. und Forschungskolloquien teil. Zusätzlich muss sie ihre betreuende Professorin regelmäßig über die Fortschritte ihrer Forschung unterrichten.

Die Zeit spielt auch eine Rolle: Fast immer sind die Förderprojekte auf zwei, höchstens drei Jahre beschränkt. Es heißt also ranhalten, wenn die Doktorarbeit in dieser Zeit fertig werden soll.

Das sei aber machbar. Denn während Doktoranden, die an der Uni angestellt sind, nebenher Seminare geben müssen, können sich Stipendiaten voll auf die Doktorarbeit konzentrieren. Ein absoluter Pluspunkt der externen Finanzierung. Eine gute Hilfe für Interessierte bietet die Internetseite Stipendienlotse. Hier finden sich nicht nur Programme für Doktoranden, sondern auch für Studenten, Schüler und Auszubildende.

Lesetipp: Das Insider-Dossier: Der Weg zum Stipendium, Max-Alexander Borreck und Jan Bruckmann; squeaker.net-Verlag; 281 Seiten

sca/ivb/news.de

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