Arbeiten in Südafrika «Definitiv nicht overdressed kommen»

Wer noch schnell Arbeit in Südafrika findet, kann die Fußball-WM 2010 hautnah miterleben. (Foto)
Wer noch schnell Arbeit in Südafrika findet, kann die Fußball-WM 2010 hautnah miterleben. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Sebastian Haak
Etwa 150.000 Deutsche verlassen jedes Jahr das Land, viele auf der Suche nach einem neuen Job. Doch dabei gibt es Stolperfallen. So auch in Südafrika, sagt Personalberaterin Simone Braun.

Welche Chancen haben deutsche Bewerber auf dem Arbeitsmarkt in Südafrika?

Braun: Sehr gute! Denn in unterschiedlichen Branchen werden immer wieder Deutschsprachige gesucht. Außerdem befinden sich viele deutsche Unternehmen in Südafrika.

Und welche bürokratischen Hürden gilt es zu überwinden, um dort arbeiten zu dürfen?

Braun: Bewerber sollten sich die Zeit nehmen, vor Ort zu sein. Schon wegen des Vorstellungsgesprächs ist das wichtig. Es wird schwierig sein, von Deutschland aus ein Angebot zu bekommen. Zusätzliche darf man die Beantragung einer Arbeitserlaubnis nicht vergessen - dafür ist ein Arbeitsvertrag nötig.

Unterscheiden sich Bewerbungen in Südafrika vom Aufbau her von denen in Deutschland?

Braun: Ja. Hier sind sie nicht so aufwendig wie in Deutschland. Am meisten schauen Unternehmen auf das Anschreiben, den Lebenslauf und die Referenzen des Bewerbers.

Wie muss der Lebenslauf aussehen?

Braun: Die Regel sollte ein zweiseitiger Lebenslauf sein. Vor allem die Bereiche Bildung und Ausbildung beziehungsweise Berufserfahrung werden in Südafrika ausführlich beschrieben.

Initiativbewerbungen können in Deutschland ja durchaus erfolgreich sein. Wie sieht es damit in Südafrika aus?

Braun: Das gilt hier genauso - es kommt immer gut an und Sie heben sich auch bei Personalvermittlungen hervor.

Angenommen, ein Bewerber wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Wo stehen hier die Fettnäpfchen?

Braun: Ganz wichtig: Man sollte definitiv nicht overdressed kommen; und in der englischen Sprache sicher sein.

Unterscheidet sich der Dresscode von dem hierzulande?

Braun: Das kommt ganz auf die Branche an. Ich würde ihn im Allgemeinen als smart casul beschreiben.

Was erwartet einen Bewerber sonst noch bei einem Vorstellungsgespräch? Welche Fragen kann er erwarten?

Braun: Die Fragen sind denen sehr ähnlich, die auch in Deutschland zu erwarten sind. Bei internationalen Unternehmen werden meist Assessment-Tests gemacht. Bei kleineren Firmen verläuft das Vorstellungsgespräch eher persönlich und unkompliziert.

Woher kann ein Bewerber erfahren, welche Gehälter in seiner Branche üblich sind?

Braun: Die südafrikanischen Gehälter sind um einiges niedriger im Vergleich zu anderen Auswandererländern. Ich rate deshalb jedem, sich darüber vorab zu informieren: lokale Zeitschriften, Online-Communities, Xing, ... All das kann wichtige Hinweise geben.

Und danach? Wieviel Zeit muss man bis zu einer Entscheidung einrechnen? Und sollte man zwischendurch nachfragen, was aus der Bewerbung geworden ist?

Braun: Auch hier gilt, dass räumliche Nähe hilfreich ist: Am schnellsten geht es, wenn der Kandidat bereits vor Ort ist.

 

Simone Braun ist Personalberaterin bei der Recruting Agentur «Arbeiten in Kapstadt». Sie lebt und arbeitet in der Metropole am Kap der Guten Hoffnung. Wer mehr über die Fußball-WM in Südafrika erfahren möchte, findet bei news.de ein eigenes Dossier dazu.

ham/reu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • tomahawk
  • Kommentar 1
  • 23.03.2010 11:13

Mit meinem damals nicht perfektem englisch hatte ich 2 Jahre in SA gearbeitet. Über Zeitungsanzeigen-Agenturen konnte man damals in jedem Land der Welt arbeit finden. Heute, da es Internet gibt, wird von allem ein Problem gemacht.

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