Bafög und Stipendium Neue Finanzspritze für Studenten

Mehr Geld für Studenten (Foto)
Die Bundesregierung will den Anreiz für ein Studium erhöhen. Deshalb gibt es künftig mehr Bafög und mehr Stipendien. Bild: ddp

Es steht fest: Studenten bekommen künftig mehr Bafög. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Ab dem kommenden Wintersemester beträgt der Höchstsatz damit 670 Euro. Obendrein soll es per Stipendium eine besondere Förderung geben.

Das Bundeskabinett hat die geplante Bafög-Erhöhung auf den Weg gebracht. Die Bedarfssätze sollen zum kommenden Wintersemester um zwei Prozent steigen. Der neue Höchstsatz liegt dann bei 670 Euro. Um den Kreis der Empfänger zu erweitern, sollen auch die Einkommensfreibeträge um drei Prozent angehoben werden.

Eine gesonderte Altersgrenze ist für Masterstudenten geplant. Wer bis zum 35. Lebensjahr ein Masterstudium beginnt, kann künftig noch die staatliche Förderung beziehen. Bisher lag die Altersgrenze bei 30 Jahren. Kinderbetreuungszeiten sollen besser berücksichtigt werden.

Ebenfalls zum Wintersemester soll ein bundesweites Stipendienprogramm für Studenten starten. So soll der Anteil der Hochschüler von zwei auf zehn Prozent steigen, die aufgrund ihrer Begabung und ihres persönlichen Engagements finanziell unterstützt werden. Besonders Begabten soll eine Förderung von 300 Euro monatlich zukommen.

Bildungspolitik
Stipendien sind der falsche Ansatz
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Die eine Hälfte sollen Hochschulen bei privaten Geldgebern einwerben, die andere Hälfte will der Staat zuschießen - in gleichen Teilen von Bund und Ländern. Die privaten Geldgeber sollen jedoch keinen Einfluss darauf haben, wer als Stipendiat ausgewählt wird. Organisatorisch liegt das Einwerben von Förderern in der Hand der Hochschulen.

Stipendien auch für Bafögempfänger

Die Pläne sehen außerdem vor, dass bislang auf 80 Euro beschränkte Büchergeld um 220 Euro auf 300 Euro zu erhöhen, um die bislang geförderten 20.000 Studenten nicht zu benachteiligen. Kritik dafür kommt derweil von den Stipendiaten selbst. Mehr als 2000 derer, die als Stipendiaten durch die Begabtenförderungswerke unterstützt werden, haben das Vorhaben als «unverhältnismäßig und unangemessen» bezeichnet. Eine Liste mit Unterschriften ist Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und den Bildungssprechern der Bundestagsfraktionen am Dienstag in Berlin übergeben worden.

Vergeben werden die Stipendien nach «Begabung und Leistung». Bei der Auswahl der Förderkandidaten sollen aber auch soziales Engagement oder die eigene Herkunft eine Rolle spielen. Die Stipendien gelten einkommensunabhängig, können also auch zusätzlich zum BAföG vergeben werden.

Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gegenüber der FAZ erklärt: «Niemand muss aus finanziellen Gründen auf eine qualifizierte Ausbildung verzichten. Dies stellt der Dreiklang aus Bafög, Stipendien und Bildungsdarlehen sicher.» Auf diese Weise sollten noch mehr Schulabgänger ermutigt werden, in eine möglichst hochwertige Ausbildung zu investieren.

Fehlläufer für die Elite

Kritik an den Änderungen kommt vom studentischen Dachverband FZS: «Der Ausbau jeglicher Stipendiensysteme stellt einen Ausbau der sozialen Selektion dar», sagte Vorstandsmitglied Florian Kaiser. Es werde lediglich der Konkurrenzdruck unter den Studenten erhöht. Zudem konterkariere das Vorhaben die Ziele der Bolognareform, die unter anderem auf mehr studentische Mobilität abzielt. Die Stipendien seien jedoch ortsgebunden.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert, Abstand vom nationalen Stipendienprogramm zu nehmen: «Wir brauchen kein Extra-Taschengeld für eine kleine Elite, sondern eine leistungsfähige Ausbildungsförderung in der Fläche. Alle jungen Menschen sollen sich unabhängig vom Portmonee ihrer Familien ein Studium leisten können», sagte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Zudem sei zwar keine direkte Entscheidung von Wirtschaftsunternehmen über die Stipendienvergabe vorgesehen, allerdings könnten deren Gelder mit einer Zweckbindung versehen werden.

ham/reu/news.de/ddp/ap/dpa

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