News.de erklärt Geld Spare, spare, Häusle baue

Bausparverträge gehören zu den klassischen Formen der Vermögensanlage. (Foto)
Bausparverträge gehören zu den klassischen Formen der Vermögensanlage. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Das Wichtigste am Umgang mit Geld: Man muss genau wissen, was man tut. Das geht nur, wenn man die Grundlagen versteht. News.de und die Sparkasse Leipzig erklären, wie das so ist mit dem lieben Geld. Heute: Bausparverträge.

Bausparen gehört nicht erst seit der Werbung mit dem Fuchs zu den bekanntesten Formen der Vermögensbildung in Deutschland. Aber wer sich anschaut, wie sehr sich der Fuchs in all den Jahren verändert hat (ohne älter zu werden!), der ahnt: Bausparen ist nicht nur eine bekannte Form des Geldsparens. Sondern auch eine ziemlich klassische. «Das Bausparen basiert auf der Idee, in der Gemeinschaft mit anderen Sparern schneller und günstiger zum Eigenheim zu kommen», wagt Diana Petters von der Sparkasse Leipzig einen Blick zu den Ursprüngen.

Beim Bausparen unterscheidet man zwischen einer Spar- und einer Darlehensphase. Zuerst baut der Sparer ein Guthaben auf - zum Beispiel aus regelmäßigen Sparraten, aus vermögenswirksamen Leistungen, staatlichen Prämien und Zulagen und/oder Sonderzahlungen. Ist der Bausparvertrag dann «zuteilungsreif», kann man sich das Ersparte auszahlen lassen und ein Bauspardarlehen beantragen. «Zuteilungsreif ist ein Vertrag, wenn ein bestimmtes Mindestguthaben an einem bestimmten Stichtag zur Verfügung steht. In der Regel ist das der Fall, wenn das Guthaben 40 oder 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme beträgt», erklärt Petters. Die Bausparsumme setze sich aus dem Guthaben und der Darlehenshöhe zusammen. «Die Zinsen des Bauspardarlehens stehen schon zu Vertragsbeginn fest, so dass man von Schwankungen am Markt unabhängig ist.»

Grundsätzlich für die eigenen vier Wände gedacht

Wie der Name schon sagt, ist die Verwendung des Geldes aus einem Bausparvertrag aber eingeschränkt. Besonders wenn der Staat in Form der ArbeitnehmersparzulageDer Staat belohnt bis zu 470 Euro Sparleistung pro Jahr bei Singles beziehungsweise 940 Euro bei Eheleuten mit der Arbeitnehmer-Sparzulage in Höhe von neun Prozent. Die Einkommensgrenze dafür liegt bei 17.900 Euro für Alleinstehende und bei 35.800 Euro für Verheiratete. oder der WohnungsbauprämieDie Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent bekommt man auf Sparleistungen von bis zu 512 Euro (Single) beziehungsweise 1024 Euro (Eheleute) im Jahr. Die Einkommensgrenze dafür liegt bei 25.600 Euro für Alleinstehende und bei 51.200 Euro für Verheiratete. die Bildung von Bausparvermögen in der Sparphase bezuschusst hat, muss der Bausparvertrag dem Grundsatz nach entweder für den Kauf oder den Bau eines Eigenheims oder für die Modernisierung einer Mietwohnung eingesetzt werden. Dazu gibt es sogar eine Liste konkreter Arbeiten, die der Sparer mit dem Bausparvertrag finanzieren kann. Es gibt nur drei Ausnahmen: Erstens - Verträge, die vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurden, können unter bestimmten Umständen auch anders genutzt werden. Zweitens - Wenn man für seinen Bausparvertrag weder die Wohnungsbauprämie noch die Arbeitnehmersparzulage in Anspruch genommen hat, kann man zumindest über das Guthaben ohne Einschränkungen verfügen. Drittens - Junge Menschen unter 25 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls auch andere Dinge als ein Haus mittels des Bausparvertrages erwerben.

Hohe Sicherheit, moderate Kosten

Bausparverträge können entweder bei der Hausbank oder direkt bei einer Bausparkasse abgeschlossen werden. Sie sind mit Kosten verbunden. «Für den Abschluss eines Bausparvertrages zahlt man eine Gebühr. Sie beträgt zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der vereinbarten Bausparsumme», sagt Diana Petters. Und nicht nur wegen der unterschiedlichen Kosten lohnt sich ein Vergleich verschiedener Angebote. Weil es auch Unterschiede bei den Tarif-Modellen der Anbieter gibt, kann sich der Vergleich doppelt lohnen.

Wie bei allen anderen klassischen Anlageformen ist Geld in Bausparverträgen sicher angelegt. «Das Bausparsystem ist ein in sich geschlossener Kreislauf aus Spareinlagen der einen Kunden und Darlehen der anderen Kunden, der nicht auf die Geldzufuhr von den Kapitalmärkten angewiesen ist», sagt die Sparkassensprecherin. Und: «Zudem sind die deutschen Bausparkassen Spezialkreditinstitute und unterliegen besonderen gesetzlichen Vorschriften. Bausparkassen dürfen Guthaben, die vorübergehend nicht als Darlehen ausgereicht werden, nur in risikoarme Anlageformen investieren.»

Verluste sind beim Bausparen trotzdem nicht ausgeschlossen. Wer seinen Vertrag vorzeitig kündigt, was in der Regel möglich ist, bekommt zwar das eingezahlte Geld wieder - allerdings abzüglich der gezahlten Abschlussgebühr.

Bausparen übrigens kann nicht nur jeder für sich selbst, sondern auch für andere. «Mit dem Bausparen kann man schon in jungen Jahren anfangen. Ganz besonders lohnt sich ein Bausparvertrag für alle ab einem Alter von 16 Jahren, denn dann fördert der Staat die Sparleistungen mit der Wohnungsbauprämie, selbst wenn man noch Schüler ist», sagt Diana Petters. Oma, Opa, Mama, Papa, Onkel und Tante können sogar noch früher mit dem Sparen für das Eigenheim des Nachwuchses anfangen. Petters empfiehlt im Falle eines solchen Plans dann aber einen ganz offiziellen Schenkvertrag, den es bei vielen Bausparkassen gebe.

ruk/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Uwe B
  • Kommentar 2
  • 18.05.2010 18:49

Sparer bekommt für sein Guthaben 1% !! (zur Bemerkung: lt. statist.Bundesamt liegt die Inflation der letzten 30Jahre im Schnitt bei 3% = man spart sich Arm!) Es gibt für die Bausparkassen sogar ein Museum - und in der Tat, da gehört diese Sparform auch hin! Wer sparen will ohne Bauziel sollte hier die Finger weglassen! Und wer langfristig (7 Jahre) der kann weitaus besser Geld ansparen und dann mit einem Annuitätendarlehen VIEL GÜNSTIGER finanzieren!

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  • Uwe B
  • Kommentar 1
  • 18.05.2010 18:43

Bausparvertrag - die ganze Welt lacht über diese Sparform in Deutschland!! Man könnte ja nun sagen, das es ja auch in Deutschland viele Eigenheime dadurch gibt, letzteres ist aber nicht der Fall, überall in Europa (wo es keine Bausparverträge gibt) ist der Eigenheimanteil pro Kopf viel höher in Deutschland. Das Bausparen war in der Tat früher eine gute weise an Geld aus einer Gemeinschaft dranzukommen - das sparen in der Gemeinschaft wurde mit 4% Guthabenzins belohnt - heute ist es nur noch "Gemein", statt schaft, denn das Geld schafft für die Bausparkassen in Anlagen von weit über 6% und der

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