«Hexe Huckla» Englisch ist keine Hexerei

Huckla und die total verrückte Sprachmaschine (Foto)
Hören hilft oft besser als blindes Vokabelpauken: Hexe Huckla sorgt für englische Sprachbegeisterung bei Grundschülern. Bild: Langenscheidt

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Fließend Englisch zu sprechen, gilt als unerlässlich für eine berufliche Zukunft. Fremdsprachen stehen deshalb schon früh auf dem Lehrplan. Doch Vokabelnpauken liegt nicht jedem Kind. Es sei denn, es macht Spaß - wie mit Huckla und die total verrückte Sprachmaschine.

Zwar lernen Kinder Fremdsprachen deutlich einfacher als Erwachsene. Lernpsychologen sind sich allerdings nicht einig, ob das Motto «Je früher, desto besser» tatsächlich sinnvoll ist. Wer seinen Nachwuchs dennoch früh in Kontakt mit der Fremdsprache bringen will, sollte eines nicht vergessen: Mit Spaß lernt es sich leichter als unter Zwang. Helfen kann dabei Hexe Huckla.

Das jüngste Abenteuer der rothaarigen Hexe ist als Musical konzipiert, das an deutschen, österreichischen und Schulen in der Schweiz tourt. Mit Musik und Erzählung kombiniert das Bühnenstück spielerischen Sprachunterricht, der auf Verstehen basiert. Hier geht es nicht um blindes Vokabelpauken, sondern darum, dass die Grundschulkinder, für die das Stück konzipiert wurde, englische Sätze und Wörter hören und mit den nachfolgenden deutschen Elementen in Verbindung bringen.

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Hexe mit Siegesambitionen

Bei Hucklas neuerlichem Versuch, endlich den jährlichen Hexenwettbewerb zu gewinnen, ist das recht einfach. Nach etlichen Fehlversuchen hat die rothaarige Hexe diesmal eine Maschine gebaut, die mehr als 400 Sprachen beherrscht. Doch die total verrückte Sprachmaschine ist kaputt gegangen.

Zu allem Überfluss tritt die Maus, die in der Maschine arbeitet, auch noch in Streik und verbarrikadiert von innen die Tür, die die Hexe für ihre Reparaturarbeiten unbedingt öffnen muss. Doch Mr. Mouse wird erst öffnen, wenn Huckla ihn für seine Arbeit bezahlt hat - und zwar mit Käse statt mit Geld.

Käse mag die Hexe allerdings überhaupt nicht, was zur Lösung des Konflikts nicht beiträgt. Als aber ihre beste Freundin Witchy aus London darauf hinweist, dass der Wettbewerb früher stattfindet als die deutsche Hexe glaubt, muss sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen.

Letztlich einigen sich die beiden. Das Problem mit der Maschine löst sich auf andere Weise. Und die Ohren der Kinder, die das Stück verfolgt haben, haben sich ein wenig mehr an die englische Sprache gewöhnt.

Hören statt Lesen

Fakt ist, dass die Mischung aus Englisch und Deutsch gut funktioniert. Nur stellenweise ist es etwas schwierig, gerade den englischen Part der Lieder zu verstehen, wenn Huckla und Mr. Mouse in ihren jeweiligen Sprachen singen. Der musikalische Part ist aber auf jeden Fall der mit dem größeren Englischanteil. Die Geschichte selbst wird überwiegend auf Deutsch erzählt.

Wer nicht in den Genuss des Musicals kommt, kann getrost auf das Buch mit beiliegender Audio-CD setzen. Das Buch allein nutzt aber wenig, da die Geschichte hier nur in Einzelsätzen vorhanden ist. Ein Register am Buchende listet alle wesentlichen Vokabeln, Teilsätze und Sätze bilingual auf. Zudem folgt dem Register eine Liste, zu welchem Audioabschnitt welcher Teil im Buch gedacht ist.

Was fehlt, ist eine Hilfestellung für Eltern, die Hucklas Abenteuer zu Hause ausprobieren wollen und keine Chance haben, das Musical zu besuchen. Gleiches gilt für Aussprachehinweise, um etwa Wörter einzeln anzuschauen, nach denen die Kinder fragen, weil sie diese in den Liedern vielleicht nicht verstanden haben. Auf der CD selbst ist jedoch sehr darauf geachtet worden, die Wörter klar und deutlich auszusprechen.

Wer sich als Elternteil also vorbereiten will, hört sich die CD am besten an, bevor es ans gemeinsame Hören mit dem Kind geht. Das lohnt sich aber auch, weil die Schwerpunkte deutlich werden, die das Musical behandelt: grundlegende Floskeln der Verständigung, Dinge, die Kindern im Alltag begegnen, Zahlen, Farben sowie Tiere und einige ihrer Eigenschaften.

Letztlich werden die Grundschüler, für die die Geschichte konzipiert wurde, trotz Hucklas tollem Abenteuer nicht von heute auf morgen perfekt Englisch sprechen. Mit seiner lockeren Sprache, dem Humor und der Einbindung von Gefühlen wird die Geschichte aber emotional nachvollziehbar. Zuhören macht somit Spaß und damit auch das Lernen einer ungewohnten Sprache.

Huckla und die total verrückte Sprachmaschine ist eine Geschichte, die sich Kinder gern immer wieder anhören, weil sie spannend und lustig ist und weil Kinder mitmachen können. Denn wer mitsingt, der merkt sich auch die Wörter und entwickelt ein gewisses Sprachgefühl über die eigene Muttersprache hinaus.

Titel: Huckla und die total verrückte Sprachmaschine
Autoren: Thomas Lange, Maricel Wölk, Irmtraud Guhe
Verlag: Langenscheidt
Seitenzahl: 32 Seiten
beiliegend: Audio-CD (Spielzeit: 1:08 Stunde)
Preis: 19,95 Euro (Downloadversion ohne Buch: 12,95 Euro)
Erscheinungsdatum: März 2010
Weiterlesen: Englisch - keine Hexerei, Huckla feiert Hexengeburtstag

kat/ivb/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Matthias Hagenau
  • Kommentar 1
  • 18.03.2010 08:49

Alle Lernkonzepte, die dem Unterrichtsstoff den Staub und damit den Schrecken nehmen, sind begrüssenswert. Die Hexe Huckla ist ja in dieser Richtung inzwischen ein Klassiker aus dem renommierten Hause Langenscheidt. Wer es für seine Kinder noch ein wenig lockerer wünscht, dafür mit mehr Musik, dem sei das deutsch-englische Lern-Musical A Toy Soldier In Love empfohlen. Weit über eine Stunde kostenloser Hörbeispiele gibt es unter www.englisch-lernen-im-spielzeugland.de

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