Geldanlage Trübe Profitaussichten

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Wer sein Erspartes für die Zukunft anlegen will, sollte sich nicht auf Lockangebote einlassen. Bild: dpa

Wer seinen Lebensabend nicht knapp an der Lebenserhaltungsgrenze verbringen will, der muss etwas auf die hohe Kante legen. Doch die Lage auf dem Sparmarkt ist derzeit alles anderes als rosig: Die Profite fallen niedrig aus.

Auch im neuen Jahr müssen sich Sparer mit mageren Zinsen bei Tages- und Festgeld begnügen. Der durchschnittliche Zinssatz für Tagesgeld bei einer Anlage von 5000 Euro liegt derzeit nur bei 1,26 Prozent, wie die unabhängige Frankfurter Finanzagentur FMH ermittelt hat. Festgeld-Sparer erhalten mit durchschnittlich 1,4 Prozent bei zwölfmonatiger Laufzeit nur unwesentlich mehr. Dennoch sind am Markt weiterhin attraktive Angebote sowohl für kurz- wie auch für langfristige Anlagen zu finden.

In den vergangenen zwölf Monaten sind die Durchschnittszinsen für Tages- und Festgeld um fast zwei Prozent gefallen. Grund dafür ist die Zinsabsenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das Rekordtief von 1,0 Prozent. Nach Einschätzung der FMH-Experten werden die Tagesgeldzinsen auch in den nächsten Wochen und Monaten weiter leicht zurückgehen. Angesichts der niedrigen Zinsen, zu denen sich die Banken bei der EZB Geld besorgen könnten, bestehe für sie kein Grund, Privatanlegern mehr zu bieten, heißt es hier.

Vorsicht bei Lockangeboten

Bei Tagesgeld werden laut FMH derzeit bis zu 2,5 Prozent geboten. Bei einer Festgeldanlage von 10.000 Euro mit zwölfmonatiger Laufzeit sind es bis zu 3,3 Prozent. «Anleger sollte sich aber die Bedingungen genau ansehen, denn bei einigen Top-Zinsen handelt es um wenig lohnenswerte Lockangebote», sagt Karin Baur vom Magazin Finanztest.

Beispielsweise gibt es bei Tagesgeldern Angebote mit Zinstreppe, bei denen der Top-Zins nur für einen bestimmten Teil der Anlage gezahlt wird. Das gilt etwa dann, wenn für 10.000 Euro nur 1,0 Prozent und nur für den darüber liegenden Betrag 2,5 Prozent gezahlt werden. Die Finanztest-Experten halten solche Angebote wegen ihrer Intransparenz für unseriös. Zudem sollten Sparer darauf achten, dass das Angebot nicht mit Nebenbedingungen wie dem Kauf von Wertpapieren oder der Eröffnung eines Girokontos verknüpft ist. Wichtig ist auch, dass keine laufenden Kosten wie Kontoführungsgebühren oder Porto berechnet werden.

Bis zu 3,5 Prozent für dreijährige Anlagen

Wer sein Geld längerfristig anlegen will, für den eignen sich Sparbriefe und langfristiges Festgeld sowie Sparkonten mit Festzinsvereinbarung. Bei Angeboten mit dreijähriger Laufzeit sind nach einer aktuellen Markterhebung der Stiftung Warentest bis zu 3,5 Prozent für Sparer drin.

Anleger sollten beachten, dass es Sparbriefe in mehreren Varianten gibt. Bei jährlicher Zinszahlung werden die Zinsen in jedem Jahr nach dem Kauf ausgeschüttet. Bei ab- und aufgezinsten Produkten zahlen die Institute die angesammelten Zinsen erst am Ende der Laufzeit mit dem Kapital zurück. Da die Zinsen dann auf einmal steuerpflichtig sind, eignet sich diese Variante nicht für jedermann.

Bei Festgeld sollten Anleger beachten, dass üblicherweise einige Tage vor Ablauf gekündigt werden muss. Sonst kann es passieren, dass das Institut das Geld zu aktuellen Konditionen für die gleiche Laufzeit erneut anlegt. Sparer sollten auch darauf achten, dass die Zinsen jährlich gutgeschrieben werden. Einige Anbieter zahlen nämlich nur den Nominalzins am Laufzeitende ohne Zinseszinseffekt, wodurch die Rendite deutlich sinkt.

In absehbarer Zeit wieder höhere Zinsen

Sparkonten mit Festzinsvereinbarung gibt es unter den verschiedensten Bezeichnungen, wie Extra-, Erfolgs- oder Renditesparen. Der Zins wird dabei für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. In dieser Zeit können Sparer nicht auf ihr Geld zugreifen. Diese Konten müssen üblicherweise drei Monate vor Ablauf gekündigt werden.

Länger als drei Jahre sollten Sparer sich derzeit jedoch nicht festlegen, um keine Zinseinbußen zu riskieren, rät Karin Baur. Sie erwartet, dass sich die Zinssituation für Anleger schon bald bessern könnte. «Die Inflationsrate geht wieder leicht nach oben, und daher dürften die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen», sagt Baur.

ham/kat/news.de/ap

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