Von news.de-Redakteur Sebastian Haak - 11.11.2009, 14.41 Uhr

Ärger am Geldautomaten: Wenn der Schein trügt

Ein Geldautomat gibt zu wenig Geld raus - geht das? Offenbar schon, auch wenn es sehr selten vorkommt. Wem das passiert, dem kann allerdings einiger Papierkrieg ins Haus stehen, will man das Geld zurück. Ein Beispiel aus Thüringen.

Im Zweifel gilt auch beim Geld abheben am Autoamten: Zeit nehmen und sofort und gründlich nachzählen. Bild: dpa

Inge Stoy kann es noch immer nicht fassen. Dass sie das Wechselgeld beim Einkaufen zählen muss, das weiß die ältere Dame aus dem thüringischen Suhl. Doch dass sie auch beim Abheben von Bargeld am Automaten lieber zweimal nachzählen muss: Das war ihr so nicht bewusst. Umso unbegreiflicher ist es für sie, dass ihr ein Automat der Postbank weniger Geld ausspuckte als sie wollte, aber ihre Wunschsumme vom Konto abgebucht wurde - und das Geld noch nicht wieder hat.

«Ich wollte 250 Euro haben, aber ich habe nur 200 bekommen», sagt Stoy. «Und ich bin mir auch ganz sicher, nur 200 Euro bekommen zu haben.»

Die Frau bemerkte das aber erst, nachdem sie die Filiale wieder verlassen hatte. «Ich hatte das Geld aber in eine seperate Tasche gesteckt. Ich kann mich nicht irren.» Als sie merkte, dass ihr 50 Euro fehlen, sei sie sofort zu ihrer Postbank-Filiale gegangen und habe die Sache reklamiert, erzählt sie: «Und die Mitarbeiterinnen dort haben mir auch gesagt, dass beim Zählen am Vortrag 50 Euro übrig geblieben sind und der Automat in der Vergangenheit Probleme hatte.»

FOTOS: Geldautomaten Vorsicht vor Ganoven

Schriftwechsel ohne Einigung

In Bonn, wo die gelbe Bank ihren Hauptsitz hat, äußert man sich zu dem konkreten Fall nicht. Aber Sprecherin Uta Schaller räumt ein, dass Störungen an Geldautomaten «immer wieder einmal vereinzelt vorkommen» können. «Im Automaten sind vor diesem Hintergrund verschiedene Sensoren im Einsatz, die eine Geldautomatenauszahlung überwachen. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten, werden diese im technischen Journal dokumentiert.»

Das helfe beim Nachverfolgen des Vorgangs, so die Postbank-Sprecherin: «Hat ein Kunde angeblich zu wenig Geld erhalten, kann er sich an jede Postbank-Filiale, schriftlich an die Postbank oder an den Direkt Service wenden. Es wird eine Reklamation von den Mitarbeitern aufgenommen und an die Nachforschung weitergegeben. Bei der Prüfung des Vorganges wird das Journal des Geldautomaten und die Abrechnung des Werttransportunternehmen ausgewertet.» Habe der Kunde tatsächlich zu wenig Geld erhalten, werde ihm das gutgeschrieben.

Soweit die Theorie. Dass es trotzdem schwierig sein kann, Forderungen geltend zu machen, zeigt der Fall Stoy. Mehrere Schreiben, inklusive anwaltlich verfasster Schriftstücke, hat die Frau bereits verfasst. Die Postbank vertritt in in dem Schriftwechsel den Standpunkt, der Abschluss des Geldautomanten habe keine Differenz aufgewiesen. Auch technische Störungen habe es nicht gegeben.

ruk/news.de

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